aktualisiert: 25.10.2012 19:03
Bewerten
(10)

Immobilien-Investments: Lieber Aktien statt eine Wohnung

Kapitalanlagen: Immobilien-Investments: Lieber Aktien statt eine Wohnung | Nachricht | finanzen.net
Helmut Kurz, Ellwanger & Geiger
Kapitalanlagen
DRUCKEN
Auf der Suche nach Sicherheit für ihr Kapital setzen die Privatanleger angesichts der gestiegenen Risiken und geringen Renditen bei Staatsanleihen wieder vermehrt auf die eigene Immobilie zum Vermieten. Das könnte ein Fehler sein.
€uro am Sonntag
von Helmut Kurz, Gastautor von Euro am Sonntag

Die Immobilie als Kapitalanlage liegt im Trend. Wie die Lemminge rennen vor allem die risiko­aversen Anleger in diese Anlageklasse. Dabei ist die vermietete Wohnung nur bedingt ein sicherer Hafen. Für die meisten Anleger stellt die Immobilie im Portfolio ein Klumpenrisiko dar. Bei Aktien hat sich bereits herumgesprochen, dass es keine clevere Idee ist, 50 Prozent seines Vermögens in eine einzelne Aktie zu investieren. Aber genau das machen viele Anleger, wenn sie in eine Wohnung investieren. Meist nehmen sie dafür sogar einen recht hohen Kredit auf, schließlich verführen die aktuell niedrigen Hypothekenzinsen dazu, sich auf lange Zeit zu verschulden — ohne zu wissen, wie sich die Zinssituation beim Anschlusskredit in beispielsweise zehn Jahren darstellt.

Neben dem enormen Klumpenrisiko übersehen viele Anleger beim Direktinvestment in eine Wohnimmobilie noch einen weiteren Aspekt: das Asset-Management, also die Verwaltung des Vermögenswerts. Bei Aktien investieren die Anleger in der Regel in Fonds, die von professionellen Teams gemanagt werden. Die wenigsten Privatanleger trauen es sich zu, selbst ein Portfolio aus Aktien zu managen. Kapitalanlagewohnungen werden hingegen in der Regel nicht professionell, sondern vom Eigentümer gemanagt.

Es gibt zwar einen Hausverwalter, dessen Tätigkeit beschränkt sich allerdings eher auf Hausmeisterdienste und Gebäudereparaturen. Von einem aktiven Asset-Management kann nicht die Rede sein. Ohnehin ist das aktive Managen schwierig, wenn es sich nur um eine einzelne Wohnung handelt. Der Anleger ist dann in einer Wohnungseigentümergemeinschaft und braucht für jede Handlung, die das Wohnhaus betrifft, die Zustimmung der übrigen Eigentümer.

Abgesehen vom Klumpenrisiko und dem fehlenden Asset-Management hat eine Sachwertanlage gegenüber Aktien einen gravierenden Nachteil: Es ist ein starres Investment. Aktien verkörpern hingegen Unternehmen, die sich aktiv und lebendig am Markt bewegen und sich an die stets ändernden Marktbedingungen flexibel anpassen können.

Attraktive Renditen auch
in Auslandsmärkten

Wer dennoch am Sachwert Immobilie teil­haben möchte, sollte deshalb in Immobilienaktiengesellschaften investieren oder einen entsprechenden Fonds suchen. Auch wenn die Kurse über das Jahr schon stark angezogen haben, ist der Einstieg bei so mancher Immobilienaktiengesellschaft immer noch attraktiv, weil die Marktkapitalisierung oft deutlich unter dem Marktwert der gehaltenen Immobilien abzüglich der Schulden liegt. Besonderes Augenmerk sollte der Anleger auf das Management der jeweiligen Gesellschaft legen. Es ist besser, in eine Gesellschaft mit einem guten Managementteam und einem eher durchschnittlichen Portfolio zu investieren als andersherum. Ein guter Manager wird selbst aus einem schwachen Immobilienportfolio die maximale Rendite herausholen.

Die Investition in Immobilienaktien statt in eine direkt gehaltene Wohnung hat noch einen weiteren Vorteil: Privatanleger können an den Chancen internationaler Immobilienmärkte besser teilhaben. Direkt in den aussichtsreichen asiatischen Immobilienmarkt zu investieren wäre für Anleger zum Beispiel viel zu umständlich. Dafür gibt es Fonds, die Anteile an spezialisierten, börsennotierten Real Estate Investment Trusts (REITs) in asia­tischen Teilmärkten halten. Ein Beispiel: Der Asien-Anteil am E & G Global REIT-Fonds beträgt derzeit rund 40 Prozent. Es wird investiert in Unternehmen wie den Japan Logistics Fund, der in Logistikimmobilien anlegt, oder in den Frasers Centrepoint Trust, der seinen Schwerpunkt auf Einzelhandelsimmobilien in Singapur legt.

Um von den Chancen an den internationalen Immobilienmärkten zu profitieren, haben viele Anleger in der Vergangenheit in Offene Immobilienfonds investiert, die unter anderem in Asien aktiv waren. Anders als das Management eines Offenen Immobilienfonds ist das Management der eben angesprochenen, hochspezialisierten REIT-Gesellschaften in Asien ansässig und somit naturgemäß sehr viel näher am Markt als eine in Frankfurt oder Hamburg ansässige Kapitalanlagegesellschaft, die weltweit in sämtliche Nutzungs­arten investiert.

Es ist unstrittig, dass die Beimischung von Immobilien in das Portfolio sinnvoll ist. Allerdings raten wir davon ab, direkt in einzelne Wohnungen zu investieren, wie von einem Gros der Anleger aktuell praktiziert.

zur Person:

Helmut Kurz, Fondsmanager
beim Bankhaus Ellwanger & Geiger

Der Autor beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Kapitalanlagen und insbesondere mit Immobilienaktien und REITs in Deutschland und dem Rest der Welt. Das 1912 gegründete Bankhaus Ellwanger & Geiger mit Sitz in Stuttgart bietet seinen Kunden Leistungen aus den vier Bereichen Private Banking, Private Immobilien, Real Estate und Institutional Banking, Mit dem E & G-DIMAX wurde 1995 der erste und lange Zeit einzige Index für deutsche Immobilienaktien geschaffen.

Bildquellen: istock/Daniil Peshkov

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- Dow Jones endet im Minus -- Berlin favorisiert angeblich Fusion von Commerzbank und BNP Paribas -- Apple räumt Probleme mit neuer Watch ein -- MorphoSys, Air Berlin im Fokus

Air-Berlin-Gläubiger verhandeln mit Lufthansa über große Teile. Rio Tinto will mit Milliarden aus Unternehmensverkauf Aktien zurückkaufen. METRO-Aktie steigt: Konzern dementiert Bericht über angeblich geplantes Delisting. Deutsche Bank- & Commerzbank-Aktien legen zu. S&P stuft Kreditwürdigkeit Chinas ab. AMD-Aktien steigen kräftig: Angebliche Kooperation mit Tesla.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

The rise of Tiger and Dragon: Die besten Aktien aus China!

China ist das Bevölkerungsreichste Land der Erde. Mit einem zuletzt gemeldeten Wirtschaftswachstum von fast 7 % im 1. Halbjahr 2017 ist das Land auf bestem Wege, das eigene Wachstumsziel zu übertreffen. Erfahren Sie im neuen Anlegermagazin, bei welchen chinesischen Aktien vielversprechende Zukunftsaussichten bestehen und warum.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Umfrage

Der Dieselskandal hat die Reputation der deutschen Wirtschaft beschädigt. Unterstützen Sie deshalb die Forderung der Anti-Korruptions-Organisation nach einem Unternehmensstrafrecht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
BYD Co. Ltd.A0M4W9
CommerzbankCBK100
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Bitcoin Group SEA1TNV9
SolarWorldA1YCMM
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
BASFBASF11
AMD (Advanced Micro Devices) Inc.863186
EVOTEC AG566480
TeslaA1CX3T
GeelyA0CACX