aktualisiert: 22.10.2012 16:58
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Online-Broker im Test: Klick dich schlau!

€uro am Sonntag hat die Bildungsangebote von zehn internetaffinen Geldhäusern und Brokern getestet
Know-how für Anleger
Bildungsangebote von Banken: Wie gut vermitteln Geldhäuser und Broker ihr Wissen an Einsteiger und Profis? €uro am Sonntag hat die Internetseiten von zehn Anbietern gründlich geprüft.
€uro am Sonntag

von Ann-Christine Brunen und Samantha Meier, Euro am Sonntag

Aufgeld, Kassakurs, CFD, KGV, Stückzins, Oszillator, K.-o.-Schein, REIT, Zero Bond — nicht nur für Börsenneulinge ist die Welt der Anlage kompliziert. Was tun, damit Investmenteinsteiger geistig nicht gleich wieder aussteigen? Viele Geldhäuser und Broker stehen Anfängern mit ­Videos, Lexika oder auch interaktiven Seminaren zur Seite. Selbst für Fortgeschrittene ist online einiges an Wissenswertem zu holen. Welche Bank bietet nun die besten Möglichkeiten, sich in Geldsachen schlauer zu machen? €uro am Sonntag hat die Bildungsangebote von zehn internetaffinen Geldhäusern und Brokern getestet und bewertet.

Die größte Angebotsfülle hat Testsieger Cortal Consors (97 Prozent aller erreichbaren Punkte) — sowohl was die Informationswerkzeuge als auch was die Themen betrifft. Die Bank bietet Frage-Antwort-Seiten, Musterdepots, Videos und Informationstexte. Daneben gibt es sogenannte Webinare, also interaktive Seminare. Sie sind für Kunden gratis, Nichtkunden zahlen 29 Euro. Die Homepage ist sehr übersichtlich aufgebaut, gleich zu Beginn wird auf die Kategorie „Wissen“ verwiesen. In den Videos und Artikeln erhält man Informationen beispielsweise zu Steuern, Recht und Trading.

Trotz der überwältigenden Vorteile ist dennoch einiges verbesserungsbedürftig: Die Texte sind etwas kurz geraten, in den Videos wird ein gewisses Basiswissen vorausgesetzt, und im Vergleich zur Konkurrenz ist der Einstieg in die Webinare sehr kompliziert.

Die zweitplatzierte Comdirect
(55 Prozent aller zu erreichenden Punkte) bietet ihren Kunden ein hochwertiges Einsteigerprogramm, das ein kostenloses 24-teiliges Tradingwebinar, Videotutorials, einen Newsletter und ein Magazin umfasst. Die Tochterfirma der Commerzbank vermittelt das nötige Wissen in den Bereichen Technische Analyse, Risiko- und Moneymanagement, Börsenpsychologie, Hebelprodukte und Orderzusätze. Die Börsenexperten Raimund Schriek und Metin Simsek gestalten spannende interaktive Parts. Ein insgesamt sehr gelungenes Angebot.

Eine solide Palette ist bei Maxblue (45 Prozent aller zu erreichenden Punkte) zu finden. In einem Forum besteht die Möglichkeit, sich über Trading auszutauschen. Dazu gibt es Informationstexte, Videos und ein Börsenlexikon. Das Onlineangebot deckt das Basiswissen gut ab und ist somit eine Hilfe für Einsteiger.
Allerdings hat es oft den Anschein, als wolle die Deutsche-Bank-Tochter mit ihren Erklärungen lediglich Produkte verkaufen. Außerdem dauert es einige Zeit, bis man sich auf den Seiten zurechtfindet.

Grundbegriffe kaum erklärt
Auf der sehr übersichtlich gestalteten Webseite von Sbroker (42 Prozent aller zu erreichenden Punkte) werden drei Webinare, darunter eine achtteilige Reihe, kostenfrei angeboten. So gibt es umfangreiche Informationen zu allen Arten von Fonds und CFDs.

Nachteil: Es wird vom Teilnehmer erwartet, dass er ein fundiertes Basiswissen auf diesen Gebieten mitbringt, denn für Begriffserklärungen nimmt sich der Webinarleiter keine Zeit. Stattdessen wird nur immer wieder auf die Webseite von Sbroker verwiesen. Das Angebot des Sparkassen-Ablegers ist deswegen für Einsteiger nicht geeignet.

Informationstexte und ein Börsenlexikon finden Bildungswillige bei der ING-DiBa (33 Prozent aller erreichbaren Punkte). Die Artikel klären sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene über verschiedene Anlagemöglichkeiten auf. Mithilfe von Grafiken versucht die Bank die verschiedenen Thematiken verständlich darzustellen. Allerdings wirkt die Seite etwas überladen und ist ­somit an manchen Stellen unübersichtlich.

Zwar sind auf der Startseite der Postbank (24 Prozent aller erreichbaren Punkte) die Infos zum Trading nicht auf Anhieb einsehbar, aber die Deutsche-Bank-Tochter bietet neben dem Newsletter einen Fragebogen an. Wer nicht ganz sicher ist, welchem Anlagetyp er zuzuordnen ist, dem bringen gezielte Fragestellungen mehr Klarheit.

Diese Fragen sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig, doch am Ende des Prozesses steht eine detaillierte Beschreibung, welche Anlageart am besten zu einem passt. Die verschiedenen Möglichkeiten werden anschließend genau beschrieben und die Vorzüge erklärt — allerdings nicht die Risiken.

Die DAB Bank (neun Prozent aller erreichbaren Punkte) präsentiert ein äußerst mageres Bildungsprogramm. So hat die HypoVereinsbank-Tochter nur ein Kundenmagazin und eine Frage-Antwort-Seite zu bieten. Und diese Seite scheint nicht up to date zu sein, da dort keine aktuellen Termine für Webinare und öffentliche Veranstaltungen der Bank angegeben sind. Zudem ist leider das angepriesene Traderwebinar vom Juli nicht archiviert, neue Angebote sind nicht in Sicht.

Die Targobank (neun Prozent aller erreichbaren Punkte) bietet den Tradingbegeisterten online einen Newsletter und ein Börsenlexikon an. Im Vergleich zu anderen Banken ist dieses Angebot sehr mager. Zwar ist das Lexikon ausführlich und übersichtlich gestaltet, aber das gleicht die raren Angebote nicht aus. Für Einsteiger kaum geeignet, da sie wenig Hilfestellung und Informationen bekommen.

Die 1822direkt und die Netbank (jeweils null Prozent aller erreichbaren Punkte) bieten gar kein nennenswertes Bildungsprogramm.
Was von welchen Wissensseiten im Internet zu halten ist (pdf)

Bildquellen: wavebreakmedia ltd / Shutterstock.com
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