aktualisiert: 08.10.2012 12:00
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Kinderkonten: Was Klein-Sparer will

Konten für Kinder: Kinderkonten: Was Klein-Sparer will | Nachricht | finanzen.net
Konten fürs Taschengeld
Konten für Kinder

Konten für Kinder und Jugendliche: Banken setzen auf gewachsene Beziehungen — und die fangen im Kindesalter an. €uro am Sonntag hat Konten für junge Kunden getestet.

€uro am Sonntag

von Markus Hinterberger, Euro am Sonntag

Sie sind bunt, haben Namen wie Star, Joker oder Magic und bieten jede Menge Drumherum — Spielzeug, freien Eintritt in den Zoo oder Gutscheine für Fast-Food-Restaurants. Konten für Kinder und Jugendliche werden immer ausgefeilter. Kein Wunder. Während die Bankenbranche bei den Erwachsenen in den vergangenen Jahren einiges an positivem Image verloren hat, soll zumindest der Nachwuchs Banken oder Sparkassen als großzügig, nett und vielleicht sogar cool kennenlernen.

Das lassen sich die Banken gern etwas kosten. „Konten für Kinder sind ein Zuschussgeschäft“, weiß Niels Nauhauser. Und da die Banken sich der jungen Kundschaft von der besten Seite zeigen, hat der Finanz­experte von der Verbraucherzen­trale Baden-Württemberg recht wenig an den Angeboten auszusetzen. Kinder könnten so unter Aufsicht ihrer Eltern lernen, wie man mit Geld umgeht, und erfahren, dass eine Bank auch Geld verdienen will.

Gerade diesen Punkt lassen die meisten Banken bei der jungen Kundschaft gern unter den Tisch fallen. Denn wer von seinen Eltern pro Monat 30 Euro Taschengeld bekommt, für den sind 15 Euro Jahresgebühr für eine Kreditkarte mit wiederaufladbarem Guthaben viel Geld.

Unsere Auswertung von Konten für Kinder und Jugendliche, die €uro am Sonntag gemeinsam mit der Agentur Vierpartner durchgeführt hat (siehe pdf-Dateien unten), zeigt, dass die meisten Offerten solide Angebote sind, die Unterschiede aber bisweilen riesig.

Welche Rolle spielen die Eltern?
Im Zentrum der Untersuchung standen Angebot und Service. Diese Bereiche machen je 30 Prozent der Punkte für die Gesamtwertung aus. Beim Angebot wurden nicht nur die Hürden überprüft, die Kinder nehmen müssen, um ein Konto zu eröffnen, sondern auch der Umfang dessen, was ihnen offeriert wird. Hier zählte etwa, ob die Bank will, dass die Eltern mit ihren Kindern gemeinsam das Konto eröffnen. Hintergrund: Zwischen dem siebten und dem 18. Lebensjahr sind Kinder eingeschränkt geschäftsfähig. Das heißt für Bankdienstleistungen, dass sie lediglich mit einem Guthabenkonto operieren dürfen. Kredite sind tabu.

Darüber hinaus gab es Punkte für ein möglichst großes Geldautomaten­netz und sinnvolle Extras wie Apps für Mobiltelefone. Andere Extras, etwa Kooperationspartner wie lokale Freizeitparks, Kinos oder Fast-Food-Ketten, wurden kaum gewichtet, weil sie nichts mit der eigent­lichen Bankdienstleistung zu tun ­haben.

Der Service spielte eine große Rolle, weil junge Bankkunden zwar nicht zu komplexen Finanzprodukten beraten werden, aber vieles so einfach erklärt bekommen sollten, dass sie es verstehen. Hier zählte vor allem, wie Banken mit den zum Teil naiven Fragen unserer Testkunden umgingen und wie kompetent die Mitarbeiter antworteten. Ein weiteres Kriterium war der Internetauftritt. Hier konnten Banken punkten, die eigene Bereiche für die junge Kundschaft auf ihren Sites geschaffen haben und Gelegenheit bieten, etwas über Geld und Finanzen zu lernen.

Der Aspekt Kosten wurde mit 15 Prozent relativ gering gewichtet, denn Kontogebühren spielen in diesem Segment kaum eine Rolle. Unterschiede bestehen aber bei den eingangs erwähnten Karten. So gab es für jährliche Gebühren für Kreditkarten oder Bankkarten Punkt­abzug. Gleiches gilt für Kosten für Überweisungen und den Versand von Kontoauszügen.

Die Volksbank Mittelhessen glänzte dabei besonders. Hier kosten weder das Konto noch die Karte, weder Überweisungen noch die Kontoauszüge per Post etwas.

Regionalbanken weit vorn
Unterm Strich erreichten von den 35 Banken im Test neun mehr als 85  von 100 möglichen Punkten. Für diese Institute gab es die Note „sehr gut“. Ganz unten in der Rangliste landete die Frankfurter Sparkasse, die es mit 63 Punkten nur auf ein „befriedigend“ brachte.

Ganz oben lieferten sich die PSD Bank Nürnberg und die Volksbank Mittelhessen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das die Franken knapp für sich entscheiden konnten. Einziges Manko bei der Siegerbank: Bei der Kontoeröffnung muss kein Erziehungsberechtigter anwesend sein — seine schriftliche Vollmacht reicht aus. Ansonsten fällt auf, dass sämtliche Banken, die ein „sehr gut“ erhalten haben, regionale Institute sind.

Erst auf Platz 10 kommt mit der HypoVereinsbank eine Großbank, die Deutsche Bank landete auf dem 15., die Commerzbank gar auf dem 29. Rang. Das Kalkül der Regionalbanken ist klar: Wer einen Kunden früh bindet, hält ihn wahrscheinlich auch, wenn das Konto plötzlich etwas kostet. Denn zahlreiche Studien zeigen: Kunden bleiben ihrer Bank lange treu — auch wenn sie mit den Kosten oder sonstigen Rahmenbedingungen unzufrieden sind.
Die Gesamtwertung (pdf)
Bestes Angebot bzw. bester Service (pdf)

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Bildquellen: iStock

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