07.03.2013 17:20
Bewerten
 (0)

Rekordreserve von 28,3 Milliarden bei der Krankenversicherung

Krankenversicherung: Rekordreserve von 28,3 Milliarden bei der Krankenversicherung | Nachricht | finanzen.net
Krankenversicherung
Die gute Konjunktur und moderate Ausgaben haben der gesetzlichen Krankenversicherung im vergangenen Jahr Rekordreserven von 28,3 Milliarden Euro beschert.
Die Rücklagen der einzelnen Krankenkassen stiegen binnen eines Jahres um mehr als 5 auf 15,2 Milliarden Euro. Das Polster des Gesundheitsfonds wuchs um 3,6 auf 13,1 Milliarden Euro. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und Kassen-Verbandschefin Doris Pfeiffer mahnten, die Reserven nicht anzutasten. In der Koalition gibt es Überlegungen, den Steuerzuschuss für die Krankenversicherung zum Zweck der Haushaltskonsolidierung stärker als bereits geplant zu senken.

    Die zuletzt noch 134 Kassen gaben 184,5 Milliarden Euro aus. Nach Rückgängen im Vorjahr stiegen die Arzneimittelausgaben wieder um 1,1 Prozent je Versicherten auf 30,9 Milliarden Euro. Die Ausgaben für die Ärzte stiegen um 2,6 Prozent auf 33,7 Milliarden. Den größten Ausgabenposten machen die Klinikbehandlungen mit einem Plus von 2,7 Prozent auf 60,8 Milliarden Euro aus. Die Verwaltungskosten der Kassen stiegen um 2,6 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro.

    Bahr betonte, die Krankenversicherung bekomme in diesem und im kommenden Jahr bereits 4,5 Milliarden Euro weniger Steuerzuschuss als ursprünglich geplant. Im vergangenen Jahr bekam die Krankenversicherung noch 14 Milliarden Euro aus Steuermitteln. 2013 sollen es 11,5 und im Jahr drauf 12 Milliarden sein.

    "Zusammen mit der vorgeschriebenen Mindestreserve verbleibt noch ein zusätzlicher Puffer, der den Gefahren aus der Euro-Zone Rechnung trägt", sagte Bahr. Pfeiffer mahnte: "Ich kann nur davor warnen, den Bundeszuschuss noch weiter zu kürzen." Von den versicherungsfremden Leistungen wie der beitragsfreien Mitversicherung von Kindern und Ehepartnern für insgesamt gut 30 Milliarden Euro werde schon jetzt nicht einmal die Hälfte vom Steuerzahler beglichen. Pro Tag gäben die Kassen rund 505 Millionen Euro für die Versicherten aus.

    In der Koalition gibt es eine heftige Debatte darüber, ob Reserven von Kranken- und Rentenversicherung teils zur Haushaltskonsolidierung verwendet werden können. Auch die Rentenkasse hat eine Reserve von rund 30 Milliarden Euro.

    Bahr begrüßte, dass Krankenkassen 2013 voraussichtlich 700 Millionen Euro in Form von Prämien an ihre zahlenden Versicherten zurückgäben. Vergangenes Jahr waren es nur 53 Millionen.

    Wegen Konjunkturrisiken und erwarteten Ausgabensteigerungen dürften keinesfalls die Schleusen geöffnet werden, warnte das Ministerium. So dürfe es nicht unnötige zusätzliche Klinikbehandlungen geben. Die derzeit ins Stocken geratene Umsetzung der schwarz-gelben Pharmareform mit Preisverhandlungen für Medikamente müsse weitergehen.

    DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte: "Die derzeit hohen Reserven in der Gesetzlichen Krankenversicherung sollten dazu genutzt werden, einen Puffer für schlechte Zeiten aufzubauen und gleichzeitig die Sonderbelastungen der Versicherten zu senken." Der Hintergrund: Der Beitragsanteil der zahlenden Versicherten liegt heute etwas höher als der ihrer Arbeitgeber.

    Der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs forderte eine Senkung des Krankenkassenbeitrags. "Jetzt stellt sich heraus, dass auch nach der Abschaffung der Praxisgebühr noch eine Absenkung des Beitragssatzes möglich ist", sagte er der "Rheinischen Post" (Freitag). Der Beitragssatz beträgt 15,5 Prozent.

    Die Deutsche Krankenhausgesellschaft forderte, den Kliniken zu helfen. Der Pharmaverband vfa forderte die Abschaffung von Zwangsrabatten.

    Die größten Überschüsse erzielten 2012 mit jeweils rund 1,8 Milliarden Euro die AOK sowie die Ersatzkassen, gefolgt von den Betriebskrankenkassen mit gut 700 Millionen./bw/DP/stk

BERLIN (dpa-AFX)
Bildquellen: kulich / Shutterstock.com, Clover / Shutterstock.com
  • PKV
  • BU
  • UV
  • ZV
  • KFZ
  • Rechtsschutz

Berufsunfähigkeitsversicherung

Heute im Fokus

DAX im Plus -- Asiens Börsen mehrheitlich fester -- Commerzbank will wohl Wertpapierabwicklung auslagern -- E.ON will Milliarden am Anleihemarkt aufnehmen -- EVOTEC im Fokus

EnBW macht 1,8 Milliarden Verlust. Öffentliche Schulden im vierten Quartal um 0,8 Prozent niedriger. Gründer Gross einigt sich mit Pimco offenbar auf Millionenzahlung. Kampf gegen Fälscher: Briten führen neue Ein-Pfund-Münze ein. Frankreich ordnet Beteiligung an Opel-Käufer PSA neu.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

Hier macht Arbeiten Spaß
Die besten Arbeitgeber weltweit
KW 12: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 12: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Der bayerische Handelsverband rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Lebensmittelverkäufe über das Internet. Wäre das auch was für Sie?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
BayerBAY001
CommerzbankCBK100
Allianz840400
E.ON SEENAG99
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
Nordex AGA0D655
SAP SE716460
BASFBASF11
Infineon Technologies AG623100
Siemens AG723610
BMW AG519000