23.06.2013 14:29
Bewerten
 (0)

Lage im Stromnetz hat sich verbessert - Kritik an Darmstadt

    BERLIN/DARMSTADT (dpa-AFX) - Die Lage im deutschen Stromnetz hat sich im vergangenen Winter auch dank neuer Leitungen etwas entspannt. "Insgesamt verlief der Winter 2012/13 weniger angespannt als der Winter 2011/12", heißt es im noch unveröffentlichten Bericht der Bundesnetzagentur zur Winterversorgung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Dennoch kam es an einigen Tagen zu Belastungssituationen, die durch teilweise umfangreiche Eingriffe der Übertragungsnetzbetreiber beherrscht werden konnten."

    Trotz der verbesserten Lage kam es vom 1. Oktober 2012 bis 31. März 2013 zu Eingriffs-Maßnahmen mit einer Dauer von 3700 Stunden - das entspricht fast exakt der Eingriffsdauer im Winter 2011/2012. Hilfreich zur besseren Steuerung der Nord-Süd-Stromflüsse sei besonders der Umbau des Generators des Kernkraftwerks Biblis A (Hessen) zu einem sogenannten Phasenschieber gewesen. Ebenfalls entlastend sei die Inbetriebnahme der 380 Kilovolt-Leitung Hamburg - Schwerin, die den Windstrom im Norden besser zu verteilen hilft.

    Nur am 29. Januar mussten Reservekraftwerke in Deutschland und Österreich in Anspruch genommen werden. Vor allem, um im Süden eine starke Windstromeinspeisung im Norden auszugleichen. Allerdings wäre der Einsatz aufgrund aktualisierter Windprognosen gar nicht mehr nötig gewesen, aber der Anfahrvorgang konnte nicht mehr gestoppt werden.

    Kritisch war die Lage am 25. und 26. März, als über Stunden das Netz wegen einer regional sehr unterschiedlichen Einspeisung am Limit war. "Ursächlich war die Verbindung aus hoher Einspeisung aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen von bis zu knapp 30 GW am 25. März 2013, vorwiegend im nördlichen Deutschland und einer hohen Nichtverfügbarkeit konventioneller Kraftwerke im Süden."

    Sehr kritisch wird die vom Regierungspräsidium Darmstadt verfügte Stilllegung des Kohlekraftwerks Staudinger I gesehen. Als Begründung werden "immissionsschutzrechtliche Gründe" angeführt. "Diese Stilllegung ist aus Sicht der Systemsicherheit nicht vertretbar. Sie gefährdet die Versorgungssicherheit in der Rhein-Main Region und bundesweit, da in der Folge des Atommoratoriums in Süddeutschland alle verbleibenden konventionellen Kraftwerke in der Region dringend benötigt werden", betont die Bundesnetzagentur. Das könne zu einer Gefährdung der Spannungshaltung führen und zudem werde das Kraftwerk zur Entlastung hoch belasteter Nord-Süd-Leitungen benötigt.

    Die Bundesregierung hat gerade erst ein Art Zwangsverordnung bis 2017 festgeschrieben: Betreiber, deren Kraftwerke sich wegen immer mehr Ökostromeinspeisung nicht mehr rechnen, sollen noch bis 2017 - gegen Entschädigung - zum Weiterbetrieb auch unrentabler Anlagen gezwungen werden, wenn sie als "systemrelevant" eingestuft werden. Insgesamt wurden für den letzten Winter ein "Kaltreserve-Bedarf" mit einer Leistung von 2500 Megawatt ermittelt - sie werden bei Bedarf angefordert und erhalten für das Bereitstehen Sondervergütungen.

    Ein zügiger Netzausbau sei das entscheidende Mittel, damit die Versorgungssicherheit trotz der schrittweisen Abschaltung von Kernkraftwerken gewahrt bleibt. "Eine Stilllegung von Kraftwerken im südlichen Deutschland gefährdet die Systemsicherheit", betont die Bundesnetzagentur mit Blick auf andere konventionelle Kraftwerke.

    Die Netto-Stromexporte stiegen im Winter um 92 Prozent an. Lagen sie im Winter 2011/12 noch bei 10,9 Terawattstunden (TWh), so kletterte sie im Winter 2012/13 auf 20,8 TWh. Ein Problem bleiben teils deutliche Bilanzkreisabweichungen, besonders zwischen Weihnachten und Neujahr. Wenn zum Beispiel mehr Wind- und Solarstrom als nach der vorhergesagten Wetterlage erwartet produziert wird, kann parallel zu viel Strom in Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken produziert werden. Dies wiederum kann zu negativen Strompreisen und einer Abgabe des Stroms unter Wert an ausländische Versorger führen./ir/DP/he

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Heute im Fokus

DAX schließt höher -- Dow Jones am Ende im Plus -- Sparkassen kassieren am Automaten ab -- Biotest spricht mit Chinesen über Zusammenschluss -- Nordex, Deutsche Bank, SMA Solar, Commerzbank im Fokus

Volkswagen erzielt im Abgasskandal Vergleich mit US-Bundestaaten. AURELIUS-Aktie springt hoch. US-Wirtschaft wächst etwas stärker als gedacht. Wohl kein Aktienrückkaufprogramm der Deutschen Börse. Inflation in Deutschland sinkt deutlicher als erwartet. HHLA-Aktie bricht nach Gewinnwarnung ein. IPO von IBU-Tec geglückt.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

Hier macht Arbeiten Spaß
Die besten Arbeitgeber weltweit
KW 12: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 12: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Der bayerische Handelsverband rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Lebensmittelverkäufe über das Internet. Wäre das auch was für Sie?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
AURELIUS Equity Opp. SE & Co. KGaAA0JK2A
Deutsche Bank AG514000
CommerzbankCBK100
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
Nordex AGA0D655
BayerBAY001
Apple Inc.865985
Allianz840400
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
Siemens AG723610
BMW AG519000
SAP SE716460