24.01.2013 17:14
Bewerten
 (1)

Kritiker sehen 'Rechenfehler' bei Rente

Ministerium widerspricht
Die Diskussion um das sinkende Rentenniveau wird möglicherweise mit falschen Zahlen geführt.
Das durchschnittliche Rentenniveau vor Steuern liege derzeit nicht bei den offiziell ausgewiesenen 49,6 Prozent des Nettoeinkommens, sondern bei knapp 52 Prozent, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Die aktuelle Berechnung enthalte "einen grundsätzlichen Fehler".

Das von der Deutschen Bank getragene Institut beruft sich auf Feststellungen des Finanzmathematikers und Autors von Alterssicherungs-Studien, Werner Siepe. Das zuständige Bundesarbeitsministerium wies den Vorwurf zurück.

Siepe kritisiert die Methode zur Berechnung des verfügbaren Durchschnittsentgelts und der Sozialbeitragsquote. "Die Beiträge zu den Sozialversicherungen werden (...) in Relation zum Bruttoentgelt aller abhängig Beschäftigten gestellt, einschließlich der Beamten. Beamte zahlen aber keine Beiträge in die Sozialversicherungssysteme."

Daher liege "die gesamtwirtschaftliche Sozialbeitragsquote mit etwa 17 Prozent niedriger als die tatsächliche Abgabenquote der Arbeitnehmer von rund 20 Prozent." Dies führe zu Ergebnissen, die mit den tatsächlichen Verhältnissen der Rentner nicht übereinstimmten.

Das Ministerium erwiderte: "Ein Rechenfehler liegt nicht vor." Die Berechnung des Sicherungsniveaus vor Steuern erfolge nach geltendem Recht auf Basis der amtlichen Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Diese erfassten "die tatsächlich gezahlten Beiträge zur sozialen Sicherung". Derzeit sieht das Gesetz ein Eingreifen der Bundesregierung vor, wenn das Rentenniveau auf 43 Prozent sinkt.

BERLIN (dpa-AFX)

Bildquellen: Kurhan / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?
  • Riester
  • Rente
  • LV
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Rentenversicherung

Heute im Fokus

DAX fester -- Dow fest -- Zalando springen dank Gewinnhoffnungen über Ausgabepreis -- HP mit weniger Umsatz und Gewinn -- Apple auf Rekordwert -- Twitter im Fokus

USA "besorgt" über mögliche Aufspaltungspläne in der EU gegen Google. Deutsche Bank: Wachstum und Euroschwäche treiben DAX 2015 zu neuen Rekorden. Danone erwägt wohl Verkauf des milliardenschweren Yakult-Anteils. Gesellschafterwechsel bei Burger-King-Franchisenehmer.
20 Dinge, die man für 561 Milliarden Euro kaufen könnte

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Wenn Zukunft Gegenwart wird

Umfrage

Der milliardenschwere "Soli" soll nach dem Willen von Rot-Grün ab dem Jahr 2020 auch den Ländern und Kommunen im Westen Deutschlands zugutekommen. Was halten Sie von diesem Vorhaben?

Anzeige