21.11.2012 18:00
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Schroder Property-Chef: "Deutschland droht keine Immobilien-Blase"

Die Bundesbank hat zum ersten Mal vor rasant steigenden Immobilienpreisen in Ballungszentren gewarnt
Nachgehakt bei...
Der Chef des Immobilieninvestors Schroder Property, Michael Ruhl, sieht in Deutschland keine Immobilienblase - wohl aber steigende Preise und Mieten. Worauf Käufer achten sollten.
€uro am Sonntag

von Markus Hinterberger, Euro am Sonntag

Die Bundesbank hat zum ersten Mal vor rasant steigenden Immobilienpreisen in Ballungszentren gewarnt. Allein im vergangenen Jahr sind in den sieben größten deutschen Städten die Preise um neun Prozent gestiegen. Warum Deutschland dennoch keine Immobilienblase droht und wie Käufer vorgehen sollten, erklärt Michael Ruhl.

€uro am Sonntag: Herr Ruhl, in vielen Regionen steigen die Preise viel stärker als die Mieten. Droht Deutschland nun eine Immobilienblase?
Michael Ruhl:
Das glaube ich nicht. Die Bundesbanker sehen die Situation aus der Perspektive der niedrigen Zinsen. Diese verführen dazu, sich eine Immobilie zu kaufen, obwohl man es sich nicht leisten kann. Die so erhöhte Nachfrage führt zu steigenden Preisen, die nicht nachhaltig sind. Das könnte zu Blasen führen.

Aber hierzulande müssen Käufer mindestens 20 Prozent Eigenkapital mitbringen.
Richtig. Daher zieht das Argument nicht.

Viele ziehen Parallelen zum Ausland. Überzeugt Sie das nicht?
Diese Vergleiche hinken. Deutschland wird viel zu oft mit den USA und Groß­britannien verglichen. Dort mietet man nicht, sondern kauft und spekuliert, dass man bei einem Umzug das Haus oder die Wohnung zu einem höheren Preis wieder verkaufen kann, um damit auch seine Schulden zu tilgen. Das geht gut, solange die Preise steigen. Fallen sie aber, kann so etwas herauskommen wie die US-Immobilienkrise. Deutsche kaufen in der Regel nur einmal im Leben ein Eigenheim. Die Frage, ob diese Immobilie an Wert zunimmt, ist zweitrangig.

Wie lange werden die Preise hierzulande noch steigen?
Solange die deutsche Wirtschaft im Verhältnis zum Rest der EU besser läuft, wird Geld aus dem Ausland kommen und die Nachfrage in den Metropolen und Zuzugsregionen noch weiter treiben.

Und was machen die Mieten?
Die werden auch steigen. Wohnen ist hierzulande noch sehr günstig. Zudem wollen Investoren, die teuer gekauft haben, Rendite in Form hoher Mieten sehen — und das werden sie in den genannten Regionen.

Worauf sollten Käufer achten?
Wer das Objekt vermieten will, sollte schauen, dass er nicht viel mehr als das 20-Fache der Jahresmiete zahlt. Dann dauert es, grob gesagt, 20 Jahre bis sich das Investment rechnet. Mehr zahlen nur sehr langfristig orientierte Anleger oder solche, die auf steigende Preise hoffen.

Bildquellen: zstock / Shutterstock.com
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