28.10.2012 12:00
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Private Vorsorge als Königsweg

Volkswirte beurteilen von der Leyens Rentenpläne kritisch
Ökonomen-Barometer
Ökonomen-Barometer: Volkswirte beurteilen von der Leyens Rentenpläne kritisch.
€uro am Sonntag

von Wolfgang Ehrensberger, Euro am Sonntag

Deutschlands führende Ökonomen haben sich mehrheitlich gegen die Pläne ausgesprochen, im Kampf gegen die drohende Altersarmut die Renten für Geringverdiener aufzustocken. Lediglich 37 Prozent der im Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag und dem Nachrichtensender n-tv befragten Volkswirte sind demnach für entsprechende Pläne von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Gegen die Nutzung des Rentensystems zur Sicherung einer Grundversorgung im Alter votierten 59 Pro­zent der Teilnehmer in der Oktober-Umfrage. Auf diese Weise kämen sonst Leute zu einer Rente, die nie nennenswert zum Sozialsystem beigetragen hätten und nicht einmal ihr Vermögen aufbrauchen müssten. So kritisierte Bruno Schönfelder von der TU Freiberg den von-der-Leyen-Vorschlag. Lutz Arnold von der Uni Regensburg verweist darauf, dass der Ansatz „völlig kontraproduktiv und absurd“ sei, weil so Geringverdienern „jeglicher Anreiz zu privater Altersvorsorge genommen“ werde. Aloys Prinz von der Uni Münster schlägt vor, Altersarmut mit den vorhandenen und wesentlich effizienteren Instrumenten der Sozialpolitik zu bekämpfen und nicht über die gesetzliche Rentenversicherung.

Auf die Frage, wie die Finanzierungslücke im deutschen Rentensystem denn mit Blick auf die demografische Entwicklung grundsätzlich geschlossen werden sollte, gab es keinen mehrheitlichen Trend bei den Antworten. Der größte Block mit immerhin 35 Prozent sprach sich für die private Vorsorge als Hauptbeitrag aus. 13 Prozent sahen in der Absenkung des Rentenniveaus den richtigen Weg, elf Prozent empfahlen höhere Steuern, sieben Prozent höhere Rentenbeiträge. Nur fünf Prozent sehen in einer Umverteilung innerhalb des Rentensystems selbst die Lösung.

„Wichtig wäre es, Kinder stärker zur Unterstützung ihrer Eltern im Alter zu verpflichten“, schlägt Ulrich van Suntum (Uni Münster) vor. Robert Schellhaaß (Uni Köln) schlägt eine Kombination aus höheren Beiträgen, niedrigeren Renten und einer höheren Eigenvorsorge vor.

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