aktualisiert: 13.08.2012 13:40
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Brokertest: Viel handeln, viel sparen

Mit einem Wechsel der Bank können Anleger bis zu 350 Euro im Jahr sparen
Onlinebanken im Test
€uro am Sonntag stellt die günstigste Direktbank für jeden Börsianertypus vor. Mit einem Wechsel können Anleger bis zu 350 Euro im Jahr sparen.
von Stephan Haberer, Euro am Sonntag

Exakt 8.869 Punkte hat Ashton Eaton gebraucht, um in London König der Leichtathleten zu werden. Nach zwei Tagen Quälerei in zehn Disziplinen trägt der Zehnkampfweltmeister nun auch olympisches Gold.
Das zeigt: Um absolute Topleistung zu bringen, muss alles stimmen: die Gesundheit, die körperliche und mentale Fitness und die Konkurrenz. Nur wenn das Feld so stark ist, dass jeder alles geben muss, um zu gewinnen, stehen am Ende wirklich überragende Leistungen.

Das ist beim olympischen Zehnkampf nicht anders als bei der Vielseitigkeitsprüfung der Onlinebroker, die €uro am Sonntag jährlich veranstaltet. Dafür ermittelte die Redaktion anhand von vier Musterkunden, wie viel Privatanleger für den Börsenhandel bei zehn großen Onlinebanken und neun kleineren Onlinebrokern zahlen müssen.

Während in London nur aufs Siegertreppchen kam, wer in zehn Disziplinen möglichst viele Punkte sammelte, kommt bei uns nur nach ganz oben, wer möglichst wenig kassiert. Dafür wurden für jede Onlinebank in insgesamt 59 Punkten geprüft, welche Gebühren fällig werden.

Regeländerungen
Anders als beim Zehnkampf gab es beim Brokerwettstreit in diesem Jahr mehrere Regeländerungen. So ist es zwar bereits seit einigen Jahren in unserem Test üblich, auch die Kosten zu berücksichtigen, die der Broker dem Kunden von Dritten — etwa Börsen, Maklern, Clearing- und Verwahrstellen — weiterbelastet. Dumm nur, dass nicht alle Onlinebanken und -broker uns die Fremdkosten auch mitteilen. In diesem Fall wurde bisher unterstellt, dass die Fremdkosten dem Durchschnitt entsprechen. Diesmal dagegen berechnete die Redaktion den Verweigerern die höchsten gemeldeten Fremdkosten. Damit sich kein Anbieter einfach durch Verschweigen hoher Fremdkosten günstiger darstellen kann, als er tatsächlich ist.

Nächster wichtiger Punkt: Erstmals wurden auch Habenzinsen bei sofort verfügbaren Geldern berücksichtigt. So gibt es einige — meist kleinere — Anbieter, die generell keine Guthabenzinsen zahlen. Andere bieten Spitzenzinsen von 2,3 Prozent.

Für den Test wurde daher bei jedem der vier Musterkunden unterstellt, dass er durchschnittlich 90 Prozent seines Kapitals an der Börse investiert hat, die restlichen zehn Prozent hingegen auf dem zum Depot gehörenden Verrechnungskonto oder einem Tagesgeldkonto des Brokers liegen.

Befristete Sonderzinsaktionen oder höhere Zinsen für Neukunden blieben unberücksichtigt. Auch die Sollzinsen für Wertpapierkredite blieben außen vor. Anders als bisher haben wir den Brokern in den meisten Fällen nicht mehr vorgegeben, an welcher Börse ein Trade stattfinden soll. Dem Kunden ist wichtig, dass er bei seinem Broker mit Optionsscheinen oder Anleihen handeln kann — und was ihn dies kostet.

Letzte wichtige Änderung: Bisher konnte nur in die Gesamtwertung kommen, wer sämtliche Tradingwünsche aller Musterkunden erfüllte. Ab diesem Jahr werten wir nur noch die drei besten Platzierungen.
Wie bisher blieb dagegen unsere Einteilung in große und kleinere Anbieter bestehen. Hintergrund hier: Kleinere Anbieter (deren Ergebnisse in der nächsten Ausgabe folgen) sind entweder relativ neu am Markt oder haben sich auf bestimmte Segmente spezialisiert, sodass sie oft nicht alle Tradingmöglichkeiten abdecken, die unsere Musterkunden benötigen, dafür aber in ihren Spezialdisziplinen besonders gut sind.
Testsieger große Direktbanken (pdf)

Ergebnisse im Detail
Da ist zum einen die Disziplin „Aktiver Trader“. Der handelt relativ häufig, ist an US-Börsen aktiv und setzt auf Optionsscheine ebenso wie auf Anleihen, DAX-Aktien und Zertifikate. Insgesamt kommt der Aktive Trader mit seinen 30 unterschiedlichen Trades im Quartal bei der 1822 direkt mit 361,23 Euro am besten weg, gefolgt von Cortal Consors (388,26 Euro) und Maxblue (406,22 Euro). Die Guthabenzinsen wurden dabei bereits berücksichtigt.

Beim normalen „Trader“, der im Vierteljahr sechsmal mit DAX- und Nebenwerten sowie Fonds in unterschiedlichen Volumina handelt und zudem einen monatlichen Fondssparplan eingerichtet hat, liegt die DKB Bank mit Kosten von 48,82 Euro im Quartal auf Platz 1 vor der ING-DiBa (54,67 Euro) und der 1822 direkt (57,37 Euro). Wobei das Angebot der DKB in Sachen Fondssparplänen mit insgesamt neun äußerst dünn ist.

Der „Sparplan-Kunde“ der hauptsächlich automatisiert via Fonds-, Zertifikaten und/oder ETF-Sparplan anlegt sowie gelegentlich DAX-Titel ordert, kommt mit vierteljährlichen Kosten von 14,68 Euro wieder bei Cortal Consors am günstigsten weg. Auf Platz 2 folgt S-Broker mit Kosten von 15,43 Euro. Für die ING-DiBa reicht es hier für Platz 3 (18,18 Euro).

Der „Investor“ kauft die Titel, um sie lange zu halten. Er nennt ein Depot von 250.000 Euro sein Eigen und tradet nur zweimal im Quartal. Bei ihm sorgen die Guthabenzinsen dafür, dass er bei der DKB Bank sogar noch 71,72 Euro je Quartal rausbekommt — Platz 1. Beim Zweitplatzierten, der ING-DiBa, müsste er gerade mal 4,75 Euro zahlen. Und beim Dritten, Cortal Consors, 14,97 Euro.

Und das Gesamtergebnis? Hier werden anders als in den Vorjahren nur die drei besten Plätze berücksichtigt. Dennoch schaffen es zwei Anbieter nicht in die Gesamtwertung. Die DKB Bank patzt bei zwei Musterkunden — dem Aktiven Trader und dem Sparplaner. Die Targobank kann keinem der vier Musterkunden alle Wünsche erfüllen. Die ING-DiBa hingegen profitiert am meisten vom Streichergebnis. Da sie nur beim Aktiven Trader patzt, schafft sie es mit zwei zweiten und einem dritten Platz in die Gesamtwertung und kommt dort vor der 1822 direkt (je einmal Platz 1, Platz 3 und Platz 5) immerhin auf den zweiten Rang. Auf Platz 1 bei den großen Onlinebrokerage-Anbietern schafft es Cortal Consors mit einem ersten, einem zweiten und einem dritten Platz.
Die günstigsten Online-Broker im Vergleich (pdf)

Bildquellen: iStock/assalve
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