aktualisiert: 05.09.2012 13:01
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Privat krankenversichert: Aller Anfang ist leicht

Private Krankenversicherung
Viele ­Billigtarife für Einsteiger in die Private Krankenversicherung sind oftmals Lockangebote. €uro am Sonntag zeigt, wo das Preis-Leistungs-Verhältnis besser ist.
€uro am Sonntag

von Martin Reim, Euro am Sonntag

Das Angebot sieht verlockend aus: „Private Krankenversicherung: Bestens versichert bereits ab 33 Euro!“ ist auf einem Internetbanner zu lesen. Einen Klick weiter ist der Nutzer auf einem Vergleichsportal mit Sitz im englischen Birmingham gelandet. Selbstständige können sich ausrechnen lassen, wie sie am günstigsten zum privaten Versicherungsschutz kommen.

Doch anders als Auto- oder Haftpflichtpolicen sind private Krankenversicherungen (PKV) eigentlich nichts für den Onlinekauf. Verbraucherschützer und andere Experten halten sie für die beratungsintensivste Versicherung überhaupt. Doch so genau analysieren potenzielle Kunden die Tarife nicht. Manch ein PKV-Unternehmen erzielt bis zu 80 Prozent seines Neugeschäfts mit Einsteigertarifen. „Ich halte das für ein Unding“, sagt Michael Franke. Geschäftsführer des Versicherungsanalysehauses Franke und Bornberg. „Da müsste eigentlich fett ein Risikostempel draufgeklebt werden. Stattdessen werben immer noch viele Vermittler aggressiv um Kunden, unter anderem über das Internet.“

Löcher beim Zahnersatz<br> Die Billigangebote seien fast immer mit erheblichen Leistungseinschränkungen verbunden: Gespart werde beispielsweise an Psychotherapien, Krankentransporten, Heilpraktikerleistungen oder dem Zahnersatz. Der Schutz sei oft schwächer als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Hat ein Kunde solch eine Police, erhält er keine oder nur eine anteilige Erstattung von seiner Krankenversicherung und bleibt womöglich auf erheblichen Kosten sitzen.

Allerdings findet nach Frankes Beobachtung in der Branche gerade ein Umdenken statt: „Qualitätsmerkmale sollen mehr in den Vordergrund rücken und Lücken im Leistungskatalog geschlossen werden.“

Überzeugende Einsteigertarife bieten seiner Ansicht nach in wichtigen Versorgungsbereichen eine — wenn auch eingeschränkte — Grundleistung an. „Trotzdem sollte ein Abschluss genau geprüft und der spätere Wechsel in einen höherwertigen Tarif von vornherein fest eingeplant werden.“

Franke und Bornberg hat exklusiv für €uro am Sonntag zehn empfehlenswerte Einsteigertarife herausgefiltert. Voraussetzung für die Aufnahme in die Tabelle ist, dass der Tarif mindestens das Rating „FF–“ bekommt, was für „befriedigend“ steht. Wichtig: In das Rating fließen lediglich die tariflichen Leistungen ein, nicht jedoch die Prämienhöhe.

Die beiden empfehlenswertesten Tarife stammen von der AXA und der Nürnberger. Sie erreichen als einzige die Note „FF“. Preislich am günstigsten ist das Angebot der Hanse Merkur.
Empfehlenswerte Einsteigertarife in der privaten Krankenversicherung (pdf)

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