27.07.2013 03:00
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Privatrente: Vorsicht, Zinswüste!

Richtig vorsorgen fürs Alter
Teuer, unflexibel und renditeschwach: Lebensversicherungen sind ins Gerede gekommen. Zu Recht. Wer fürs Alter vorsorgen will, sollte in der Regel keine Police abschließen. Daran ändern auch neue Produkte nichts.
€uro am Sonntag

von Martin Reim, Euro am Sonntag

Stellen Sie sich vor, in einem Landstrich ist Trockenheit ausgebrochen und das Wasser wird knapp. Zugleich ist das Nass ungleich verteilt: Wer schon länger da ist, dem ist bis zum Lebensende eine genügende Menge garantiert. Neuankömmlinge müssen sich mit kümmerlichen Resten bescheiden — und darauf hoffen, dass die Trockenzeit irgendwann endet und Regen die Reservoirs auffüllt.

Würden Sie gern in solch einer Wüste leben? Wahrscheinlich nicht. Vor allem, wenn es Regionen mit besserem Klima gibt.
Diese Landschaftsbeschreibung steht für die private Rentenversicherung klassischer Art. Bis Ende der 90er-Jahre, als die Anleiherenditen hoch waren und die Aktienkurse stiegen, gab es regelmäßig einen warmen Geldregen. Doch anschließend verwüstete erst der Börsencrash die Bilanzen der Versicherer, dann schlug das weltweite Zinstief zu.

Ein Ende der Trockenzeit ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Die Kapitalanlagen der Unternehmen sind größtenteils in festverzinslichen Papieren investiert. Je länger das Zinstief dauert, desto mehr Titel laufen aus, die noch einen relativ hohen Kupon haben — ein weiteres Sinken des Wasserstands ist vorgezeichnet.

Allerdings sorgen die Versicherer als Verwalter des Landstrichs dafür, dass ein bestimmtes Mindestniveau an Fruchtbarkeit herrscht — in Form des sogenannten Garantiezinses. Er gilt für die gesamte Laufzeit einer Police und beträgt für manche Altverträge vier Prozent pro Jahr. Das klingt großzügiger, als es ist. Denn die Zahl bezieht sich lediglich auf den sogenannten Sparanteil, also Einzahlungen minus Kosten. Auf die tatsächlichen Beiträge gerechnet sind das, je nach Laufzeit des Kontrakts, zwischen 2,6 und 3,3 Prozent.

Katastrophenmeldungen
Noch schlechter sieht es für Neuverträge aus. Hier liegt der Mindestzins derzeit bei 1,75 Prozent. Angesichts des unverändert hohen Kostenblocks bedeutet das pro eingezahltem Euro oft nur eine jährliche Rendite im Nachkommabereich. Wer einen Sparplan bei einer Bank abschließt, hat bei geringerer Laufzeit wesentlich bessere Ergebnisse. In diesen Gegenden ist also der garantierte Pegel erstmals höher.

Zur Ehrenrettung der Versicherer sei gesagt: Bislang gab es üblicherweise einen kräftigen Zusatzguss aus der Zinskanne — die sogenannte Überschussbeteiligung. Wenn sie für ein bestimmtes Jahr zugesagt ist, ist sie dem Kunden nicht mehr zu nehmen. Doch auch hier gibt es Katas­trophenmeldungen. Für viele Vierprozenter fiel der Aufschlag zuletzt flach. Und bei Neuverträgen gibt es für 2013, inklusive Garantiezins, gerade mal eine Gesamtverzinsung von 3,61 Prozent.

Auf den Sparanteil gerechnet sind das bei zwölf Jahren Laufzeit ungefähr 2,5 Prozent. Das sind Durchschnittszahlen, bei schlechten Anbietern kann es noch weniger sein. Für 2014 sagt der Finanz-Wetterbericht voraus, dass die Wahrscheinlichkeit von wohltuenden Niederschlägen weiter abnimmt.

Besonders schlimm: Um die Policen mit hohen Garantien auch langfristig bedienen zu können, müssen die Gesellschaften ein zusätzliches Polster namens Zinszusatzreserve anlegen. Das hat ihnen die Finanzaufsicht Bafin auferlegt und drückt die Renditen neuer Verträge zusätzlich. Wer also neu in die Gegend kommt, muss einiges von seinem knappen Wasser an die angestammten Bewohner abgeben.

So weit das Wüsten-Bild. Die Renditeprobleme sind den potenziellen Kunden nicht verborgen geblieben, der Absatz von privaten Rentenpolicen ist im vergangenen Jahr um mehr als fünf Prozent gesunken. Zugleich leiden die Versicherer selbst unter der Existenz von Garantiezinsen. Eine kommende EU-weite Richtlinie zum Eigenkapital namens Solvency II wirft ihre Schatten voraus. Dann müssen die Unternehmen immer mehr Mittel reservieren, die danach für rentierliche Investments nicht zur Verfügung stehen.

Die Anbieter versuchen gegenzusteuern. Im Korsett des gesetzlichen Garantiezinses ist es den Versicherern kaum möglich, nennenswerte Bestände an Aktien aufzubauen. Denn um jedes Jahr positive Renditen zu erzielen, sind Aktien ungeeignet. Doch zeigt die historische Erfahrung, dass über längere Fristen nur via Börse ansehnliche Gewinne zu erzielen sind. Zugleich sind die Versicherer selbst an besseren Ergebnissen interessiert, weil sie einen Teil davon für sich verbuchen können.

Lösung: Neue Produkte weichen das bestehende Garantiemodell auf. Branchenführer Allianz startete am 5. Juli seine Produktlinie „Perspektive“, bei der in der Einzahlungsphase nur zeitweise der aktuelle Garantiezins gilt. Zu Rentenbeginn ist lediglich der Erhalt des eingezahlten Kapitals garantiert.

Zum Ausgleich für diese Nachteile gibt es, ohne gesetzlichen Anspruch, eine höhere Überschussbeteiligung. Für Verträge, die dieses Jahr geschlossen werden, sollen es jährlich 0,1 Prozentpunkte fest zugesagt plus 0,2 Prozentpunkte jederzeit widerrufbar sein. In der Rentenphase greift der dann gültige gesetzliche Garantiezins.

Allianz und Ergo reagieren
Diese Konstruktion kommt bei Axel Kleinlein, Versicherungsmathematiker und ehemals bei der Allianz an­gestellt, nicht gut weg: „Mit der ‚Perspektive‘ erkauft sich der Kunde die Hoffnung auf eine geringfügig höhere Überschussbeteiligung, indem die ­garantierte Verzinsung stark geschwächt wird.“ Außerdem sei aus den Vertragsbedingungen nicht ersichtlich, ob die angesammelten Überschüsse tatsächlich die Rente erhöhen.

Ähnlich, was den Garantiezins betrifft, funktioniert die gleichfalls neue „Ergo Rente Garantie“ von Ergo, der Nummer 6 am Markt. Der heutige Garantiezins von 1,75 Prozent gilt nur für die Auszahlungsphase. Bis zum Ende der Ansparphase ist lediglich der Kapitalerhalt garantiert — und das auch nur, wenn der Vertrag mindestens 15 Jahre läuft. Bei kürzeren Fristen drohen Abschläge. Überschussbeteiligungen gibt es erst in der Auszahlungsphase. Davor profitiert der Kunde von den Erträgen von Fonds aus dem Hause der Konzernmutter Munich Re, in die Ergo das Geld der Kunden steckt.

„Bei Kosten und Kalkulation hebt sich das Produkt im Rentenbezug von so manchem Konkurrenten deutlich positiv ab“, sagt Kleinlein. Unterm Strich bleibe dennoch eine insgesamt schwache Renditeerwartung und eine intransparente Garantiekonstruktion. Kleinleins Fazit für die Neuerungen bei Allianz und Ergo lautet: „für die Altersvorsorge nicht geeignet.“

Die neuen Angebote von Allianz und Ergo ähneln in der Einzahlungsphase fondsgebundenen Policen, die es bereits massenhaft am Markt gibt und die allesamt keinen gesetzlichen Garantiezins anbieten. Stattdessen existiert eine Vielzahl von Garantien, etwa für die eingezahlten Beiträge.

Gemeinsam sind Fondspolicen im wesentlichen zwei Dinge: Erstens fließt ein mehr oder minder großer Teil des Geldes in externe Fonds. Zweitens produzieren die meisten Produkte enorme Kosten. Vor allem aus diesem Grund werden sie auf breiter Front kritisiert: „teuer und unflexibel“ (Peter Sachs, vereidigter Sachverständiger für private Finanzplanung), „intransparent“ (Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg), „für Verbraucher regelmäßig nachteilig“ (Merten Larisch, Verbraucherzentrale Bayern).

Zinseszins wirkt schwächer
Doch auch die konventionellen Lebensversicherungen sind nicht gerade billig. Schon die Abschlusskosten liegen oft bei vier Prozent der vereinbarten Beitragssumme. Weil diese Gebühren schon am Anfang in kompletter Höhe auflaufen, wird der Zinseszinseffekt enorm geschwächt. Dessen Basis sollte ja in den ersten Jahren besonders breit sein, aber gerade dann ist wenig im Topf.

Immerhin müssen die Abschlusskosten über die ersten fünf Jahre der Vertragslaufzeit verteilt sein, wenn eine Police vorzeitig zurückgegeben wird. Und das ist gut so, denn Schätzungen zufolge werden etwa die Hälfte aller Verträge vorzeitig gekündigt. Dann werden herbe Abschläge fällig.

Auf der anderen Seite haben Versicherungen klare steuerliche Vorteile gegenüber vielen anderen Investments. Bei Fonds beispielsweise sind Zinsen, Dividenden oder Gewinne aus Wertpapierverkäufen jährlich mit der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent belegt, plus Solidaritätszuschlag und eventuelle Kirchensteuern. All dies wird sofort fällig. Bei Rentenversicherungen fallen während der gesamten Einzahlungsphase keine Steuern auf die Erträge an, weshalb der Zinseszins­effekt stärker wirken kann.

Bei der Auszahlung in Rentenform wird nur ein — vom Alter abhängiger und gesetzlich definierter — Ertragsanteil mit dem persönlichen Steuersatz belegt. Dieser Ertragsanteil ist meist niedriger als der Anteil der tatsächlichen Erträge.

Nachjustieren unerlässlich
Doch sollten die Steuervorteile allein nicht dazu verführen, jetzt eine private Rentenversicherung abzuschließen. Wer finanziell aktiv ist, kann stattdessen das Portfolio eines Lebensversicherers im Groben nachbauen — mit Aktien und Renten als Basisinvestments. Vorteil: Man kann den gesetzlichen Fesseln der Branche entfliehen und insbesondere in jüngeren Lebensjahren stärker auf Aktien setzen. Die regelmäßige Einzahlung lässt sich am besten über Fondssparpläne darstellen. Wer es besonders preisgünstig haben will, greift zu Indexfonds (ETFs), die einem Börsenbarometer wie dem DAX nachgebaut sind.

Wichtig ist, die Investments nachzujustieren: Mit zunehmendem Alter sollte von Aktien immer stärker in festverzinsliche Papiere umgeschichtet werden, damit ein Kurssturz kurz vor der Pensionierung nicht alles kaputtmacht. Es gibt eine elegante Möglichkeit, dieses Umschichten den Fondsgesellschaften zu überlassen. Möglich ist dies beispielsweise über Riester-Fondssparpläne. Viele schichten automatisch um, etwa die „Toprente“ der DWS oder die „Uniprofirente“ von Union Investment.

Nicht abschrecken lassen sollte man sich von den relativ geringen Sparsummen, die beim Riestern staatlich gefördert werden. Man kann bei den Riester-Kontrakten ungefördert beliebig viel einzahlen, oder gar einen gänzlich ungeförderten Vertrag abschließen.

Fazit: Viele gute Gründe sprechen dagegen, jetzt eine Lebensversicherung zu kaufen. Das kann in einigen Jahren wieder anders aussehen. Wenn die Anleiherenditen und möglicherweise auch der Garantiezins wieder steigen, könnte man durchaus darüber nachdenken, wieder eine Lebensversicherung zu kaufen. Bis dahin sollte man andere Anlagegegenden ansteuern.

Allerdings kann für einige Kundengruppen ein Abschluss trotz allem empfehlenswert sein — sei es für den fitten Senior oder den Zinspessimisten.

Lesen Sie nächste Woche, wie Sie Ihre eigene Lebensversicherung am besten nachbauen.

Für wen es sich trotzdem lohnen kann
Spekulieren auf ein langes Leben oder Abneigung
gegen Vorsorgestress ­— die fünf Vorsorgetypen

Der Faule
Wer das Beste für seine persönlichen Finanzen herausholen will, hat es nicht einfach. Den höchsten Zins auf Spareinlagen bekommt man eher, wenn man die Bank häufig wechselt. Die besten Aktien, Zertifikate, Anleihen und Fonds sind auf eigene Faust meist erst durch langwierige Vergleiche zu finden. Oder man nutzt Fachmedien, doch auch die kosten Zeit und Geld. Und wer sich einmal für ein bestimmtes Investment entschieden hat, muss dranbleiben. Finanzmärkte drehen, Unternehmen übertreffen oder enttäuschen die Erwartungen, ganze Anlageklassen entstehen neu (Zertifikate) oder geraten in schwere Turbulenzen (Staatsanleihen). Auch die eigenen Lebensumstände können sich ändern, durch Heirat und Scheidung, Kinder und Hausbau. Und mit zunehmendem Alter sollte man seine Investments umschichten — weg von risikobehafteten Investments, hin zu sicheren.
Wer das alles zu anstrengend findet und trotzdem etwas für seine Altersvorsorge tun will, kann eine klassische Rentenversicherung abschließen. Dann sind ihm alle Entscheidungen abgenommen, die Unternehmen verwalten das Vermögen in Eigenregie. Allerdings sollte die Trägheit nicht so weit führen, auch bei der Anbieterwahl fünfe gerade sein zu lassen; die Renditeunterschiede sind groß. Eine erste Idee, wo es gute Verträge gibt, zeigt der Kasten rechts.

Der Geförderte
Vater Staat fördert die private Altersvorsorge auf verschiedene Arten. Gemeinsamkeit: Vor Rentenbeginn gibt es etwas zusätzlich, anschließend greift der Fiskus zu. Kalkül dahinter: In der Rente ist die Steuerbelastung üblicherweise niedriger, sodass sich das Geschäft per Saldo für den Sparer lohnt.
Bei jedem dieser Wege sind Versicherungen dabei. Riestern kann sich vor allem lohnen für Geringverdiener und Kinderreiche (wegen der Zulagen) und für Gutverdiener (wegen der Steuerersparnis). Alternativen sind Fonds- und Banksparpläne oder Bausparer. Nachteil: Durchs Riestern allein lassen sich nur geringe Summen aufbauen. Selbstständige ohne einen Ehepartner, der irgendwo sozialversicherungspflichtig angestellt ist, dürfen nicht Riestern. Ihnen bleibt als einziger subventionierter Weg eine Rürup-Rente. Diese ist auch überlegenswert für alle, die kurz vor dem Ruhestand noch eine umfängliche geförderte Altersvorsorge aufbauen wollen. Es gibt keine Zulagen, sondern nur Steuervorteile. Rürup-Verträge gibt es auch als Fondssparpläne. Nachteil: extrem strenge Regeln.
Die sogenannte Entgeltumwandlung ist, von Spezialfällen abgesehen, ausschließlich via Versicherungen möglich. Sie ist der wichtigste Zweig der betrieblichen Altersversorgung für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Hier winken steuer- und ­sozialabgabenfreie Einzahlungen. Nachteil: kompliziertes Verfahren bei einem Wechsel des Arbeitgebers.

Der fitte Senior
Um Kapital fürs Alter anzusammeln, sind Versicherungen derzeit keine gute Idee. Doch haben die Policen einen unschlagbaren Vorteil: Sie garantieren eine Auszahlung bis zum Tod, egal wie lange das Leben dauert. Bei allen anderen Investments wird entweder etwas übrig bleiben oder zu wenig da sein. Deshalb kann, wer in den Sechzigern oder Siebzigern ist und nennenswerte finanzielle Reserven hat, über eine solche Versicherungslösung nachdenken.
Bei einer sogenannten Rente gegen Einmalbeitrag zahlt man das Guthaben auf einen Schlag ein und die Rente fließt sofort oder — wenn gewünscht — erst einige Jahre später. Allerdings sollte man vorher, so hart das auch klingen mag, seine wahrscheinliche restliche Lebenszeit kalkulieren. Wer sich gesund fühlt und langlebige Vorfahren hat, für den sind die Aussichten auf eine lange Rentenzeit besser.
Wichtig: Es gibt Altersgrenzen für neue Policen. Beispielsweise akzeptiert Marktführer Allianz nur Kunden für Rentenversicherungen bis zum 80. Lebensjahr. Und die Auszahlung muss in den meisten Fällen mit dem 85. Lebensjahr beginnen.

Der Zinspessimist
Seit 1995 liegen die Leitzinsen in Japan unter einem Prozent. Mittlerweile sind auch die Sparrenditen in Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt auf ähnlich niedrigem Niveau. Wer glaubt, dass dieser Zustand noch lange anhält, ist mit klassischen Rentenversicherungen wohl besser bedient als mit Sparbuch oder Banksparplänen. Denn bei den Policen ist immerhin ein Mindestzins garantiert. Er beträgt für neue Kontrakte 1,75 Prozent auf den Sparanteil, also auf Prämien minus Kosten. Bei langen Laufzeiten bedeutet das eine Rendite von etwa einem Prozent pro eingezahltem Euro. Das ist besser als nichts, können Zinspessimisten sagen.
Aber Vorsicht: Mickerzinsen können auf lange Sicht die Existenz von Lebensversicherern gefährden. In Japan krachten Anbieter reihenweise zusammen. Und die deutsche Finanzaufsicht Bafin warnte bereits, dass es für das schwächste Fünftel der Branche ab 2018 eng werden könnte. Eine Tabelle der stabilsten Anbieter finden Sie unter:

www.finanzen.net/finanzenverlag/lv-test

Der Verschwender
Das wohl bekannteste Beispiel für Selbstbindung ist Odysseus. Er kam auf seinen Irrfahrten an den Inseln der Sirenen vorbei und wusste, dass sie mit ihrem Gesang Seeleute anlocken und töten. Deshalb ließ sich der antike Held am Mast festbinden und befahl seiner Mannschaft, sich die Ohren mit Wachs zu verschließen, sodass sie weder die Sirenen noch seine Bitten um Losbinden hören.

Was lehrt uns das? Manch einer weiß von sich, dass er sein Geld lieber ausgibt als spart, wenn es einfach so auf dem Konto herumliegt. Um dennoch etwas fürs Alter zurückzulegen, sollte er sich durch einen Vertrag selbst binden — möglichst lange und mit möglichst hohen Kosten bei einer Kündigung. Beides trifft auf private Rentenversicherungen zu. Die Laufzeiten können Jahrzehnte betragen. Und bei einer Kündigung gibt es erhebliche Abschläge. So bleibt insbesondere in den ersten Vertragsjahren kaum etwas vom Eingezahlten übrig. Und es gibt zumeist nur dann eine Chance auf die sogenannten Schlussüberschussanteile, wenn man die Police bis zum Ende durchhält.

Für alle, die schon vor einiger Zeit einen Vertrag abgeschlossen haben, lohnt sich Dabeibleiben noch aus einem weiteren Grund: Bei alten Verträgen beläuft sich der garantierte Zins auf maximal vier Prozent. Das sollte man nicht leichtfertig aufgeben.

Ranking
Die besten Anbieter

Wer eine gute Lebensversicherung sucht, kann die unten stehenden Tabellen als Anregung nehmen. Die erste Tabelle gibt an, wer in Zukunft am meisten Ausschüttung erwarten lässt. Das zeigt die tatsächliche Leistungsfähigkeit, allerdings beruht die Kalkulation auf den aktuellen Finanzdaten; bei weiter sinkenden Zinsen werden die tatsächlichen Auszahlungen niedriger liegen. Die zweite Tabelle verdeutlicht, welcher Anbieter in den vergangenen 30 Jahren am meisten Rendite gebracht hat. Das weist auf langfristige Solidität hin, hat allerdings den Nachteil, dass wegen der langen Laufzeit viele aktuelle Anbieter nicht enthalten sind.

Vorsicht: Die Berechnungen, die vom Finanzinformationsdienst map-report stammen, basieren auf Kapitallebensversicherungen; das sind Rentenpolicen kombiniert mit einer Auszahlung im Todesfall. Grund: Rentenversicherungen waren vor 30 Jahren noch nicht breit im Markt etabliert. Jedoch zeigen Stichproben, dass die Renditen bei beiden Produkten zumindest in der Vergangenheit relativ gleich waren. Der Kostenvorteil der Rentenversicherungen wurde offensichtlich durch eine zurückhaltende Ausschüttungspraxis konterkariert. Allerdings steht in den Sternen, ob das auch in Zukunft so sein wird.

Bildquellen: Michael Staudinger / pixelio.de
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