05.04.2013 12:35
Bewerten
 (91)

Empörung über Steuerflucht - hartes Durchgreifen gefordert

Steueroasen: Empörung über Steuerflucht - hartes Durchgreifen gefordert | Nachricht | finanzen.net
Steueroasen
Nach den Enthüllungen über fragwürdige Geschäfte in Steueroasen geraten zunehmend auch beteiligte Banken unter Druck.
So drohte die Finanzaufsichtsbehörde BaFin bereits mit Konsequenzen: "Wenn wir (...) Anhaltspunkte haben, dass ein Institut systematisch gegen Steuerrecht verstößt oder dabei hilft, werden wir dies bankaufsichtlich untersuchen", sagte BaFin-Präsidentin Elke König am Freitag "Spiegel Online".

    Der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sprach sich dafür aus, Banken zur Kooperation mit den Steuerbehörden zu verpflichten. "Und eine Bank, die nicht kooperiert, verliert die Lizenz", sagte Eichel im Radiosender MDR Info.

    Der Bundesverband deutscher Banken bestritt eine Mitverantwortung der Geldinstitute. "In erster Linie sind es Privatpersonen und Organisationen, die ihr Geld in den Steueroasen anlegen", sagte Verbandspräsident Andreas Schmitz den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Freitag). Banken könnten bei diesen Transaktionen die Steuerehrlichkeit der Kunden nicht überprüfen, weil ihnen die Befugnisse dazu fehlten.

    Zuvor hatten die "Süddeutsche Zeitung" und der NDR über einen riesigen Datensatz berichtet, der 130 000 Steuerflüchtlinge aus mehr als 170 Ländern auflistet. Die Dokumente sollen zeigen, wie Superreiche ihr Geld in Steuerparadiesen vor dem heimischen Fiskus verstecken.

    Namentlich genannt wurde dabei unter anderen der 2011 gestorbene Multimillionär Gunter Sachs. Seine Anwälte bestreiten die Anschuldigungen, doch die Schweizer Behörden wollen die Vorwürfe prüfen. Die Finanzdirektion des Kantons Bern, wo Sachs von 2008 bis zu seinem Freitod im Mai 2011 gewohnt hatte, kündigte eine erneute Überprüfung seiner Steuererklärungen an.

    Sachs soll sein Vermögen in Steueroasen angelegt und dies möglicherweise bei den Finanzämtern nicht vollständig deklariert haben. Der Schweizer Nachrichtenagentur sda liegen nach eigenen Angaben Kopien von Dokumenten vor, "die belegen, dass Sachs ein anonymes Firmengeflecht auf den Cook-Inseln einrichten ließ". Seine Nachlassverwalter versicherten jedoch, Einkommen, Vermögen und Nachlass seien ordnungsgemäß deklariert worden.

    Unterdessen forderte der Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, eine bessere personelle Ausstattung der Finanzbehörden. Im RBB-Inforadio sagte er, die Flucht in Steueroasen könne nur mit zusätzlichen Betriebsprüfungen verhindert werden - doch allein in Bayern fehlten 20 Prozent des notwendigen Personals.

    In der Debatte über politische Konsequenzen hob der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Michael Fuchs (CDU) die Notwendigkeit einer internationalen Lösung hervor. "Solange Großbritannien und die USA nicht mit im Boot sind, bewirken wir nichts", warnte er in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag). Bislang hätten die Regierungen in London und Washington jedoch wenig Interesse an einem gemeinsamen Vorgehen gezeigt./ax/bur/ll/wn/DP/stk

BERLIN (dpa-AFX)
Bildquellen: filmfoto / Shutterstock.com, Gunnar Pippel / Shutterstock.com
  • PKV
  • BU
  • UV
  • ZV
  • KFZ
  • Rechtsschutz

Berufsunfähigkeitsversicherung

Heute im Fokus

DAX geht fester ins Wochenende -- Dow Jones mit Verlusten -- Merck-Mittel Avelumab erhält FDA Zulassung zur Behandlung von MCC -- Aumann, Deutsche Börse im Fokus

Frankreich: Arbeitslosigkeit geht nur leicht zurück. Absage eines Partners sorgt bei Biotest-Anleger für Verdruss. Reederei Hapag-Lloyd macht Verlust. Theranos verschenkt Aktien an Investoren - wenn die versprechen, nicht zu klagen. Fondsmanager weiterhin optimistisch für Aktien. Das läuft bei der Deutschen Bank falsch. LEONI-Aktie schließt Gap aus 2015. Russische Notenbank senkt Leitzins. Bundestag beschließt Pkw-Maut.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Umfrage

Welche Risikopräferenz haben Sie beim Kauf eines Wertpapiers? Welcher der drei folgenden Risikoklassen würden Sie sich persönlich zuordnen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
BASFBASF11
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
Scout24 AGA12DM8
Allianz840400
E.ON SEENAG99
BMW AG519000
Deutsche Telekom AG555750
Apple Inc.865985
BayerBAY001
adidas AGA1EWWW
Infineon Technologies AG623100
CommerzbankCBK100
Siemens AG723610