22.03.2013 06:49
Bewerten
 (0)

DIW: Pläne für Strompreisbremse kein 'großer Wurf'

Strompreise
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, kurz DIW, hat die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung gegen steigende Strompreise als unzureichend kritisiert.
"Ein großer Wurf ist das nicht, weil die Pläne der Bundesregierung nicht an den eigentlichen Ursachen ansetzen", sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert der "Passauer Neuen Presse" (Freitag). Die EEG-Umlage auf den Strompreis werde mit den vorgeschlagenen Maßnahmen kaum sinken. "Man hätte kurzfristig eine Entlastung von 0,5 Cent je Kilowattstunde. Das entspricht monatlich einem Euro weniger für einen Vier-Personen-Haushalt", rechnete Kemfert vor.

    Die EEG-Umlage sei auch deshalb so hoch, weil der Emissionshandel nicht funktioniere und das den Börsenstrompreis drücke. "Hier müsste eingegriffen werden: Je höher der Preis für CO2-Zertifikate, desto höher wäre auch der Börsenpreis", forderte Kemfert.

    Bund und Länder hatten sich bei ihrem Energiegipfel am Donnerstag im Kanzleramt nicht auf konkrete Maßnahmen zur Kostendämpfung bei den Strompreisen einigen können. Dafür hatte sich Umweltminister Peter Altmaier (CDU) stark gemacht. Eine von den Ländern geforderte Senkung der Stromsteuer um 25 Prozent lehnte Merkel ab. Eine grundlegende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist nach ihrer Einschätzung erst in der nächsten Wahlperiode möglich.

    Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warf den Verantwortlichen vor, eine Chance verpasst zu haben. "Die Politik kriegt den ungebremsten Kostenanstieg nicht in den Griff und hat essentielle Entscheidungen wieder einmal vertagt", kritisierte BDI-Präsident Ulrich Grillo am Donnerstag. "Mit den Ergebnissen des Energiegipfels kann niemand zufrieden sein, weder Industrie und Verbraucher noch die Politik selbst." Der Staat müsse selbst einen stärkeren Beitrag leisten, zum Beispiel die Stromsteuer senken.

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nannte die Entscheidung "kontraproduktiv für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien". "Die Verunsicherung für Investoren der Erneuerbaren hält weiter an. Da ist die Zusicherung von bereits zugesagten Vergütungen für Bestandsanlagen nur ein Wermutstropfen", kritisierte BUND-Energieexperte Thorben Becker./sem/DP/zb

BERLIN (dpa-AFX)

Bildquellen: kaczor58 / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?

Nachrichten zu E.ON AG (spons. ADRs)

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu E.ON AG (spons. ADRs)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
Keine Analysen gefunden.
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Heute im Fokus

DAX schließt über 2 Prozent fester -- Goldpreis fällt auf Vierjahrestief -- Dow Jones mit neuem Rekord -- BoJ lockert Geldpolitik -- Citigroup, Lanxess, Starbucks, Groupon, LinkedIn im Fokus

Euro bleibt unter Druck. Streiks bei Amazon enden vorerst. Chinesen kaufen Solarstrom AG. Continental und mögliche Abschreibungen. Brenntag-Bonität hochgestuft. Joma steigt mit 47,7 Prozent bei C.A.T. Oil ein und legt Pflichtangebot vor. E.ON und RWE müssen Klagen gegen Atommüll-Lagerung zurücknehmen. Großbritannien zahlt Weltkriegsanleihe zurück.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

In welchen europäischen Ländern ist das Preisniveau besonders hoch?

Welche Aktien zählt George Soros zu seinem Portfolio?

Umfrage

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat den Sparkurs der Bundesregierung infrage gestellt. Denken Sie auch, dass der Staat mehr investieren sollte?

Anzeige