10.07.2013 15:11

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Studie: Steuersystem dämpft Einkommensnachteile von Frauen


    BERLIN (dpa-AFX) - Das deutsche Steuersystem mit seinen ansteigenden Steuersätzen dämpft die Einkommensnachteile von Frauen am deutschen Arbeitsmarkt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet in einer Studie, dass deswegen die Schere zwischen den Einkommen von Frauen und Männern netto spürbar geringer ausfällt als brutto.

    Vor allem wegen der Steuerprogression ist die Lücke in der Monatsbetrachtung netto nur noch halb so groß wie brutto, heißt es in der am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie. Es könne allerdings nicht Aufgabe des Steuer- und Transfer-Systems sein, Diskrimierungen auf dem Arbeitsmarkt über Umverteilung zu bekämpfen.

    Die Autoren kritisieren zudem negative Auswirkungen des Ehegatten-Splittings. Wegen der hohen Steuerlast auf die Einkommen der Zweitverdiener gebe es insbesondere für Frauen in Westdeutschland falsche Anreize, sich mit kleinen Jobs zu begnügen. Eine Abschaffung würde die Situation der Frauen auf dem Arbeitsmarkt verbessern, argumentieren sie.

    Ein größerer Teil der objektiv vorhandenen Verdienstunterschiede lässt sich erklären durch Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Ausbildung, Arbeitszeit oder Berufserfahrung. Es bleibt aber laut DIW eine unerklärte Lohnlücke, die als Diskriminierung der Frauen gewertet werden müsse. In den unteren Lohngruppen ist sie demnach bei Betrachtung der Monatsbruttoeinkommen so gut wie nicht existent, während sie bei den mittleren Einkommen 17 Prozent der Männerlöhne im Westen und 12 Prozent im Osten betrage./ceb/DP/jkr


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Kommentare zu diesem Artikel

DiBoFfm schrieb:
11.07.2013 13:08:43

Die Steuerprogression reduziert auch die Leistungsbereitschaft bei Männern, nicht nur bei Frauen.
Eine Steuer-Flatrate in zwei oder drei Stufen würde insgesamt für deutliches Wirtschaftswachstum sorgen.

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