„Das Geldmonopol sorgt systematisch für Krisen“
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Polleit: Eine Abkehr vom immer stärkeren Ausweiten der Geldmenge durch Kredite, an das sich die Volkswirtschaften in den letzten Dekaden gewöhnt haben, ist ohne Anpassungsrezession vermutlich nicht zu haben. Doch je früher Reformschritte eingeleitet werden, die den Weg zurück zu nachhaltig gutem Geld ebnen, desto geringer werden die Kosten des Umkehrens sein.
Die Teuerungsrate wird bislang anhand eines fiktiven Warenkorbs gemessen. In diese Inflationsmessung überhaupt noch angemessen?
Polleit: Investoren sollten, wenn sie sich ein Bild über die Entwicklung des Tauschwerts von Geld machen wollen, verstärkt auf das Geldmengenwachstum achten. Das ist in der Regel weitaus aussagekräftiger als das Betrachten eines Preisindexes im Zeitablauf. Der Versuch, die allgemeine Preisentwicklung – also die Symptome der Geldmengenentwicklung – mit einem Index messen zu wollen, wird immer unzureichende Ergebnisse bringen. Die aktuelle Krise ist, und ich hatte bereits versucht, das deutlich zu machen, eine Folge eines Geldsystems, in dem Geld per Kredit „aus dem Nichts“ geschaffen wird. Der Schaden ist bereits unwiderruflich aufgelaufen. Nun ist es höchste Zeit, daraus die richtigen Lehren zu ziehen und entsprechende Reformwege zu identifizieren, denke ich.
Wie können Anleger am besten von den Folgen der Liquiditätsausweitung profitieren?
Polleit: Wenngleich auch die laufende Teuerungsrate relativ gering ist, so sollte das nicht den Blick dafür verstellen, dass der Geldwert zusehends in Gefahr gerät. Langfristig orientierte Investoren sollten sich verstärkt mit „realen Vermögenswerten“ – und hierzu zählen Immobilien, Anteile am Produktivkapital und natürlich auch Rohstoffe – beschäftigen.


