31.08.2013 03:00

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von Stephan Haberer, €uro

VERMÖGENSTEUER

Voll daneben: Steuern ohne Augenmaß


Frankreich zeigt, wie es geht: Steuern von über 100 Prozent sind möglich. Da sind deutsche Topverdiener mit 45 Prozent Reichensteuer auf Einkommen über 250 000 Euro noch gut bedient - bis zur Wahl.

von Stephan Haberer, Euro Magazin

Bisher wurde in jedem Wahl­ kampf doch eines versprochen: niedrigere Steuern. Diesmal aber ziehen SPD, Grüne und Linke mit der Ankündigung in den Wahlkampf, Steuern erhöhen zu wollen. Natürlich nur bei den anderen — den Reichen. So soll der Spitzensteuersatz auf 49 oder gar 53 Prozent steigen und schon ab Einkommen von 80 000 oder 100 000 Euro fällig werden.

Spätestens da hat es dann zumindest vielen Grünen ge­dämmert: „Huch, die Reichen, das sind ja wir!“ Folge: Bei einer Mitgliederbefragung zu den Wahlkampf­themen kamen die Steuerpläne nicht unter die Top Ten, auch die geplante Abgabe von bis zu 1,5 Prozent auf Ver­mögen über eine Million Euro nicht.

Letztere macht auf den ersten Blick zwar gerade mal 15 000 Euro pro Mil­lion aus, wohin das aber führen kann, zeigt sich in Frankreich. Dort mussten 2012 über 8000 Franzosen wegen der Vermögensteuer mehr Steuern zahlen, als sie überhaupt verdienten. Na, wird schon keine Armen getroffen haben. Falsch! Einer der Geschröpf­ten ist André S.: Der alte Mann muss nicht mal Einkommensteuer zahlen, so niedrig ist seine Rente. Sein Pech: Er besitzt ein kleines, unscheinbares Häuschen auf der Île de Ré. Dort sind die Immobilienpreise aber so stark gestiegen, dass er für die Hütte knapp 10 000 Euro Vermögensteuer im Jahr zahlen muss, die er gar nicht hat. Wo­ her also nehmen, wenn nicht stehlen?

Den Fiskus bestehlen — daran dach­te sogar Astrid Lindgren, die „Mutter“ von Pippi Langstrumpf, beim Kampf gegen fiskalische Zwangsenteignung im Schweden der 70er­Jahre. Damals sollten Unternehmer und Freiberuf­ler auf ihr Einkommen bis zu 100,1 Prozent an Abgaben zahlen. Nicht zu­letzt Lindgrens literarischer Protest sorgte dafür, dass Schwedens Sozial­demokraten nach 40 Jahren an der Macht auf die Oppositionsbank wech­seln mussten.

Das kann SPD, Grünen und Linken nicht passieren: Sind sie längst in der Opposition. Und falls sie doch an die Regierung kommen? Dann bleibt wirklich Reichen nur eines: auswan­dern wie Gérard Depardieu.

Bildquellen: filmfoto / Shutterstock.com

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Kommentare zu diesem Artikel

Hamtaro schrieb:
31.08.2013 12:57:20

Ich sehe aber nicht ein warum ich erst wie blöd Steuern zahle und am Ende auch noch Enteignet werden soll. Man sollte die mal bestrafen die nicht mit Geld umgehen können, vielleicht geht es dann endlich in die richtige Richtung.

afru schrieb:
31.08.2013 09:45:54

Das die Schulden des Staates niemals bezahlt werden können ist wohl jedem klar,das geht nur über eine Enteignung der Schuldner.
Wenn man sich das Privatvermögen gegen die Schulden anschaut ist sofort klar das es nur so oder über eine Entwertung funktionieren kann.

DiBoFfm schrieb:
31.08.2013 09:02:16

Im Land bleiben und die Wertschöpfung einstellen, oder das Land verlassen und sich weiter engagieren.
Die vereinigte Linke wird dann aber feststellen, dass sie die Sozialsysteme nicht mehr bezahlen kann und dass es zu Unruhen kommt. Dann werden auch sie das Land verlassen.

Hamtaro schrieb:
31.08.2013 08:41:12

Steuern u. Abgaben die sich sowieso schon auf sehr hohem Niveau befinden weiter zu erhöhen, zeigt nur eines. Der Staat kann nicht mit dem Geld umgehen. Selbst weitere Erhöhungen werden genauso verplempert, was dann in weiteren Erhöhungen endet.Wo soll das enden? So Unfähige wählt man einfach nicht.

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