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27.09.2010 08:23

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Aktien locken mit hohen Renditen


Es wirkt bizarr: Die Dividendenrenditen von Aktien sind weit höher als die Anleiherenditen derselben Unternehmen.

Sind Aktien also ein Schnäppchen? Ja, wenn es zu einer moderaten Inflation kommt. Im weniger wahrscheinlichen Fall einer Deflation dürften Anleihekäufer besser fahren.

Zwischen den Dividendenrenditen und den Renditen, die mit Anleihen derselben Unternehmen erwirtschaftet werden können, klaffen gigantische Lücken. Zwei Beispiele: Die Anleihe des Versorgers RWE, die bis September 2011 läuft (WKN: A1AH10), bringt aktuell eine Rendite von 1,7 Prozent. Die prognostizierte Rendite der Aktie hingegen bewegt sich zwischen 6,4 und 6,8 Prozent. Auch bei den Langläufern ist das Bild ähnlich: Die bis 2020 laufende Anleihe von E.on (WKN: A0TURM) kommt auf eine Rendite von aktuell 3,2 Prozent; die Dividendenrendite liegt dagegen bei rund 6,7 Prozent.

Dividenden sind für Konzerne wichtig

Sind Aktien also echte Schnäppchen? Die Antwort könnte von Radio Eriwan kommen. Sie lautet: Es kommt drauf an. Denn solche Renditen lassen sich nur erzielen, falls der Aktienkurs weder deutlich sinkt noch die Dividendenzahlung, etwa wegen einer Verschlechterung der Geschäftslage, erheblich reduziert oder sogar ausgesetzt wird. Letzteres dürfte aber unwahrscheinlich sein: Gerade weil die Zeiten großer Kursfeuerwerke vorbei sind, wissen viele Großunternehmen darum, wie wichtig es ist, ihren Investoren eine möglichst berechenbare und attraktive Dividendenrendite anzubieten. 2010 konnten Anleger mit Aktien der DAX-Konzerne eine Rendite von rund fünf Prozent verdienen; ohne die Ausschüttungen wären es nicht einmal zwei Prozent gewesen.

Strategie-Erfolg hängt vom Wirtschaftswachstum ab

Anleger, die auf die Dividendenstrategie setzen, fahren gut, wenn sich das Wirtschaftswachstum stabilisiert und es nicht zu einem erneuten Abrutschen in eine Rezession kommt. Ob ausschüttende Dividendenfonds oder Einzelwerte vorzuziehen sind, hängt von der Risikoneigung wie auch der Vermögenssituation des Anlegers ab. Zudem gilt es zu, sich kein Klumpenrisiko ins Portfolio zu holen und diese Anlage allenfalls als Beimischung zu sehen.

Sollte es jedoch zu einer deflationären Entwicklung und einer neuerlichen Rezession in Deutschland und Europa kommen, wird sich der Pessimismus der Anleihekäufer als realistischer erweisen. In diesem Fall hätten sich die Pessimisten niedrige, aber konstante Anleiherenditen gesichert; Aktienkurse und Dividenden würden in einem deflationären Umfeld hingegen einbrechen. Das Risiko für Schwarzseher: Kommt es zu einer stärkeren Inflation und anziehenden Marktzinsen, zahlen sie drauf.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH i.G. übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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