15.03.2013 10:35
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Erfolgreich Geld anlegen – lohnt sich jetzt noch der Einstieg bei Aktien?

Vermögensverwalter-Kolumne
DAX 8.000 Punkte – so hoch stand der deutsche Leitindex...
... zuletzt im Januar 2008, kurz vor dem Ausbruch der US-Immobilienkrise und dem darauffolgenden Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers. Wiederholt sich die Geschichte? Sollte man als Anleger jetzt aussteigen oder kann man weiter investiert bleiben? Lohnt sich noch ein Einstieg oder ist es bereits zu spät?

von Wolfgang Juds, Geschäftsführer Credo Vermögensmanagement GmbH

Am Freitag, den 8. März 2013 hatte der DAX im Tagesverlauf die Marke von 8.000 Punkten kurzfristig überschritten, konnte sie jedoch nicht verteidigen. Seit Jahresbeginn konnte der deutsche Leitindex zwar nur um knapp 5 Prozent zulegen, aber seit 2012 liegt das Plus bei deutlich über 30 Prozent. Viele Anleger stellen sich die Frage, wie es an der Börse weitergeht. Die Probleme in der Euro-Zone sind ja keineswegs gelöst. Die italienische Bevölkerung hat mit dem Wahlergebnis klar zum Ausdruck gebracht, was sie von der Regierung Monti und seinem Sparprogramm hält. Zypern braucht dringend ein Hilfspaket von der EU und in den südeuropäischen Ländern herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit und großer Pessimismus vor.

Dennoch sind die Aktien gestiegen! Warum? Es gibt auch positive Entwicklungen in Europa zu vermelden: Viele Euro-Länder sind bei der Konsolidierung ihrer Haushalte deutlich vorangekommen. Europa hat Reformen eingeleitet, die es ohne die Krise nie in Angriff genommen hätte. Gerade die südeuropäischen Staaten konnten einen deutlichen Fortschritt bei der Produktivitätssteigerung ihrer Wirtschaft erreichen. Vor allem aber konnten viele exportorientierte Unternehmen die Erwartungen der Analysten übertreffen. Bayer und BASF, Volkswagen, Daimler und BMW, adidas, Siemens und Nestle, sind nur einige Beispiele für Unternehmen mit einer sehr positiven Umsatz- und Gewinnentwicklung. Das haben die Börsen entsprechend honoriert. Insgesamt halten sich Licht und Schatten bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage in Europa in etwa die Waage.

Das eigentliche Problem der Anleger besteht jedoch darin, dass viele angesichts der Euro-Schuldenkrise ihr Vermögen überwiegend in Tages- und Termingeldern angelegt und den Aufschwung somit weitgehend verpasst haben. Dies belegen sowohl die Absatzzahlen von Aktienfonds in 2012 als auch die Umsätze in Aktien an den deutschen Wertpapierbörsen. Alle diejenigen hingegen, die im Rahmen einer gesunden Aufteilung ihres Vermögens einen Teil in Aktien strukturiert und systematisch investiert haben, profitieren auch vom Aufschwung. Aufgrund der niedrigen Zinsen für sichere Anleihen gibt es kaum sinnvolle Alternativen zu Aktien. Auch andere Anlageklassen sind aufgrund der enormen Zunahme der Geldmenge und der niedrigen Zinsen deutlich gestiegen. Gold und Immobilien haben enorme Preissteigerungen erlebt und gelten trotzdem als Inbegriff für Wertstabilität. Auch die Renditen von hochverzinslichen Unternehmensanleihen sind stark gesunken. Hier gibt es auch kaum noch Schnäppchen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich nicht die Frage, ob man jetzt seine Aktien komplett verkaufen soll, sondern lediglich, wie man Schwankungen an den Märkten systematisch ausnutzen kann. Aktien gehören ebenso wie festverzinsliche Wertpapiere, offene Immobilienfonds und Gold in ein breit gestreutes Depot. Daher ergeben sich zwei Lösungsansätze: Möglich ist zum einen eine Reduzierung der Aktien in den Bereichen im Depot, die bereits hoch bewertet sind wie z. B. der US-amerikanische Markt, der bereits deutlich teurer als der Durchschnitt der letzten Jahre ist. Dem gegenüber sind die europäischen Märkte in Teilen noch sehr preiswert. Aufgrund der Euro-Krise sind einige Aktien deutlich zurückgeblieben. Der zweite Lösungsansatz besteht darin, Anlageklassen beizumischen, die nach unten eine gewisse Abfederung beinhalten sollten. Wandelanleihen oder Aktienfonds wie der Luxtopic Aktien Europa weisen ein sehr interessantes Chance-Risikoprofil auf. Dazu kommt die Beimischung von langlaufenden Bundesanleihen, die sich in Krisen erfahrungsgemäß entgegengesetzt zu Aktien verhalten. Auf diese Weise werden schwache Marktphasen abgefedert, um dann mit neuem Schwung in die nächste Aufschwung-Phase zu starten.

Warum ist der Weg des aktiven Managements sinnvoll – anstatt alles zu verkaufen? Weil nach dem Verkauf die Anlagealternativen fehlen – und man dann den nächsten Aufschwung vermutlich verpassen würde. Denn an der Börse wird zum Einstieg nicht geklingelt. Man weiß erst wo "unten" ist, wenn der Markt bereits wieder angestiegen ist. Über die Jahre lässt sich auf diese Weise ein erheblicher Mehrwert generieren, wenn man die Schwankungen aushalten kann.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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