26.02.2013 09:01
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Nachhaltig Geld anlegen: Gutes Gewissen, gute Rendite?

Wer vor vier, fünf Jahren einen Nachhaltigkeitsfonds kaufte, investierte damit fast automatisch einen großen Teil des Anlagebetrags in Windkraft- und Photovoltaik-Unternehmen.
von Manfred Rath, Portfoliomanager der KSW Vermögensverwaltung AG, Nürnberg

Doch gerade deren Kurse stürzten ab, als die Subventionen ab- und die Konkurrenz aus China und Indien zunahmen. Jetzt, nach der Bereinigungswelle in der Branche der erneuerbaren Energien, erscheinen viele Nachhaltigkeitsfonds wieder attraktiv bewertet.

Der Begriff Nachhaltigkeit spielt in der Geldanlage seit Jahren eine wachsende Rolle. Waren 2003 gerade mal rund 100 Fonds unter dieser Vorgabe aktiv, kann der Anleger heute auf einen von ca. 380 im deutschsprachigen Raum zugelassenen Nachhaltigkeitsfonds zurückgreifen. Das Volumen der Publikumsfonds ist in dieser Zeit von ca. 3 auf mehr als 34 Milliarden Euro angewachsen.

Als nachhaltige Geldanlage bezeichnet man verantwortliches, ethisches, soziales, und ökologisches Investment, sowie die Anlageprozesse, die bei der Analyse den Einfluss von Kriterien wie Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung einbeziehen. Immer mehr Anleger lehnen es ab, dass mit ihrem Geld beispielsweise mit Lebensmitteln spekuliert, Kinderarbeit gefördert oder die Rüstungsindustrie unterstützt wird.

Prinzipiell ist unter der Maßgabe nachhaltigen Investierens fast alles möglich, was auch in der konventionellen Geldanlage angeboten wird. Sparkonten, Tages- und Festgeldanlagen bieten in Deutschland zwar nur eine Handvoll Kreditinstitute, die Nachhaltigkeitskriterien einhalten. Bei Renten, Aktien und Fonds ist die Auswahl aber deutlich größer. So wurden erst kürzlich fünf Dax-Konzerne für Nachhaltigkeit ausgezeichnet (Adidas, BMW, Henkel, SAP, Siemens).

Doch ist nachhaltige Anlage auch rentabel? Werfen wir einen Blick nach Norden: Der Pensionsfonds Norwegens hat seit 2004 rund 400 Milliarden US-Dollar nur nach streng definierten Nachhaltigkeitskriterien investiert. Seither hat sich der Wert des Fonds nur in einem Jahr schlechter entwickelt als der eines nach herkömmlichen Regeln definierten Vergleichsindex.

Private Anleger können über die bekannten Finanzportale recht einfach eine Auswahl von vielversprechenden Aktienfonds aus den Bereichen Ethik/Ökologie finden. Die Besten dieser Kategorie konnten über die vergangenen drei Jahren kumuliert eine Performance von über 50 Prozent einfahren. Damit stehen sie der konventionellen Konkurrenz kaum nach. Aber auch nachhaltige Rentenfonds schafften in den vergangenen Jahren nicht selten zweistellige Renditen. Mit Fonds wie dem Sarasin Sustainable Portfolio - Balanced (EUR) z. B. erwirbt der Anleger ein ausgewogenes Portfolio aus Aktien und Renten, das ihn von der aufwändigen Einzeltitelauswahl befreit.

Während der Anteil von institutionellen Investoren in den vergangenen zwei Jahren rückläufig war, dürfte sich das Bild in den nächsten Jahren wenden und ein Großteil des neu anzulegenden Volumens in diesem Anlagesegment von Institutionellen kommen.

Fazit: Mit unterschiedlichen Anlageinstrumenten lässt sich viel im Sinne von Nachhaltigkeit erreichen. Die Renditen stehen den traditionellen Anlageformen kaum nach. Die deutlich wahrnehmbare Nachfrage neuer Investorengruppen könnte durchaus zu einer Outperformance der Aktien und Bonds aus den Sustainable Indices führen. Allerdings gilt auch hier: Die Mischung macht's. Streuen Sie das Risiko über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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