
Nur wer streut, gewinnt
... als der Nobelpreisträger Harry Markowitz vor über 50 Jahren seine Portfolio-Theorie formulierte. Allerdings kamen 2008 fast alle Anlageklassen unter die Räder. Stellt sich die Frage: Ist Markowitz noch zeitgemäß?
Bereits im Jahr 1952 propagierte Markowitz, der als geistiger Vater der modernen Portfolio-Theorie gilt, die Streuung des Anlagekapitals auf verschiedene Anlageklassen: „Ein gutes Portfolio ist mehr als eine lange Liste von Wertpapieren. Es ist eine ausbalancierte Einheit, die dem Investor gleichermaßen Chance und Absicherung unter einer Vielzahl von möglichen Entwicklungen bietet“, so der US-amerikanische Ökonom.
Doch das Krisenjahr 2008 brachte die Theorie unter Druck. Denn auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Herbst/Winter 2008/09 flüchtete alle Welt aus jenen Anlageformen, die irgendwie mit Risiko in Verbindung gebracht wurden. Wegen dieses Gleichlaufs der Märkte bot auch die Streuung des Kapitals auf Aktienmärkte verschiedener Regionen kaum noch Halt für die Portfolios. Wird die Moderne Portfoliotheorie damit obsolet?
Alternative Anlageformen stabilisieren das Depot
Keineswegs! Anleger sollten im Gegenteil viel stärker als bisher darauf achten, neue, nicht traditionelle Ertragsquellen in ihr Depot einzubauen – also Anlageklassen, die nicht jeder im Depot hält. In Betracht kommen etwa Immobilien, Agrarflächen, Gold, Waldflächen, Mikrokreditfonds oder Volatilitäts- und Versicherungsprämien. Sie weisen einen geringen Gleichlauf zu Aktien auf und eignen sich gut als Depotbeimischung. Wer hingegen auf nur ein Anlagekonzept oder eine Anlageklasse setzt, geht enorme Risiken ein.
Doch nur in den wenigsten Depots werden die traditionellen Anlageklassen Aktien und Zinspapiere miteinander kombiniert, geschweige denn mit nichttraditionellen, alternativen Anlageformen gemischt. Dabei lässt sich durch eine solche Kombination eine stärkere Abkoppelung von den Finanzmarkttrends erreichen – so kann man durch die Streuung auf nichttraditionelle Anlagen teilweise sogar von fallenden Märkten profitieren. Abzuraten ist lediglich von geschlossenen Beteiligungsfonds auf Basis einer Kommanditgesellschaft, die eher den Charakter einer illiquiden Einzelaktie aufweisen. Hier gibt es nur wenig geeignete Investmentideen. Offene Investmentfonds hingegen sind breit gestreut, reguliert, insolvenzgeschützt und liquide.
Profis können Klumpenrisiken erkennen
Allerdings: Ob sich durch die Integration neuer Anlageklassen sogenannte Klumpenrisiken ergeben, ist auf den ersten Blick oft nicht zu erkennen. Eine solche Häufung von Risiken, die ähnlich oder sogar identisch sind, lässt sich oft nur mithilfe aufwendiger Analysen klären. Eine solide Beratung nach einem fairen und transparenten Vergütungsmodell kann hier helfen.
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