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04.10.2010 08:27

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Wagen Sie sich an neue Grenzen – es lohnt sich!


Nur wenige Anleger beteiligen sich über Aktienfonds ...

Von Wolfgang Köbler, Vorstand der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg

... am Wirtschaftswachstum der etablierten Schwellenländer wie China oder Brasilien. Noch geringer ist die Zahl von Investoren, die sich in die Frontier Markets wagen. Dabei bieten sie sehr gute Chancen – wenn man das Risiko beachtet.

Die Frontier Markets, den „Nachwuchs“ im Kreis der Schwellenländer, haben selbst die großen Investmenthäuser kaum auf dem Radar. Dabei ziehen die Aktien dieser Pioniermärkte in der Performance an den Unternehmen in den Schwellenmärkten teils deutlich vorbei. Und die Rally dürfte, unterbrochen von sicherlich scharfen Korrekturen, lange andauern. Getrieben wird sie von einer gesunden demographischen Entwicklung sowie anziehenden Unternehmensgewinnen, die ihrerseits von der wachsenden Rohstoffnachfrage und dem stetig steigenden privaten Konsum befeuert werden. Was die Pionierstaaten von etablierten Schwellenländern unterscheidet, ist der Entwicklungsstand des Wirtschafts- und Rechtssystems sowie das System politischer Regulierung.

Das Wachstumspotenzial ist enorm

Freilich: Diese Märkte können in Sachen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf oder dem Binnenkonsum nicht mit denen etablierter Emerging Markets mithalten. Das gilt zumindest für die absoluten Zahlen. Aber gerade in dem möglichen starken Anstieg von einem niedrigen Niveau aus liegen die Fantasie und das große Potenzial. Zudem hat sich das Wachstum stabilisiert, in vielen Märkten ist von der Finanzkrise nichts mehr zu spüren: Ausländische Direktinvestitionen nehmen zu, die Infrastruktur wird modernisiert, die Wirtschaft gewinnt an Eigendynamik und die gesetzlichen sowie politischen Rahmenbedingungen bessern sich markant. Die Weltbank hat dies kürzlich bestätigt. Demnach ergreifen die meisten Länder Maßnahmen, um ein unternehmerfreundliches Klima zu schaffen. Frontier Markets sind auf allen Kontinenten zu finden. Zusammengefasst werden sie im sogenannten MSCI Frontier Index, der aus vier Teilindizes besteht – Afrika, Lateinamerika mit Karibik, Mittel- und Osteuropa sowie Asien. Einen börsengehandelten Indexfonds auf den MSCI Frontier Index gibt es noch nicht, jedoch einige aktiv gemanagte Fonds. Die Royal Bank of Scotland hat zudem Exchange Traded Notes – das sind börsengehandelte Schuldverschreibungen – auf den Index wie auch auf die Teilmärkte aufgelegt.

Nigeria und Kasachstan sind interessant

In den Teilindizes stechen einzelne Länder besonders hervor. In Afrika ist es der ölreiche Staat Nigeria mit einem Wachstum von aktuell rund 6,5 Prozent. In Zentralasien besitzt der Rohstoffgigant Kasachstan den am höchsten entwickelten Kapitalmarkt. Die Privatisierung von Staatsbetrieben untermauert den politischen Willen, marktwirtschaftliche Maßstäbe anzusetzen. Das Land bietet Rahmenbedingungen, die zu den fortschrittlichsten in den Schwellenländern gehören.

Anleger sollten Risiken nicht außer Acht lassen

Bei aller Freude über die langfristig hervorragenden Aussichten für diese Länder: Anleger sollten das Risiko keinesfalls aus den Augen verlieren. Zum einen unterliegt ein Investment in diesen Ländern weitaus größeren Schwankungen als eine klassische Anlage, denn Frontier Markets reagieren auf exogene ökonomische Schocks stärker als etablierte Märkte. Zum anderen ist die Marktkapitalisierung recht gering: Die fünf größten Pioniermärkte (Emirate, Katar, Kuwait, Argentinien und Nigeria) kommen gerade mal auf eine Billion US-Dollar, allein die USA bringen es auf rund 13 Billionen. Wenn in Krisenzeiten internationale Gelder abfließen, kann das die Kurse regelrecht einbrechen lassen. Daher sollten Anleger nur einen kleineren Teil ihres Anlagekapitals in diese Märkte investieren.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH i.G. übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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