12.11.2012 09:29
Bewerten
(0)

Wird Strom zum Luxusgut?

Vermögensverwalter-Kolumne: Wird Strom zum Luxusgut? | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
Steuern und Abgaben werden im kommenden Jahr dank der Energiewende erstmals über die Hälfte des Strompreises ausmachen.
von Friedrich Huber, geschäftsführender Gesellschafter der Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung

Schon jetzt wurde rund 600.000 Haushalten der Strom abgestellt, weil sie die Rechnungen nicht bezahlt hatten. Stellt sich die Frage: Wird Strom bald zum Luxusgut?

Kurz nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima am 11. März 2011 beschloss die Bundesregierung, acht Kernkraftwerke sofort abzuschalten und bis 2022 stufenweise aus der Nutzung der Atomenergie auszusteigen. Ersetzt wird die Leistung der AKW durch erneuerbare Energiequellen wie Sonnenenergie, Wasserkraft, Windenergie und Geothermie. Bis 2020 soll der Anteil von Ökostrom von heute 25 auf mindestens 35 Prozent steigen. Dieser politisch gewollte Prozess wird als Energiewende bezeichnet.

Wirkliche Nachfrage spielt keine Rolle

Nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) sind die Netzbetreiber verpflichtet, jeden produzierten Ökostrom unabhängig von der Nachfrage vorrangig ins Netz einzuspeisen. Der Ökostrom wird nach einem auf 20 Jahre gesetzlich fixierten Tarif vergütet. Die Differenz zum eigentlichen Preis der Kilowattstunde, wie er etwa an den Strombörsen sichtbar wird, müssen die Verbraucher über ihre Stromrechnung schultern.

Öko-Umlage steigt um fast 50 Prozent

Die Netzbetreiber können diesen vom Staat regulierten Bestandteil des Strompreises nicht mehr kompensieren und geben die höheren Kosten nun an die Kunden weiter. So haben die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW einen Anstieg der EEG-Umlage um 1,7 Cent oder 47 Prozent (!) auf 5,277 Cent pro Kilowattstunde angekündigt. Ein Drei-Personen-Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr zahlt damit künftig 220 Euro pro Jahr für die Förderung der erneuerbaren Energien statt bislang 140 Euro.

Eine Million Menschen ohne Strom

Angesichts dieses dramatischen Anstiegs der Strompreise stellt sich die Frage nach der sozialen Dimension der Energiewende. So werden Steuern und Abgaben 2013 erstmals über 50 Prozent des Strompreises ausmachen – und mittelfristig dürfte das EEG die Strompreise weiter nach oben treiben. Preissteigerungen in diesem Ausmaß werden immer mehr zu einer Belastung für Einkommensschwächere: Etwa einer Million Menschen ist im Laufe eines Jahres wegen nicht bezahlter Rechnungen der Strom gesperrt worden.

Trotz dessen befürworten 72 Prozent der Bundesbürger weiterhin die Energiewende.

Investitionen in Versorgungsnetze nötig

Hinzu kommt, dass das Versorgungsnetz nicht für viele Einspeiser ausgelegt ist, sondern als Einbahnstraßen-Stromversorgung vom zentralen Großkraftwerk zum Verbraucher gebaut wurde. Für eine erfolgreiche Integration der erneuerbaren Energien ist jedoch eine Verknüpfung von Stromerzeugung, -einspeisung und –verbrauch zwingend erforderlich. Diese Schaffung einer intelligenten Energieinfrastruktur dürfte erhebliche Investitionen nach sich ziehen, kann sich aber lohnen. Ein Beispiel sind intelligente Stromzähler, die Geräte wie Waschmaschine, Trockner oder Geschirrspüler zu einem Zeitpunkt aktivieren, wenn viel Strom im Netz ist und die Energiekosten günstig sind.

Auswirkungen für Anleger noch unklar

Fazit: Hohe Stromkosten bewirken zwangsläufig einen sparsameren Umgang mit Energie. Aber wir brauchen Strom zum Leben – und dieser Strom muss für alle Bürger sicher und bezahlbar bleiben. Welche Auswirkungen dies für die Anleger und Kapitalmärkte haben wird, ist gegenwärtig noch nicht eindeutig abzusehen. Sicher ist: Wie immer wird es Verlierer und Gewinner geben.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Heute im Fokus

DAX schließt fester -- Dow Jones am Ende im Plus -- ifo-Index auf Allzeithoch -- Hausdurchsuchungen bei Daimler -- Lufthansa-Chef kritisiert Fraport -- KION, KWS Saat, VW, Grammer im Fokus

Glencore an US-Agrarhändler Bunge interessiert. USA verklagen Fiat Chrysler wegen angeblicher Abgasmanipulation. Bitcoin mit neuem Rekord: Was steckt wirklich hinter der Rally?. Zalando-Aktie überwinden erstmals 42-Euro-Marke. MorphoSys-Aktie auf Hoch seit Oktober 2015. Vivendi schließt Teilverkauf von Universal Music nicht aus. Intesa Sanpaolo spürt Belebung in krisengeschüttelter Branche.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Jungheinrich - Professioneller Hochstapler!

Intralogistik-Lösungen sind gefragt wie nie. Denn mit moderner Logistik-Infrastruktur lassen sich nicht nur erhebliche Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen realisieren, sondern sie bildet die perfekte Ergänzung für "Industrie 4.0". Warum Jungheinrich eine der interessantesten Storys in diesem Segment bietet lesen Sie im aktuellen Anlagermagazin des Börse Stuttgart Anlegerclubs.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

KW 20: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Berufe die auch eine Rezession überstehen
Welche bieten am meisten Sicherheit?
KW 20: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Der Bitcoin bleibt auf Rekordkurs und stieg erstmals über 2.000 US-Dollar. Haben Sie auch schon mal Geschäfte mit der Digitalwährung gemacht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
CommerzbankCBK100
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
Apple Inc.865985
EVOTEC AG566480
BMW AG519000
AlibabaA117ME
Nokia Oyj (Nokia Corp.)870737
Allianz840400
Amazon.com Inc.906866
BASFBASF11
Nordex AGA0D655