DAX6.050-3,4%  Dow12.119-2,2%  Euro1,24320,6% 
ESt502.069-2,4%  Nas2.748-2,8%  Öl98,82-2,8% 
TDax730,9-2,7%  Nikkei8.440-1,2%  Gold1.6264,2% 

11.10.2010 16:27

Senden
KOLUMNE
VERMÖGENSVERWALTER-KOLUMNE

Woher soll jetzt das Alpha kommen?


Alpha, der Mehrwert eines aktiven Managements gegenüber einer passiven Anlage ...

... , ist derzeit heiß begehrt und schwer zu finden. Manchen mag es schon wieder in den Fingern jucken, nach höheren Risiken zu greifen. Aber das ist der falsche Weg.

Von Uwe Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Vermögensverwaltung Meridio AG, Köln

„Wo um alles in der Welt soll man bei diesen Märkten Alpha generieren?“ Das ist eine Klage, die in der Finanzstadt Frankfurt derzeit häufig zu hören ist. Mancherorts wird der Anlagenotstand ausgerufen, Berater trauen sich kaum noch etwas zu empfehlen. Selbst konservative Häuser wollen ihren Kunden gerne eine drei vor dem Komma bieten – und da sieht es derzeit eben nicht allzu rosig aus.

Was also lieferte bislang 2010 überhaupt Alpha? Gold, natürlich. Das Edelmetall ist super gelaufen und hat seine Anleger verwöhnt. Aber geht das so weiter? Und profitieren Euro-Anleger überhaupt davon, wenn zwar der in Dollar gemessene Goldpreis immer weiter steigt, der Dollar aber fällt? Silber, andere Rohstoffe? Ja, auch die laufen gut, auch die gehören in ein Depot – aber in Maßen.

Comeback der Strukturen

Wenn jetzt alle nach Möglichkeiten rufen, ihren Kunden eine höhere Rendite zu bieten, ist die Gefahr groß, dass wieder „interessante Strukturen“ aufgelegt werden. Interessant, weil sie mehr Rendite bieten. Am interessantesten aber wieder einmal für die Aufleger der Produkte. Diese sammeln Geld ein und die Anleger setzen es mit der Chance guter Gewinne, aber auch der Gefahr hoher Verluste ein. Die Emittenten aber profitieren, egal wie das eigentliche Investment aufgeht.

Diese Situation hatten wir vor der Finanzkrise. Damals ging es um ein „Mehr“ an Rendite, die Jagd nach immer neuen Renditetreibern. Heute ist die Motivation eine andere, es geht darum, überhaupt noch eine sinnvolle Rendite bieten zu können. Und trotzdem könnte es sein, dass wieder die gleichen hohen Risiken eingegangen werden.

Risiken meiden

Aus Frust über niedrige Zinsen in Aktien zu investieren ist ein fundamental deutlich zu wenig untermauerter Grund für eine Erhöhung der Aktienquote. Auch Risiken mit langlaufenden Anleihen einzugehen, um 2,5 Prozent als Rendite zu erreichen, ist nicht wirklich sinnvoll. Stattdessen gilt es, die Portfolios durch das schwierige Fahrwasser zu steuern und eine gute Rendite bei sinnvollem Risiko zu erzielen. Dazu ist eine Aktienquote von etwa 35 Prozent gut geeignet.

Vor allem aber ist es die vornehmste Aufgabe eines verantwortungsbewussten Beraters oder Vermögensverwalters, seinen Kunden auch emotional über Durststrecken hinweg zu helfen. Wenn eine zufriedenstellende Rendite nur mit einem überproportionalen Risiko erkauft werden kann, sollte diese Rendite eben nicht versprochen werden. Das ist schwer, aber wo es kein vernünftiges Alpha ist, sollte auch niemand mit dem Kopf durch die Wand wollen und es mit allen Mitteln erzwingen. Hier sind eine ruhige Hand und ein klarer Kopf gefragt. Wenn die Märkte wieder die Chancen auf vernünftiges Alpha bieten, gilt es dabei zu sein.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
 Kommentar hinzufügen 

ANZEIGE

ANZEIGE

Was halten Sie von nutzergenerierten Chartanalysen auf finanzen.net?
Ich würde liebend gerne mein Wissen über Chartanalyse dem Publikum von finanzen.net zur Verfügung stellen.
Ich kenne mich bei Chartanalyse nicht so gut aus, halte nutzergenerierte Chartanalysen aber für einen echten Mehrwert.
Ich halte nichts von den Methoden der Chartanalyse und habe deshalb auch kein Interesse an nutzergenerierten Analysen.
 Abstimmen