24.02.2013 12:00
Bewerten
 (1)

Versicherungsbranche: Streit um den Puffer

Versicherungsbranche: Streit um den Puffer
Versicherungen in Kritik
Versicherer: Altkunden sollen benachteiligt worden sein.
€uro am Sonntag

von Martin Reim, Euro am Sonntag

Versicherer sollen Altkunden Milliarden vorenthalten. Das vermutet Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion: „Die Versicherungen haben ihre Altkunden schlecht behandelt, das muss Konsequenzen haben“, so Schick. Hintergrund: Lebensversicherer müssen Risikopuffer anlegen, um die Überschussbeteiligung für ihre Kunden relativ konstant zu halten, selbst wenn die Erträge aus Kapitalanlagen stark schwanken. Laut Gesetz gibt es einen eigenen Topf für Verträge vor 1994. Hier haben sich laut Bundes­regierung 15,6 Milliarden Euro an­gesammelt, gegenüber lediglich 5,2 Milliarden Euro für Kontrakte nach 1994. Die Gelder könnten rechtlich gesehen zumindest zum Teil den aktuellen oder den ehemaligen Kunden zufließen.

Nach Berechnungen von Gerhard Schick geht es um bis zu drei Prozent der Ablaufleistung — also das, was die Kunden letztlich herausbekommen. Bei vielen Betroffenen stünden vier- bis fünfstellige Beträge auf dem Spiel, so Schick gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. Der Grünen-Sprecher wirft der Assekuranz vor, sie wolle den Risikopuffer als billigen Ersatz für Eigenkapital nutzen und auf unbegrenzte Zeit behalten.

Der Branchenverband GDV widersprach den Vorwürfen. Man halte sich beim Puffer an die Vorgaben der Finanzaufsicht. Eine Sonder­ausschüttung an Altkunden würde laut GDV Neukunden benachteiligen und die Risikotragfähigkeit verringern.

Bildquellen: iStock, istock/Ulf Gähme

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Heute im Fokus

DAX schließt in der Gewinnzone -- Dow im Minus -- Infineon erwartet weiteres Wachstum in Asien -- Allianz denkt über Aktienrückkauf nach -- Brent-Rohöl über 50 Dollar

Philips streicht mit Börsengang der Lichtsparte 750 Millionen Euro ein. Spaniens Wirtschaftsminister erwartet keine EU-Strafen wegen Defizit. VW erwägt milliardenschweren Bau einer eigenen Batteriefabrik. Netflix plant Serie über 'El Chapo' - Anwalt droht mit Klage. Auch Porsche will Digitalgeschäft ausbauen. Zweitgrößtes US-IPO erfolgreich. Finanzermittler durchsuchen McDonald's. Ölpreise fallen. Heidelcement darf Italcementi unter Auflagen übernehmen. BMW-Chef will Vorstand umbauen.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.
In welcher Metropolregion leben am meisten Menschen?
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experte
Volatilität in Schwellenländern

Umfrage

Bundeskanzlerin Merkel hält trotz aller Kritik am umstrittenen Flüchtlingspakt mit der Türkei fest. Wie bewerten Sie dessen Chancen?