26.02.2013 15:24
Bewerten
 (3)

Ramsauer will Comeback der Eigenheimzulage für mehr Wohnungsbau

Wohnungsbau ankurbeln
Angesichts steigender Mieten in vielen deutschen Großstädten plant Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) ein Comeback ausrangierter Förderinstrumente, um den Wohnungsbau anzukurbeln.
Für Familien mit Kindern solle die 2006 abgeschaffte Eigenheimzulage "in kleiner kalibrierter Form" zurückkommen, sagte Ramsauer am Dienstag in Berlin. Zudem sollten für den Mietwohnungsbau wieder steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten gewährt werden. Beide Instrumente könnten aber erst nach der Bundestagswahl im Herbst angegangen werden. Noch bis zur Wahl will Ramsauer Verbesserungen beim Wohngeld durchsetzen.

    Der nach Jahren der Stagnation wieder anziehende Wohnungsmarkt müsse weiter gestärkt werden, sagte der Minister. "Diesen Aufschwung wollen wir verstetigen." Ziel seien jährlich 250.000 neue Wohnungen. Im vergangenen Jahr war die Zahl der fertiggestellten Wohnungen bundesweit auf 200.000 gestiegen. In vielen Ballungsräumen legen Mieten, Kaufpreise und Nebenkosten aber teils drastisch zu.

    Mit Blick auf die Eigenheimzulage und die degressive Abschreibung für Anlagen im Mietwohnungsneubau ("degressive Afa") sagte Ramsauer, diese Fragen seien "nach der Wahl zu verhandeln". Dabei könne die Zulage wegen knapper Kassen jedoch nicht in der einstigen Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro pro Jahr aufleben. Denkbar sei, Zuschüsse gezielt Familien zu gewähren. Angaben zur konkreten Höhe und den Kosten wurden zunächst nicht gemacht.

    Als Unterstützung für Geringverdiener sollen die Höchstgrenzen beim Wohngeld angehoben werden, wie der Minister sagte. Dies sei in den anstehenden Verhandlungen für den Haushalt 2014 zu besprechen. Hintergrund ist, dass die Leistung sich nicht automatisch der Mieten- Entwicklung anpasst. Ebenfalls vor allem für Familien soll die Förderbank KfW zudem zusätzliche zinsgünstige Neubau-Kredite ins Programm nehmen. Den Ländern will Ramsauer über 2014 hinaus jährlich 518 Millionen Euro Bundesmittel für sozialen Wohnungsbau anbieten. Über die Vorschläge will er im März mit den Länder-Kollegen beraten.

    Die Linke-Wohnungspolitikerin Heidrun Bluhm kritisierte, Ramsauer setze auf Förderung für Besserverdiener. "So wird sich die Verdrängung sozial schwacher Mieter fortsetzen und die Lücke im sozialen Wohnungsbau größer." Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen begrüßte die Pläne, die zur Entspannung in Ballungsgebieten beitragen könnten. Für den dringlichen Bau neuer Mietwohnungen dürfte eine neue Eigenheimzulage aber kaum Effekte haben. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will Maßnahmen gegen steigende Mieten zu einem Schwerpunkt-Wahlkampfthema machen./sam/DP/edh

BERLIN (dpa-AFX)

Bildquellen: Gorin / Shutterstock.com, photobank.ch / Shutterstock.com
  • PKV
  • BU
  • UV
  • ZV
  • KFZ
  • Rechtsschutz

Berufsunfähigkeitsversicherung

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich stärker -- Wall Street im Plus -- ifo-Index höher als erwartet -- Bayer-Aktie fährt Achterbahn: Höheres Gebot für Monsanto befürchtet -- VW, STADA im Fokus

Renschler sieht die MAN-Scania-Kooperation auf gutem Weg. Heidelbergcement platziert Euroanleihe über 750 Mio Euro. Aktionäre von PNE Wind verweigern Ex-Vorstandschef die Entlastung. Neue Proteste gegen französische Arbeitsmarktreform. Apple erforscht Ladetechnologie für Elektroautos. Stada-Chef bändelt mit Finanzinvestor CVC an. Umfrage - 2016 keine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik erwartet. Millionenstrafe gegen Großbank Citigroup.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.
In welcher Metropolregion leben am meisten Menschen?
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experte
Volatilität in Schwellenländern

Umfrage

Bundeskanzlerin Merkel hält trotz aller Kritik am umstrittenen Flüchtlingspakt mit der Türkei fest. Wie bewerten Sie dessen Chancen?