26.12.2012 16:26
Bewerten
 (2)

Studie: Falsche Beratung zur Vorsorge kostet Verbraucher Milliarden

Zankapfel Altersvorsorge
Schlechte Beratung über Produkte zur privaten Altersvorsorge kommt die Verbraucher einer Studie zufolge teuer zu stehen.
Jedes Jahr gingen Kunden, die eine Kapitallebensversicherung, einen Riester-Vertrag oder eine private Rentenversicherung abgeschlossen haben, deswegen bis zu 17 Milliarden Euro verloren, wie die "Berliner Zeitung" (Donnerstag) berichtet. Das Blatt beruft sich auf ein Gutachten des Bamberger Finanzwissenschaftlers Andreas Oehler, das von der Grünen-Bundestagfraktion in Auftrag gegeben worden war.

 

    Der Studie zufolge entstehen den Verbrauchern allein bei Kapitallebens- und privaten Rentenversicherungen Kosten in Höhe von 16 Milliarden pro Jahr, weil sie ihre Verträge vorzeitig kündigten. Oehler führt den allergrößten Teil der Stornierungen auf eine irreführende oder unvollständige Verbraucherberatung bei Vertragsabschluss zurück. Auch bei Riester-Verträgen seien gravierende Mängel keine Seltenheit, wie Oehler in seinem Gutachten dem Blatt zufolge zeigt. Den Gesamtverlust, den deutsche Verbraucher jedes Jahr durch mangelhafte Beratung von Banken und Finanzdienstleistern erleiden, schätzt der Wissenschaftler auf mindestens 50 Milliarden Euro.

 

    "Der deutsche Steuerzahler buttert jährlich Milliarden in die private Altersvorsorge. Das soll die Rentnerinnen und Rentnern reich machen, nicht die Banken und Versicherungsmakler", sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen, Nicole Maisch, der Zeitung. Verantwortlich hierfür sei die Bundesregierung. Maisch forderte, überhöhte Gebühren und Provisionen dürften nicht länger an der Rente der Sparer zehren. Solche Belastungen auf Kosten der Vorsorge müssten gesetzlich begrenzt werden. Zudem müsse der Markt übersichtlicher werden: "Allein 5.000 Riester-Produkte überfordern selbst Finanzexperten."

    BERLIN (dpa-AFX)

Bildquellen: linerpics / Shutterstock.com, Sergii Korshun / Shutterstock.com
  • Riester
  • Rente
  • LV

Riester-Rente

Heute im Fokus

DAX geht mit Plus ins Wochenende -- Dow: Yellen-Effekt verpufft -- US-Wirtschaft wächst schwach -- VW will wohl Milliarden in Batteriefabrik für E-Autos investieren -- SGL, Google und Oracle im Fokus

Bank of America versucht erneut Kreditkartentochter MBNA zu verkaufen. Monsanto-Managern winkt Millionen-Regen bei Übernahme. Air France tankt nach Sprit-Protesten mehr im Ausland. EU verschärft erneut Sanktionen gegen Nordkorea. Aktionäre von DMG Mori sollen Abfindung von 37,35 Euro erhalten. Yellen: Leitzinserhöhung in den kommenden Monaten angemessen. BMW & Co.: Autobauer rufen in den USA Millionen Wagen zurück.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.
Welche Marke ist die teuerste?
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
In welcher Metropolregion leben am meisten Menschen?

Umfrage

Bundeskanzlerin Merkel hält trotz aller Kritik am umstrittenen Flüchtlingspakt mit der Türkei fest. Wie bewerten Sie dessen Chancen?