Spritkosten: Jetzt wird richtig abkassiert

Der ADAC hat die Benzinpreispolitik der Ölkonzerne kritisiert und sie zu einer „Rückkehr zu einer fairen Preispolitik“ aufgefordert. Der starke Rückgang der Preise an den Ölmärkten um 30 Prozent seit März dieses Jahres habe sich an den Zapfsäulen bislang kaum bemerkbar gemacht, sagte ein ADAC-Sprecher. „Die Preise gingen bislang minimal zurück, aber längst nicht so, wie es hätte sein müssen“, sagte der Sprecher. „Derzeit ist das Benzinpreisniveau um etwa vier Cent zu hoch. Da wird gerade richtig abkassiert.“
Den Ölkonzernen komme dabei zum einen die Ferienzeit entgegen, die sie generell zur Durchsetzung höherer Preise aufgrund der steigenden Nachfrage nutzten. Andererseits hätten viele Verbraucher durch die zuletzt etwas zurückgegangenen Spritpreise den Eindruck, dass sich die Benzinpreissituation ohnehin entspannt habe. „Die Ölkonzerne sind derzeit in einer ausgezeichneten Lage“, sagte der ADAC-Sprecher. Er empfahl den Konzernen, zu einer „fairen, angemessenen Preispolitik“ zurückzukehren. „Sie sollten es nicht auf die Spitze treiben.“
Die Autofahrer trügen allerdings auch eine Mitverantwortung. Nach einer Studie der Uni Düsseldorf achte die Hälfte aller Tankstellenkunden an der Zapfsäule nicht aufs Geld. 40 Prozent blieben ihrer Stammtankstelle treu, auch wenn sie teurer ist. Er habe nicht geglaubt, dass „die Autofahrer so phlegmatisch sind“, sagte der Vorsitzende der Monopolkommission Prof. Justus Haucap.
Vielen Kunden sei offensichtlich nicht klar, dass sie durch ihr Verhalten einen Einfluss auf die Preise hätten, so der Düsseldorfer Wissenschaftler. Der ADAC hatte zuletzt auch die hohen Steuern bei Benzin als Hauptpreistreiber genannt. Da der Staat an steigenden Benzinpreisen verdiene, habe er auch kein Interesse, gegen das Oligopol der Ölkonzerne einzuschreiten.
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