13.08.2017 09:50
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Mehr Rendite: Zwölf Tipps für Gewinne ohne Risiko

Euro am Sonntag-Titel: Mehr Rendite: Zwölf Tipps für Gewinne ohne Risiko | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Titel
Wer sein Erspartes nicht zu Mickerzinsen als Tagesgeld parkt, sondern in renditeträchtige Anlagen steckt, braucht Disziplin und zuweilen gute Nerven. Eines aber braucht er definitiv nicht: hohe Kosten.
€uro am Sonntag
von A. Hohenadl, M. Hinterberger und S. Rullkötter, Euro am Sonntag

Auch wenn es an Prognosen nicht mangelt - wohin sich die Märkte bewegen, kann niemand mit Sicherheit sagen. Und niemand weiß, ob eine Aktie oder ein Fonds jährlich sechs, zehn oder doch nur drei Prozent Rendite abwerfen wird. Nur auf eines haben Anleger von vornherein Einfluss: die Kosten. Jeder gesparte Euro beim Einkauf bedeutet mehr Nettorendite. Denn dieses Geld kann sich verzinsen, statt für Gebühren draufzugehen. Wer also beim Einkauf spart, erzielt einen Extragewinn tatsächlich ohne Risiko.


Im Folgenden gibt €uro am Sonntag zwölf Tipps, wie Sie bei der Geldanlage sparen können beziehungsweise dem Fiskus nichts schenken.

Tipp 1: Einfache Investments

Die Renditechancen: sagenhaft. Das Kleingedruckte: ellenlang. Bei solchen Finanzprodukten sollten Anleger skeptisch werden. Wenn man die Risiken, die eine Anlage mit sich bringt, in einem Wust an komplizierten Bedingungen nicht abschätzen kann, sollte man die Finger davon lassen. Am Ende könnte die Rendite sagenhaft schlecht sein, und den guten Schnitt machen nur der Ini­tiator und der Verkäufer des Produkts.

Bei Geschlossenen Fonds, die neuerdings als "Alternative Investmentfonds ("AIFs") firmieren, sind die sogenannten Weichkosten immer noch hoch. Banken und Finanzvertriebe kassieren in der Regel fünf Prozent Ausgabeaufschlag. Dazu kommen noch Innenprovisionen von durchschnittlich acht bis zehn Prozent. Bei einem Investment von 50 000 Euro sind das zusammen 7.500 Euro vorab abgezwacktes Anlegergeld. Kostspielige Erfahrung dieser Art können sich Anleger jedenfalls sparen. Schließlich gibt es genug einfache, transparente und günstige Investments - seien es Aktien, Indexfonds oder ein Gold-ETC (siehe Tipp 6).

Tipp 2: Kostenloses Depot

Wer Aktien, Anleihen, Fonds oder ETFs besitzt, sollte die Kosten für ihre Aufbewahrung möglichst gering halten. Am besten ist natürlich ein dauerhaft gebührenfreies Depot. Bei den meisten Onlinebanken, die keine teuren Filialnetze unterhalten, ist das mittlerweile Standard.

Tipp 3: Selten umschichten

Hin und her macht Taschen leer. Es gibt etliche Studien, die zeigen, wie Anleger ihre Rendite durch zu häufiges Umschichten zerstören. Besonders aktive Börsianer schneiden nach Trans­aktionskosten fast immer schlechter ab als ein Aktienindex. Jede Umschichtung verursacht schließlich Kosten. Statt immer den heißesten Trends hinterherzujagen und das Portfolio komplett umzukrempeln, sollten Anleger sich einmal für eine vernünftige Basisanlage entscheiden und an dieser möglichst lange festhalten. Eine solche Basisanlage ist breit über Regionen, Branchen und Anlageklassen diversifiziert und lässt sich besonders günstig über börsengehandelte Indexfonds (ETFs) bewerkstelligen. Auch gute Misch- und Multi-Asset-Fonds können zur Grundlage zählen. Ist der Kern eines Portfolios dergestalt bestückt, darf es dann auch hin und wieder eine kleine Spezialwette auf aussichtsreiche Unternehmen, Branchen oder Länder sein.

Unnötige Transaktionskosten können auch Anleger vermeiden, die Einzelaktien im Depot haben und diese mit Stoppkursen versehen. Viele begehen den Fehler, die Stoppkurse zu eng zu setzen. Dann kann es passieren, dass ein Titel vorschnell ausgestoppt wird. Setzt er anschließend seinen Aufwärtstrend fort und Anleger wollen wieder dabei sein, müssen sie erneut die Kaufgebühren berappen. Als Faustregel gilt: Stoppkurse mindestens 20 Prozent unter dem aktuellen Kurs setzen, damit der Aktienkurs "atmen" kann.

Tipp 4: Agio vermeiden

Kauft ein Anleger Fondsanteile, muss er bei Filialbanken üblicherweise einen Ausgabeaufschlag, das sogenannte Agio, zahlen. Bei Aktienfonds liegt er in der Regel bei fünf Prozent der Anlage­summe. Doch häufig lässt sich diese ­Gebühr vermeiden. Onlinebroker oder Fondsvermittler im Internet bieten sehr viele Fonds mit rabattiertem oder ganz ohne Ausgabeaufschlag an. Dafür müssen Anleger dort in der Regel auf Beratung verzichten. Langfristig steigert der Kostenvorteil beim Einkauf die Rendite beträchtlich, wie die Beispielrechnung auf der rechten Seite zeigt. Auch beim Kauf von Fondsanteilen über die Börse vermeidet man das Agio. Jedoch fallen dort Börsenspesen sowie Ordergebühren an. Abhängig vom Fonds und der Bank können so Kosten bis zu 1,5 Prozent zusammenkommen. Diese Variante lohnt sich also nur, wenn man den gewünschten Fonds nicht komplett ohne Ausgabeaufschlag bekommt.

Tipp 5: Girokonto wechseln

Rund 90 Euro im Schnitt betragen in Deutschland die jährlichen Gebühren für ein Girokonto. Vielfach lässt sich dieses Geld komplett sparen - und zum Beispiel in einen Fonds- oder ETF-Sparplan umleiten. Denken Sie sowieso da­rüber nach, ein Depot bei einem Onlinebroker zu eröffnen, schauen Sie doch gleich, ob er nicht auch noch ein kostenfreies Girokonto offeriert. Bei ING-DiBa, DKB, Comdirect oder Consorsbank ist das zum Beispiel der Fall. Auf eines sollte man aber achten: die gute Verfügbarkeit von Geldautomaten (etwa über Automatennetzwerke wie Cash-Group oder Cashpool). Denn ein kostenloses Girokonto hilft wenig, wenn jede Geldabhebung einige Euro kostet.

Tipp 6: Gold-ETCs

Wer mit physischem Gold hinterlegte Goldzertifikate (ETCs) im Depot hat, kann Kursgewinne nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei kassieren. Das hat der Bundesfinanzhof für Xetra-Gold (ISIN: DE 000 A0S 9GB 0) entschieden. Offen ist aber noch, ob die Urteile auf andere Gold-ETCs übertragbar sind. Der Knackpunkt: Es muss stets ein Lieferan­spruch auf das Gold, das den Wertpapieren zugrunde liegt, bestehen. Achtung: Wird ein ETC wie physisches Gold behandelt, sind Verluste, die außerhalb der Jahresfrist realisiert werden, nicht mit anderen Gewinnen verrechenbar.

Tipp 7: Sparen bei Sparplänen

Sparpläne eignen sich hervorragend zum langfristigen Vermögensaufbau. Denn man nutzt mit ihnen den so­genannten Cost-Average-Effekt. Indem man immer die gleiche Summe investiert, kauft man bei schwachen Börsenphasen mehr Anteile, bei haussierenden Märkten weniger Anteile einer Aktie, eines Fonds oder ETFs. Das sorgt im Durchschnitt für günstigere Einstiegskurse. Doch auch bei der Einrichtung eines Sparplans lohnt es sich, auf die Kosten zu achten. Sofern Anbieter fixe, von der Ordergröße unabhängige Gebühren für die Ausführung eines Sparplans verlangen, ist es ratsam, diese - falls möglich - statt zwölfmal im Jahr nur viermal jährlich zu zahlen. Man wählt also ein anderes Einzahlungs­intervall: statt monatlich zum Beispiel 100 Euro alle drei Monate 300 Euro.

Tipp 8: Laufend günstig sein

Einmalige Kosten bei der Geldanlage zu sparen ist gut. Viel wichtiger ist es aber, die laufenden Gebühren so gering wie möglich zu halten. Eine gute Möglichkeit dazu bieten ETFs. Mit ihnen kann man breite Märkte abdecken, aber deutlich günstiger als mit aktiv ver­walteten Fonds. Was das langfristig ­ausmachen kann, zeigt ein Beispiel: Angenommen, ein Anleger steckt einmalig 10.000 Euro in einen aktiv gemanagten Fonds für globale Schwellenländer. Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei - für diese Kategorie noch günstigen - 1,5 Prozent. Einen Ausgabeaufschlag zahlt der Anleger nicht. Bei einer jährlichen Wertentwicklung von sechs Prozent hätte das Kapital nach zehn Jahren einen Ertrag nach Kosten von 5670 Euro gebracht. Bei einem ETF mit 0,2 Prozent jährlicher Gebühr, wie es ihn etwa von Amundi gibt (siehe Rubrik "Aktienmärkte global", Seite 56), würde bei derselben Wertentwicklung nach zehn Jahren ein Ertrag von 7.835 Euro stehen. Einen Unterschied von sage und schreibe 59 Prozent gibt es, wenn man für den Fonds noch zusätzlich einen Ausgabeaufschlag von fünf Prozent bezahlt.

Tipp 9: Fonds richtig einsetzen

Bei der Fondsgesellschaft Union Investment tragen sie den Zusatz "-net" im Namen, bei der Deka das Kürzel "TF" und bei der Deutschen Asset Management den Vermerk "Typ 0": sogenannte No-Load- oder Trading-Fonds. Im Vergleich zu den klassischen Fondstranchen ohne diese Kürzel kommen diese Produkte ohne Ausgabeaufschlag daher. Das klingt erst mal gut. Doch dafür wird bei diesen Fonds Jahr für Jahr eine höhere Verwaltungsgebühr fällig. Und die drückt langfristig stärker auf die Rendite als der Ausgabeaufschlag. Die Produkte eignen sich darum nur für ­Anleger, die Fonds relativ häufig umschichten. Ab einer Haltedauer von fünf bis sechs Jahren sollte man besser zu den ­klassischen Fondstranchen greifen - und diese im Optimalfall ohne Aus­gabeaufschlag ­kaufen.

Tipp 10: Vorsorge absetzen

Wer als Angestellter in einen Riester- Vertrag - etwa in einen Fondssparplan - einzahlt, kann geleistete Beiträge später als Sonderausgaben in der Steuer­erklärung angeben. Pro Jahr sind maximal 2100 Euro absetzbar, wenn vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens eingezahlt werden. Auch Rürup-Sparer können ihre staatlich geförderte Altersvorsorge absetzen: Für das laufende Jahr können sie 84 Prozent ihrer geleisteten Beiträge bis zur Höhe von 23.362 Euro (zusammen Veranlagte 46.724 Euro) absetzen. Damit können sie maximal 19.624 Euro ihrer Beitragszahlungen als Sonderausgabe beim Fiskus ­geltend machen. Zusammen Veranlagte haben den doppelten Steuerbonus.

Tipp 11: Freibetrag nutzen

Beim Geldanlegen sind die ersten 801 Euro Gewinn gratis. Erst wenn die Gewinne diese Summe binnen Jahresfrist überschritten haben, werden Steuern fällig. Viele Anleger versäumen aber, den Sparerfreibetrag richtig zu nutzen. Vor allem beim Bank- oder ­Depotwechsel werden die 801 Euro gern übersehen. Es lohnt sich daher immer wieder zu überprüfen, ob der Freibetrag voll ausgeschöpft wird.

Tipp 12: Steuern zurückholen

Wer Schweizer Aktien besitzt und nichts tut, zahlt unter Umständen 45 Prozent Steuern. Von 1.000 Euro ­Dividende kommen nach Abzug der Schweizer Quellensteuer von 35 Prozent 650 Euro im deutschen Depot an. Die hiesige Depotbank müsste eigentlich weitere 250 Euro (25 Prozent deutsche Kapitalertragsteuer) von der ursprünglichen Dividendensumme abziehen, da aber laut Doppelbesteuerungsabkommen 150 Euro (15 Prozent) auf die Schweizer Quellensteuer anrechenbar sind, begnügt sie sich mit 100 Euro. Es bleiben 550 Euro übrig. Da der Anleger aber insgesamt nur 250 Euro Steuern zahlen muss, kann er sich 200 Euro aus der Schweiz zurückholen. Das geschieht mit einem sogenannten Tax Voucher, den es über die Eid­genössische Steuerverwaltung gibt - im Internet auf www.estv.admin.ch.

Wenig Kopfzerbrechen müssen sich Anleger bei Dividendentiteln aus Großbritannien und den Niederlanden machen. Beide Staaten verlangen keine Quellensteuer. Auch mit den USA funktioniert der Abzug der Quellensteuern in der Regel reibungslos.

Bildquellen: iStock, istock/Ulf Gähme, SergeyP / Shutterstock.com, Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com

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