LIMBURG (dpa-AFX) - Das Konsolidierungsszenario am deutschen Aktienmarkt ist nach Ansicht der Stimmungsforscher von Sentix intakt. "Bedenklich bleibt aber der Trend in den mittelfristigen Erwartungen, die in Verbindung mit den stark eingetrübten Konjunkturerwartungen zu sehen sind. Wir erwarten deshalb 'nur' eine technische Korrektur vor neuen mittelfristigen Problemen", schrieb Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner in seiner Studie vom Sonntag.
Bei Aktien und Anleihen liefen derzeit Gegenbewegungen, die den Dax bis auf 6.400 Punkte führen könnten, ohne dass der übergeordnete Abwärtstrend gefährdet wäre. Die aktuell noch existierende Präferenz für die US-Aktienmärkte beginne zu drehen. "Dies scheint folgerichtig, denn entweder die Eurokrise kann eingedämmt werden oder die konjunkturellen Probleme schwappen auf die US-Konjunktur über."
Beim Bund-Future könnte die Konsolidierungsphase schneller ablaufen als gedacht. Von einer Trendwende im Bund sei - zumindest in puncto Marktstimmung - nach wie vor nichts zu sehen. Ursächlich dafür dürfte die "ungebrochene Vertrauens-Verlust-Dynamik im Euro sein", resultierend aus dem voraussichtlichen Rettungsmanöver für die spanischen Banken, schrieb Hübner. Die europäische Gemeinschaftswährung bleibe angeschlagen und dürfte in den kommenden Wochen die Marke von 1,20 US-Dollar testen.
Von dieser Entwicklung scheine Gold zu profitieren. Die mittelfristigen Erwartungswerte zögen deutlich an, womit eine wichtige Voraussetzung für wieder steigende Notierungen gegeben.sei. Nun fehle nur ein Sprung über die Widerstandsmarke von 1.650 US-Dollar, um neue Bullenmarkt-Kräfte freizusetzen, so Hübner.
Sentix wertet seit 2001 wöchentlich Umfrageergebnisse zur Markteinschätzung unter privaten und institutionellen Investoren im Internet aus./edh/ag