aktualisiert: 06.08.2012 14:26
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Kaffeepreise: Koffein für das Depot

Kaffee: Die Comeback-Chancen stehen gut
Agrarrohstoffe
Agrarrohstoffe: Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Auch Anleger sollten sich die einzelnen Sorten vor einer Investition genauer ansehen.
€uro am Sonntag

von Emmeran Eder, €uro am Sonntag

Gourmets kennen den unterschiedlichen Geschmack der wichtigsten Kaffeesorten Arabica und Robusta. Arabica ist die höherwertige Bohne mit mehr Aroma und weniger Koffein. Die wichtigsten Produzenten sind Brasilien, Äthiopien und Kolumbien. Sie ist hitzeempfindlicher und wächst langsamer als die Robusta-Bohne, die vorwiegend in Vietnam, Indonesien und Westafrika angebaut wird. Beliebt ist der eher kräftig und bitter schmeckende Robusta-Kaffee besonders bei Espresso-Fans.

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Nicht nur der Geschmack, sondern auch die Preisentwicklung für die beiden Kaffeearten ist verschieden. Seit Mitte Juni marschierten aber beide Sorten im Gleichschritt nach oben: Um 15 Prozent stieg Arabica auf mehr als 170 US-Cent pro Pfund, Robusta um zehn Prozent auf mehr als 2.200 US-Dollar pro Tonne.

Der Wert für die kommerziell bedeutendere Sorte Arabica fiel von Januar bis Juni kräftig, da mit einer Spitzenernte in Brasilien gerechnet wird. Hinzu kommt, dass äthiopische Bauern inzwischen verstärkt Arabica anbauen und so die Ernteeinbußen Kolumbiens kompensieren können. Die Südamerikaner kommen seit Jahren mit der Anlage neuer Plantagen kaum voran.

Starke Regenfälle im Juni in Bra­silien lösten nun die Trendwende beim Kaffeepreis aus. Wegen der Nässe fürchtet der Markt, dass es zu Ernteausfällen und Qualitätsein­bußen kommt. Zudem sprangen Spekulanten auf, die hoffen, der Arabica-Preis habe den Boden erreicht.

Gewinne hebeln
Die Comeback-Chancen stehen gut. Carsten Fritsch von der Commerzbank sieht bei einem nur leichten Angebotsüberschuss eine global kräftig zunehmende Nachfrage. Er hält den vorherigen Preisverfall für überzogen und rechnet mit höheren Notierungen. „Das wäre nur eine Normalisierung des Preisniveaus“, sagt er. Mit dem Mini-Future (ISIN: DE 000 GT1 00J 1) mit Hebel 2,27 von Goldman Sachs auf den Arabica-­Future partizipieren Investoren.

Pessimistischer ist der Profi für Robusta-Kaffee, dessen Wert schon seit Januar steigt. Die den Weltmarkt dominierenden Vietnamesen verknappen durch Zurückhaltung von Lieferungen künstlich das Angebot, um den Preis hoch zu halten. Diese Situation dürfte jedoch nicht mehr lange anhalten. „Ich rechne bei Robusta mit fallenden Preisen“, sagt Fritsch. Anleger profitieren mit dem Short-Turbozertifikat der Société Générale mit Hebel 2,3 (DE 000 SG1 4ET 7).

Bildquellen: Will Fuller/Istockphoto
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