von Astrid Zehbe, €uro am Sonntag
Ein guter Indikator für die Weltwirtschaft ist der Schokoladenkonsum. Das meinen Analysten der Crédit Agricole: „Schokolade verkauft sich besser, wenn die Wirtschaft floriert.“ Angesichts der sinkenden Kakaopreise dürfte es im Umkehrschluss um die globale Ökonomie nicht gut bestellt sein. Vergangene Woche ist der Preis für eine Tonne Kakao auf ein 30-Monats-Tief von 1.460 Britischen Pfund gefallen.
Experten zufolge haben die zügigen Ernten in wichtigen Anbauregionen Westafrikas zu dem Verkaufsdruck bei Kakao geführt. Nach Analysteneinschätzung müssen Käufer mit einem weiteren Preisverfall rechnen. Vor allem die Aussicht auf eine gute Kakaosaison in den Exportländern sowie die Furcht vor einem weiteren Konjunktureinbruch drücken auf die Preise. In Europa gehen Kakaobestellungen bereits zurück, da vor allem hochwertige Schokoladenprodukte in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weniger nachgefragt werden. Die Sorge um einen weiteren Abwärtstrend drückt auch auf den Preis für Palmöl. Das Pflanzenfett wird zur Schokoladenherstellung benötigt und hat sich im vergangenen Jahr um rund 15 Prozent verbilligt.

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Dennoch hoffen Investoren auf eine Erholung der Kakaopreise. Die Nachfrage nach Schokolade in Ländern wie Indien und China steigt stetig. Angesichts des im Vergleich zu Europa noch geringen Konsums sehen Experten hier langfristig hohes Wachstumspotenzial. Kakaoinvestments sind etwas für risikofreudige Anleger. Mit einem Bull-Zertifikat (ISIN: DE 000 CK5 PS2 2) und einem Bear-Zertifikat (DE 000 CK5 PS3 0) hat die Commerzbank zwei neue Unlimited-Turbozertifikate auf den Kakao-Future emittiert.
Bildquellen: H.Lehmann/Zotter