24.08.2012 18:00
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Trendwende bei Baumwolle

Trendwechsel bei Baumwolle
Agrarrohstoffe
Nach dem Preisverfall der ver­gangenen Monate scheint sich der Baumwollpreis gefangen zu haben. Wie Anleger profitieren können.
€uro am Sonntag

von Marc Hofmann, Euro am Sonntag

Der Preis für Baumwolle hat in den vergangenen Monaten eine rasante Talfahrt hinter sich. Von seinem Hoch im September 2011 bei 101,77 US-Cent je Pfund stürzte der Textilgrundstoff bis Juni 2012 um mehr als 37 Prozent auf 65  Cent je Pfund ab.

Auslöser des Preisverfalls waren Prognosen der US-Agrarbehörde USDA, wonach gute Ernten die globalen Lagerbestände um bis zu zehn Prozent anschwellen lassen könnten. Das traf auch ein. Zudem erwies sich auch die Eu­rokrise als Preisdrücker. Aufgrund der einsetzenden Konsumzurückhaltung in Spanien und Italien drosselten asiatische Textilproduzenten ihre Fertigung und fragten weniger Baumwolle nach.

Mittlerweile könnte das Tal der Tränen jedoch durchschritten sein. Langsam, aber stetig verzeichnet der Baumwollpreis eine Erholung. Seit Juni ist er um elf Prozent auf aktuell rund 73 US-Cent je Pfund gestiegen. „Die jüngste Erholung ist jedoch noch sehr fragil“, sagt John Janosz, Rohstoffbroker an der Chicago Mercantile Exchange.

Denn die hohen Lagerbestände aus der vergangenen Saison sind noch immer nicht abgebaut. Allerdings nährt die derzeitige Dürre in Indien und den USA die Spekulation, dass die Bestände rasch schwinden könnten. In Indien, dem zweitgrößten Baumwollexporteur der Welt, ist die Monsunzeit bisher so trocken verlaufen wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Regenmenge im wich­tigs­ten Anbaugebiet Gujarat liegt um 81  Prozent unter dem 50-jährigen Durchschnitt. Rohstoffexperte Janosz schätzt, dass die indische Ernte im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent auf acht Millionen Ballen sinken könnte.

Hitzewelle trifft auch Baumwolle
Auch in den USA, dem drittgrößten Baumwollexporteur der Welt, ist mit Ernteeinbußen zu rechnen. Noch geht die USDA jedoch davon aus, dass nur rund fünf Prozent der Ernte in Gefahr sind. Denn bislang sind die Baumwollanbaugebiete weniger stark von der Dürre betroffen als beispielsweise die Weizen- und Maisanbauregionen.

Antonio Esteve, Präsident der International Cotton Association, äußerte jüngst die Befürchtung, dass der Baumwollpreis schon bald auf über 80 US-Cent steigen könnte. Etwas vorsichtiger ist da John Janosz. Er gibt bis Jahresende ein Preisziel von 77 US-Cent aus. Auch bei diesem Szenario könnte sich eine Spekulation auf höhere Preise für risikofreudige Anleger lohnen.

Bildquellen: Peter Denovo / Shutterstock.com
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