03.12.2012 17:41
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Börse Frankfurt/Rohstoffe: Rekordbestände in Gold-ETCs

28. November 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die steigende Risikobereitschaft der Anleger wirkt sich zunehmend auf die Rohstoffmärkte aus. Neben einer saisonal bedingten Nachfrage nach Gas hätten Agrarwerte in der kurzen Thanksgiving-Woche stark zugelegt. Ausgeprägte Preisaufschläge macht Ole Hansen für Zucker und Rinder, aber auch beim in Paris gehandelten Mahlweizen aus. "Während in Chicago gehandelter Mahlweizen einem gewissen Verkaufsdruck unterlag, sorgt ein schwächeres Angebot aus der Schwarzmeer-Region für hohe Preise in Europa", erklärt der Rohstoffexperte der Saxo Bank.

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"Edelmetalle und vor allem Gold wurden wieder vermehrt nachgefragt", berichtet Florian Perini von Flow Traders. Gold bewegt sich derzeit in einer Bandbreite von 1.712 bis 1.752 US-Dollar pro Feinunze, wie Florian Richard von Heraeus beobachtet. Im Zuge eines Durchbrechens des 50 Tage-Durchschnittskurses und technisch ausgelösten Käufen sei das Metall am vergangenen Freitag um 1 Prozent auf den höchsten Preis seit über einem Monat geklettert.

Gold glänzt

Wenger

"Der Trend zu Gold ist ungebrochen", meldet auch Bernhard Wenger von ETF Securities. Das weltweit verwaltete Vermögen in börsengehandelten Gold-Produkten habe in der zweiten Woche in Folge ein Allzeithoch erreicht. In den eigenen physisch besicherten Goldprodukten verzeichne das britische Unternehmen auf Wochensicht Zuflüsse in Höhe von 65 Millionen US-Dollar. "Die Troika konnte sich lange nicht über die genaue Ausgestaltung der Unterstützung für Griechenland einigen." Dies habe Verunsicherung geschürt.

Gold-ETCs wie der db Physical Gold Euro Hedged (WKN A1EK0G) landeten Perini zufolge ebenso in den Anlegerdepots wie der ETFS Physical Gold (WKN A0N62G) und der Gold Bullion Securities (WKN A0LP78). Investoren kauften auch Xetra-Gold mehrheitlich (WKN (A0S9GB).

Zentralbanken decken sich ein

Perini

"Auch viele Zentralbanken haben in letzter Zeit zugelangt und ihre Goldreserven aufgestockt, etwa in Brasilien und Kasachstan", ergänzt Perini. Laut Goldreserve-Statistik des IWF sind allein Brasiliens Goldbestände im Oktober um 17 Tonnen gestiegen, was einer Zunahme der brasilianischen Goldbestände um 48,6 Prozent entspreche. Mit einem Anstieg von rund 7,5 Tonnen im vergangenen Monat lagerten in den Tresoren von Kasachstan nun insgesamt über 111,5 Tonnen Gold. Ebenfalls um 17 Tonnen auf nun knapp 320 Tonnen Gold seien die türkischen Goldreserven aufgestockt worden.

Gold-ETCs punkten mit niedrigen Kosten

Gruber

Dass physisch besicherte Gold-ETCs bei kurz- und mittelfristigen Gold-Investitionen die geringsten Gebühren mit sich bringen, bescheinigt eine Untersuchung der Steinbeis-Hochschule Berlin zu den Kosten beim Kauf und Handel von Gold in Deutschland. Die niedrigsten Gesamtkosten hat demnach Xetra-Gold. "Die geringen Gesamtkosten ergeben sich nicht zuletzt aus der sehr niedrigen Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis; diese liegt in der Regel bei nur 0,1 Prozent", kommentiert Martina Gruber von der Deutsche Börse Commodities. Im Bestand der Deutschen Börse befanden sich Ende Oktober 53,3 Tonnen Gold im Wert von über 2,3 Milliarden Euro.

Palladium schließt auf

Hansen

Auch wenn Palladium zu den Edelmetallen mit der zurückhaltendsten Preisentwicklung des Jahres gehört, hat das Edelmetall im vergangenen Monat nach Beobachtung von Hansen ordentlich nachgeholt. Grund sei ein Report, wonach die Lieferungen aus Russland und Südafrika abnähmen und sich gleichzeitig die Nachfrage für Katalysatoren und von Investoren solide entwickelten. "Das Problem ist aber, dass der Palladiummarkt so klein ist und viele Investoren die geringe Liquidität und die gelegentlich hohe Volatilität scheuen", meint Hansen. Ein weiterer Treiber für die Nachfrage nach Palladium sei die Autoindustrie in Japan und den USA. "Die steigende Produktion und die zunehmende Substitution von Platin durch Palladium in der Herstellung von Diesel-Katalysatoren trägt zu dem Trend bei."

Perini zufolge haben Anleger ihre Positionen im ETFS Physical Platinum (WKN A0N62D) ausgebaut.

Silber im Blick

"Auch Silber wird nachgefragt und konnte seit dem Beginn des Jahres eine beeindruckende Performance von über 20 Prozent hinlegen", berichtet Perini. Per Saldo in den Anlegerdepots landeten dem Händler zufolge etwa der ETFS Physical Silber (WKN A0N62F).

"Aufgrund verbesserter Aussichten für den Silbermarkt investierten Anleger in der vergangenen Woche knapp 6 Millionen US-Dollar in Silber-ETCs", stimmt Wenger zu. Die Industrie eingegen halte sich mit Käufen tendenziell zurück. Für das Jahr 2013 rechne etwa das Silver Institute, ein internationaler Verband der Silberproduzenten, allerdings mit einem Anstieg der industriellen Silbernachfrage um rund 7 Prozent und begründet dies mit einem steigenden Bedarf der Elektronikindustrie in den kommenden zwei Jahren.

Öl-ETCs wieder gefragt

Für Öl in Form von Verbriefungen könnten sich Anleger derzeit erwärmen, wie Wenger meldet. "Investoren haben ihre Positionen in ETCs auf Rohöl um 15 Millionen US-Dollar ausgebaut", Investoren fürchteten eine längerfristige Destabilisierung ölproduzierender Regionen. Die daraus resultierenden Engpässe bei der Ölversorgung würden höhere Ölpreise mit sich bringen.

Perini meldet ein ausgeglichenes Verhältnis im Handel mit Öl-Investments. Gleichermaßen Verkäufe und Käufe verbucht der Händler etwa im ETFS Crude Oil (WKN A0KRJX), im ETFS Brent 1mth (WKN A0KRKM) und im ETFS Leveraged Crude Oil (WKN A0V9YX).

Ölpreis unter Druck

Weinberg

Nach der Einigung über weitere Finanzhilfen für Griechenland habe der Ölpreis erst einmal kräftig nachgegeben. Brentöl notiert am heutigen Mittwoch unter der Marke von 110 US-Dollar pro Fass. Die Sorte WTI wird gegenüber Brent mit einem Abschlag von 23 US-Dollar gehandelt. "Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich offensichtlich auf das nächste drängende Problem, den Haushaltsstreit in den USA", meint Eugen Weinberg von der Commerzbank. "Selbst im Falle einer Einigung dürfte die US-Wirtschaft 2013 nur um 2 Prozent wachsen." Bislang sei die OECD von 2,6 Prozent ausgegangen.

Kupfer vor Preisanstieg?

Dank der Erholung der chinesischen Wirtschaft werde Kupfer im kommenden Jahr wohl teurer, wie Weinberg prognostiziert. "In den ersten neun Monaten diesen Jahres kommt China laut Word Bureau of Metal Statistics auf einen Anteil von 43 Prozent der weltweiten Kupfernachfrage." Andererseits bliebe die Angebotssituation für das Industriemetall schwierig. Hohe Energie- und Lohnkosten verteuerten die Kupferproduktion und bremsten die Inbetriebnahme von neuen Projekten.

Kupfer-ETCs befänden sich in der Umsatzstatistik von Flow Traders zwar in den oberen Rängen, Perini verzeichne aber sowohl Zu- als Abflüsse etwa im ETFS Copper (WKN A0KRJU).

Gemischtes Bild bei Rohstoff-Körben

Beide Seiten gespielt würden zudem in marktbreiten Rohstoffinvestments wie etwa im Lyxor ETF Commodities Thomson Reuters (WKN A0JC8F) und im db x-trackers DBLCI - OY Balanced ETF (WKN DBX1LC). Tendenziell ausgeglichen gehe es auch im iShares DJ-UBS Commodity Swap (WKN A0H072) und im EasyETF S&P GSCI Capped (WKN A0EAZC) zu.

© 28. November 2012/Iris Merker

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(END) Dow Jones Newswires

   December 03, 2012 11:10 ET (16:10 GMT)- - 11 10 AM EST 12-03-12

Die beliebtesten Rohstoffe

Goldpreis1.267,0518,05
1,45%
Kupferpreis5.643,83-66,14
-1,17%
Ölpreis (WTI)49,871,16
2,38%
Silber17,350,19
1,10%
Super Benzin1,340,01
0,38%
Weizen167,751,00
0,60%

Edelmetalle: Münzen und Barren

  • Gold
  • Silber
1g Goldbarren46,00
±0,0
5g Goldbarren200,02
±0,0
10g Goldbarren388,37
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1 Uz Goldbarren1.170,55
±0,0
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