Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Aktien mussten am Montag trotz zwischenzeitlicher Gewinne mit Abschlägen aus dem Handel gehen. Im Fokus stand dabei vor allem der neue Anstieg des Ölpreises infolge der Libyen-Krise. Der Bankensektor stand hinsichtlich einer möglichen Rating-Abstufung Spaniens im Fokus. Der Dow Jones EURO STOXX 50 fiel am Ende um 0,60 Prozent auf 2.931,42 Zähler, während beim Dow Jones STOXX 50 ein Minus von 0,65 Prozent auf 2.644,22 Zähler auszumachen war. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verlor 0,64 Prozent auf 716,61 Zähler. Die europäischen Länderbörsen meldeten ebenfalls mehrheitlich rote Vorzeichen.
Auf der Konjunkturseite ist der von der sentix GmbH ermittelte Konjunktur-Index für die Eurozone im März erneut gestiegen. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, verzeichnete der Konjunktur-Index der Eurozone demnach einen Anstieg auf 17,1 Punkte, nach 16,7 Punkten im Vormonat. Damit markierte der sentix-Gesamtindex für Euroland ein neues 3,5-Jahres-Hoch. Haupttreiber für den deutlichen Anstieg sind die Lagewerte, die sich um 4,75 Punkte auf einen Indexstand von 26 Punkten verbessern. Die Erwartungskomponente gibt im Zuge der Unruhen in Nordafrika um 3,75 Punkte nach.
Im französischen Leitindex CAC 40 zogen Alcatel-Lucent um 3,8 Prozent an und standen damit an der Spitze. Dahinter zeigten Titel von STMicro (+1,4 Prozent) und Cap Gemini (+1,7 Prozent) deutlichere Aufschläge. Papiere von LVMH (LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton) tendierten dahinter 1,3 Prozent fester, nachdem der Luxusgüterkonzern angekündigt hat, den italienischen Konkurrenten Bulgari mehrheitlich zu übernehmen. Den Angaben zufolge wurde ein entsprechendes Abkommen am vergangenen Wochenende erzielt. Dabei hat das LVMH-Board der Vereinbarung am Sonntag einstimmig zugestimmt. Im Rahmen der Transaktion wird LVMH 16,5 Millionen Aktien ausgeben, im Tausch für die 152,5 Millionen Bulgari-Anteile (50,4 Prozent), die derzeit von der Bulgari-Familie gehalten werden. Für die restlichen Anteilsscheine von Bulgari wird der LVMH-Konzern den Minderheitsaktionären ein öffentliches Übernahmeangebot in Höhe von 12,25 Euro je Aktie unterbreiten, hieß es. Daneben verbilligten sich Aktien von Sanofi-Aventis um gut 1,2 Prozent. Der Pharmakonzern meldete heute, dass er sein Angebot für Genzyme um zwei Wochen verlängert hat. Demnach hat man seine Offerte in Höhe von 74,00 US-Dollar je Aktie für die ausstehenden Genzyme-Anteile bis zum 1. April 2011 verlängert. Ursprünglich sollte das Angebot für die Papiere des US-Biotechnologiekonzerns nur bis zum 16. März 2011 laufen. Top-Verlierer im CAC 40 waren der Bankenwert Societe Generale und der Luftfahrttitel EADS mit einem Minus von jeweils rund 2,0 Prozent.
Im FTSE 100 standen Anteilsscheine von Intertek mit einem satten Plus von 5 Prozent ganz oben im britischen Leitindex, gefolgt von Burberry, Investec und International Paper mit Aufschlägen zwischen 1,9 und 3,6 Prozent. Die rote Laterne trug Inmarsat mit einem heftigen Abschlag von mehr als 13 Prozent. Im breiten Markt gaben London Stock Exchange gut ein Prozent ab. Der Börsenbetreiber, der vor einigen Wochen eine Fusion mit der Toronto Stock Exchange angekündigt hat, nimmt nun Presseangaben zufolge auch den US-Börsenbetreiber Nasdaq OMX Group (NASDAQ Stock Market) ins Visier. Einem Zeitungsbericht zufolge will die LSE jedoch zuerst ihren geplanten Zusammenschluss mit der Toronto Stock Exchange, Teil der TMX Group , zum Abschluss bringen, bevor sie das neue Ziel in den USA angeht.
In der Schweiz profitierten an der Spitze des SMI Papiere von Richemont (+2,2 Prozent) und Swatch (+2,2 Prozent) von der angekündigten Bulgari-Übernahme durch LVMH. Etwas leichter (-0,5 Prozent) präsentieren sich Titel von Nestlé . Der Nahrungsmittelhersteller stellt aufgrund eines Kostendrucks Preiserhöhungen in Aussicht, so der Finanzvorstand des Konzerns in einem Zeitungsinterview vom Wochenende. Top-Verlierer im SMI war Adecco mit einem Minus von rund 2 Prozent.
In den Niederlanden hat der Allfinanzkonzern ING (ING Groep) heute die Rückzahlung weiterer staatlicher Beihilfen angekündigt. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, habe man den niederländischen Staat darüber informiert, dass man eine Option zur vorzeitigen Rückzahlung von Staatsbeihilfen im Gesamtwert von nominal 2 Mrd. Euro ausgeübt hat. Der von ING zu leistende Gesamtbetrag wurde inklusive einer Prämie von 50 Prozent auf insgesamt 3 Mrd. Euro beziffert. Daneben hat der Einzelhandelskonzern Ahold ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1 Mrd. Euro gestartet. Während Aktien von ING um 0,3 Prozent fielen, verteuerten sich die von Ahold um knapp ein Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.931,42 (-0,60 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.644,22 (-0,65 Prozent) EURONEXT 100: 716,61 (-0,64 Prozent) FTSE 100 (London): 5.973,78 (-0,28 Prozent) CAC40 (Paris): 3.990,41 (-0,74 Prozent) MIB (Mailand): 22.145,79 (+0,03 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.495,70 (-0,03 Prozent) SMI (Zürich): 6.495,52 (-0,54 Prozent) ATX (Wien): 2.833,43 (+0,20 Prozent) (07.03.2011/ac/n/m)