Von Jörg Bernhard
Die negative Korrelation zwischen Dollar und Gold scheint aufgrund der Griechenland-Krise nicht mehr zu gelten. Auf Dollarbasis fehlen dem gelben Edelmetall lediglich noch 20 Dollar zu einem neuen Rekordhoch. Auf Eurobasis befindet sich der Kontrakt hingegen unverändert auf Rekordfahrt. Beim Londoner Nachmittagsfixing wurde am Freitag die jüngste Rekordmarke in Höhe von 949,045 Euro aufgestellt.
Besonders interessant: Investoren beleben über massive ETF-Käufe sowohl die physische Nachfrage wie auch das Interesse an Futures auf Gold. Laut aktuellem COT-Report (Commitments of Traders) der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) stieg die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) vom 27. April bis 4. Mai von 538.591 auf 551.616 Kontrakte (+2,4 Prozent) an. Dies stellte das höchste Niveau seit Mitte November 2007 dar. Die kumulierte Netto-Long-Position großer wie kleiner Spekulanten zog im Berichtszeitraum von 265.522 auf 271.586 Kontrakte (+2,3 Prozent) an. Diesmal fiel auf, dass der erhöhte Optimismus beim gelben Edelmetall auf einer wachsenden Zuversicht großer wie kleiner Spekulanten basierte.
Gold: Stärkster Optimismus seit Weihnachten
Bei den Großspekulanten (Non-Commercials), deren Netto-Long-Position von 225.668 auf 230.547 Kontrakte (+2,2 Prozent) anstieg, basierte der wachsende Optimismus vor allem auf einem deutlich stärkeren Anstieg des Long-Exposure gegenüber dem Short-Engagement. So gab es auf der Long-Seite einen Anstieg von 263.472 auf 271.511 Kontrakte während die Short-Seite von 37.804 auf 40.964 Futures etwas schwächer wuchs. Noch optimistischer waren Großspekulanten letztmals vor Weihnachten.
Bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) ging es mit der Netto-Long-Position nicht ganz so stark nach oben. Während in der Vorwoche noch ein massiver Einbruch registriert worden war, gab es nun eine Korrektur nach oben. So stieg die Netto-Long-Position von 39.854 auf 41.039 Futures (+3,0 Prozent). Der wachsende Optimismus war dadurch gekennzeichnet, dass die Short-Position deutlich stärker zurückging als die Long-Seite. Während sich das Long-Engagement von 66.791 auf 64.320 Kontrakte (-3,7 Prozent) ermäßigte, gab es auf der Short-Seite einen Rückgang von 26.937 auf 23.281 Futures (-13,6 Prozent) zu beobachten.
Für die kommende Börsenwoche scheinen die Gold-Ampeln weiterhin auf „Grün“ zu stehen. Laut einer von der Nachrichtenagentur Bloomberg veröffentlichten Umfrage erwarten von 21 befragten Analysten 76 Prozent einen weiteren Anstieg des Goldpreises, während eine Minderheit von 24 Prozent mit einem Rückgang rechnet.
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