von Jörg Bernhard
Die Anzahl offener Gold-Futures, der sogenannte Open Interest, fiel im Berichtszeitraum (25. September bis 2. Oktober) allerdings zurück. Er reduzierte sich – erstmals seit sechs Wochen – von 489.516 auf 480.9186 Kontrakte (-2,8 Prozent). Bei der kumulierten Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten gab es einen Zuwachs zu berichten. Sie erhöhte sich nämlich von 262.355 auf 269.270 Kontrakte (+2,6 Prozent). Bei den Großspekulanten (Non-Commercials) war ein Anstieg der Netto-Long-Position von 203.986 auf 208.326 Kontrakte (+2,1 Prozent) registriert worden. Bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) nahm die Zuversicht deutlich stärker zu. Deren Netto-Long-Position zog nämlich von 58.459 auf 60.944 Futures (+4,3 Prozent) an.
An 1.800 Dollar abgeprallt
Im Wochenverlauf markierte der Goldpreis zwar den höchsten Stand seit elf Monaten, an der Marke von 1.800 Dollar scheiterte er aber dennoch. Derzeit haben die Bullen eindeutig die Oberhand, sowohl unter den langfristigen ETF-Investoren als auch unter den eher kurzfristig orientierten Terminmarktspekulanten (siehe oben). Außerdem treten die Notenbanken aus Schwellenländern ebenfalls als starke Käufer auf. Doch nicht nur die Nachfrageseite liefert Gründe, optimistisch gestimmt zu sein, auch von der Angebotsseite kommt Rückenwind. Die Streiks in südafrikanischen Goldminen könnten nämlich dazu führen, dass die diesjährige Goldförderung ein Minus ausweist. Als Belastungsfaktor könnten sich allerdings Gewinnmitnahmen erweisen, falls das gelbe Edelmetall an den charttechnischen Widerständen scheitern sollte. Ein markanter Kurssturz droht lediglich für den Fall, dass ein allgemeiner Ausverkauf an den internationalen Finanzmärkten auch die Krisenwährung Gold nicht verschonen sollte. Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus.