16.01.2013 13:45
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Aktien top , Gold flop?

Nach einem starken Start ins neue Jahr befinden sich die Aktienmärkte momentan in Lauerstellung.
Zwar hat der DAX noch nicht die Kraft gefunden, die 8.000-Punkte-Marke anzugreifen. Aber die meisten Anleger erachten es nur als eine Frage der Zeit, bis der deutsche Leitindex in neue Höhen vorstößt. Wie die jüngste Erhebung des Citi-Investmentbarometers zeigt, erwarten fast 60 Prozent der befragten Privatanleger, dass die Kurse europäischer Aktien in den nächsten zwölf Monaten steigen werden. Im Quartal zuvor waren es lediglich 52,2 Prozent. Noch zuversichtlicher geben sich die professionellen Marktteilnehmer. Bemerkenswerte 73,7 Prozent der befragten Profi-Anleger rechnen mit anziehenden Notierungen. Das sind fast 14 Prozentpunkte mehr als in der Umfrage zuvor.

In Vergangenheit hat sich das Citi-Investmentbarometer als relativ zuverlässiger Indikator für die Bewegungen an den Aktienmärkten erwiesen. Und auch dieses Mal könnten die privaten und institutionellen Anleger mit ihren Erwartungen richtig liegen. Zum einen ist den USA bis auf Weiteres der Fall über die Fiskalklippe erspart geblieben. Quasi in letzter Minute haben sich in Washington Demokraten und Republikaner auf einen fiskalpolitischen Kompromiss geeinigt. Damit ist die Gefahr, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession abdriftet, zumindest vorerst gebannt.

Zum anderen ist es um die Euro-Schuldenkrise vergleichsweise still geworden. Die Gefahr einer erneuten Eskalation oder gar eines Auseinanderbrechens der Eurozone wird von den Umfrageteilnehmern des Citi-Investmentbarometers derzeit als sehr gering eingeschätzt. So glauben zum Beispiel nur fünf Prozent der Profis, dass der Euro komplett scheitern wird. Die nachgebenden Renditen für Anleihen aus den Euro-Krisenländern scheinen ihnen Recht zu geben. So muss Spanien für 10-jährige Staatsanleihen im Augenblick weniger als fünf Prozent Zinsen pro Jahr zahlen. So tief war das Niveau seit knapp einem Jahr nicht mehr.

Die Entspannung an der Euro-Schulden-Front hat auf der einen Seite die Zuversicht für Aktien erhöht. Auf der anderen Seite hat sie aber auch die Krisenwährung Gold in den Augen vieler Investoren unattraktiver werden lassen. Dies gilt insbesondere seitens der professionellen Teilnehmer. Rechneten im dritten Quartal lediglich 9,1 Prozent der Umfrageteilnehmer in dieser Gruppe auf Sicht von zwölf Monaten mit einem fallenden Goldpreis, so waren es in der jüngsten Erhebung beachtliche 28,9 Prozent. Die Stimmung gegenüber Gold hat sich also markant eingetrübt. Wohl auch deshalb, weil die Inflationsgefahren trotz der ultra-lockeren Geldpolitik der Notenbanken als überschaubar erachtet werden. Kaum einer der befragten Anleger erwartet auf Sicht von zwölf Monaten Inflationsraten von mehr als vier Prozent. Stattdessen hat in der aktuellen Erhebung des Citi-Investmentbarometers die Zahl derer stark zugenommen, die von einer moderaten Teuerung zwischen null und zwei Prozent ausgehen.

Dirk Heß, Finanzexperte der Citi, schreibt regelmäßig zu aktuellen Markt- und Derivate-Themen. Als Leiter öffentlicher Vertrieb Deutschland & Österreich Equity & Private Investor Solutions besitzt er langjährige Expertise in allen Fragen rund um Börse und Investments. In seinem regelmäßigen Kommentar gibt Dirk Heß fundiertes Fachwissen weiter.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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