22.11.2012 14:44
Bewerten
 (0)

Palladium: Angebotsengpass treibt den Preis nach oben

DaxVestor-Kolumne

Stefan Böhm
Die Edelmetallpreise haben sich in den letzten beiden Jahren sehr unterschiedlich entwickelt.
Während beim Gold die Flucht in den vermeintlich sicheren Hafen die Hauptrolle spielte, sind es bei den anderen Edelmetallen auch konjunkturelle Einflüsse, die eine große Rolle spielen. Silber etwa ist ein wichtiger Bestandteil in der Medizintechnik und Palladium kommt in der Automobilindustrie zum Einsatz. Das spiegelt sich auch in der Kursentwicklung wider. Während Gold in den letzten beiden Jahren am besten performte, liegt Palladium in der Wertentwicklung hinten.

Automobilindustrie braucht Palladium

Platin und Palladium sind wegen ihrer chemischen Eigenschaften bestens für den Einsatz in Katalysatoren geeignet. Rund 60 Prozent der Nachfrage nach Palladium kommen aus der Automobilindustrie. Nicht so bedeutend ist der Einsatz in der Elektrotechnik und der Medizintechnik. Angesichts der Krise vieler Automobilhersteller blieb der Preis für Palladium in den letzten beiden Jahren relativ konstant. Doch damit könnte es nun vorbei sein, weil die Nachfrage das Angebot bald deutlich übersteigen wird. Aus der Automobilindustrie ist wieder steigende Nachfrage zu verzeichnen, während das Angebot vor allem durch die Streiks in Südafrika sinkt. Rund 35 Prozent der weltweiten Palladiumproduktion kommt aus dem Land, beim Platin ist der Anteil noch deutlich größer. Während aber der Platinpreis bereits deutlich angezogen hat, blieb Palladium gedrückt. Die Autoindustrie hat nicht zuletzt auch deshalb begonnen, Platin durch Palladium zu ersetzen. Auch dies ist ein Preistreiber für Palladium. Einer Umfrage von Bloomberg zufolge erwarten die Analysten im Schnitt einen Preis von 800 USD/Unze für nächstes Jahr. 2014 gehen die Konsensusschätzungen von 925 USD/Unze aus. Zum Vergleich: Aktuell kostet eine Unze Palladium rund 640 USD.

Streiks verschärfen die Situation

Die Tatsache, dass die Streiks in Südafrika, die bei Lonmin Platinum begannen und die sich auf die gesamte Branche des Landes ausgebreitet haben, immer noch nicht wirklich gelöst wurden, wirft ein besonderes Schlaglicht auf die Lage. Für die Arbeiter ging es vor allem um mehr Lohn, allerdings waren auch untereinander streitende Gewerkschaften im Spiel Die Minenkonzerne reagierten bislang vor allem durch eine Vielzahl von Entlassungen. Das beruhigt kurzfristig zwar die Situation, aber es beschränkt auch die Produktionsmöglichkeiten der Unternehmen – weniger Arbeiter, geringere Produktion und somit ein geringeres Angebot.

Fazit

Aus charttechnischer Sicht hat Palladium zwischen 560 und 600 USD einen massiven Boden gebildet. Mit dem Ausbruch über den langfristigen Abwärtstrend Ende Oktober wurde zudem die Grundlage für einen kurzfristigen Anstieg bis zum Widerstand bei 700 USD geschaffen. Palladium ist auf dem aktuellen Kursniveau ein interessantes Investment sowohl für kurz- bis mittelfristige Anleger, aber auch für längerfristig orientierte Investoren.

Stefan Böhm (Diplom-Volkswirt) ist Chef-Redakteur des DaxVestor Börsenbriefs. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dax-vestor.deDer obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Palladium

  • Relevant
  • Alle
  • Medien
  • Agenturen
  • Extern
  • ?
Edelmetalle unter der Lupe
Beim Absturz der Kurse im Herbst hielt sich die Preziose verglichen mit Gold, Silber und Platin gut. Auch fürs kommende Jahr bleibt es wohl die bessere Wahl.
26.11.14
Lawsuit Alleges Palladium, Platinum Prices Manipulated (EN, The Wall Street Journal Deutschland)
16.10.14
Gold Slides as Dollar Gains; Palladium Falls to 6-Month Low (EN, The Wall Street Journal Deutschland)
16.10.14
LME to Manage Platinum, Palladium Price Fixing (EN, The Wall Street Journal Deutschland)
14.10.14
07.10.14
Gold Prices Rise; But Platinum, Palladium Shine (EN, The Wall Street Journal Deutschland)
24.09.14
Gold, Silver Slip, Palladium Climbs On Norilsk Offer (EN, The Wall Street Journal Deutschland)
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Die beliebtesten Rohstoffe

Goldpreis1.205,1525,65
2,17
Kupferpreis6.338,00-31,25
-0,49
Ölpreis (WTI)57,971,56
2,77
Silber16,110,36
2,25
Super Benzin1,28-0,02
-1,23
Weizen205,256,25
3,14

Edelmetalle: Münzen und Barren

  • Gold
  • Silber
1g Goldbarren41,07
+1,2
5g Goldbarren170,97
+1,5
10g Goldbarren331,56
+1,5
1 Uz Goldbarren1.014,46
+1,6
Krügerrand1.030,09
+1,6
Britannia1.038,24
+1,5
Maple Leaf1.027,05
+1,6
American Eagle1.036,20
+1,5
Zum Edelmetallshop

Heute im Fokus

Deutliche Gewinne: DAX rund 2 Prozent im Plus -- Deutsche Bank: Postbank-Verkauf als Option? -- 50-Prozent-Kurseinbruch bei Daimler-Partner BYD -- ifo-Index steigt -- United Internet, QSC im Fokus

EZB veröffentlicht Sitzungsprotokolle nach vier Wochen. Bundestag stellt sich hinter Kreditlinie für Griechenland. Daimler legt 600 Millionen Euro wegen Kartellverfahren zurück. Russland will Bankensystem mit fast 14 Milliarden Euro stützen. EU beschließt neue Krim-Sanktionen. Französische Kosmetikkonzerne büßen Preisabsprachen mit fast 1 Mrd. Euro.
Wer hat die USA von Platz 1 verdrängt?

schaften der Welt

europa

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Haut und Haar für das Freihandelsabkommen mit den USA stark machen. Was halten Sie von TTIP?

Anzeige