11.06.2012 16:25
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Erdgas – Schlüsselrohstoff des Energiemarkts

187.1 Billionen Kubikmeter – diese Zahl beziffert die aktuell weltweiten Erdgasreserven, die in den...
... letzten Jahren kontinuierlich nach oben revidiert wurde (BP Annual Statistical Review 2011). Während der Energiemarkt des letzten Jahrhunderts vor allem durch Kohle und Öl bestimmt wurde, könnte dieses im Zeichen von Erdgas stehen. Vor allem im Zuge der Energiewende wird Erdgas eine Schlüsselrolle zugewiesen.

Von Pedram Payami, Head Public Solutions EFG

Es wird viel über die anstehende Energiewende geschrieben – jedoch ist es unklar wann diese kommen soll. Trotz einer jährlichen Wachstumsrate von ca. 12% machen regenerative Energiequellen aktuell lediglich 1,32% des weltweiten Energiemix aus (BP Annual Statistical Review 2011). Subventionskürzungen aufgrund der Finanzkrise haben zusätzlich das kurzfristige Wachstumspotenzial von Wind, Solar und Co gedämpft. Auch wenn langfristig diese Energiequellen an Bedeutung gewinnen werden, so ist kurz-und mittelfristig die Verwendung von fossilen Brennstoffen weiterhin essentiell. Diese stecken aber auch in einer Klemme: Kohle ist als Energieträger immer weniger tragbar da die CO2 Bilanz bei diesem Rohstoff am Schlechtesten von allen fossilen Brennstoffen ausfällt. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Öl: Auch wenn hier der CO2 Ausstoss niedriger ist, so sind hier vor allem die hohen Preise und die immer knapper werdenden konventionellen Ölreserven das Problem.

Als Schlüsselrohstoff für die Energiewende wird daher vor allem Erdgas gesehen welches als Substitut für eine reduzierte Kohle und Ölverwendung eingesetzt werden kann. Im Gegensatz zu anderen Rohstoffen wurden in den letzten Jahren die weltweiten Gasreserven kontinuierlich nach oben revidiert und belaufen sich mittlerweile auf 187,1 Billionen Kubikmeter. Die grosse Herausforderung besteht jedoch im Transport von Erdgas von den Quellen zu den Verbraucherzentren. Pipelinenetzwerke sind dabei sehr kostenintensiv und benötigen komplexe Koordinationen zwischen sämtlichen Anrainerstaaten. Eine Lösung des Logistikproblems könnte langfristig durch die Schlüsseltechnologie LNG erreicht werden. Durch das Herunterkühlen von Erdgas unter -162 °C, verflüssigt sich das Gas auf ein 1/610 seines Gasvolumens. Der Energiegehalt pro Volumen kann dadurch enorm gesteigert werden. Aufgrund des kleineren Volumens kann das flüssige Erdgas in spezielle Tanker eingelagert und über die internationalen Seewege zu Verteilerzentren transportiert werden, von wo aus es über Pipelines zum Endverbraucher gelangt. Entscheidend für die Ausdehnung des LNG-Handelsvolumen sind dabei die Investitionen in die Infrastrukturen. Grosse Projekte in China und Australien lassen erahnen, dass die weltweiten Kapazitäten zur Verflüssigung von Erdgas stark zunehmen werden. Vor allem Australien, welches über grosse Gasreserven verfügt, wird zukünftig eine wichtige Rolle im LNG-Handel übernehmen. Es wird erwartet das Australiens LNG Exporte von aktuell 23 Millionen Tonnen auf 63 Millionen Tonnen in 2016-2017 steigen werden (Australien Government-Bureau of Resources and Energy, März 2012). Dabei wird besonders die Nähe zu China, als zukünftig grösster Absatzmarkt, für Australien von grosser Bedeutung sein. Laut IEA sollen nämlich Chinas LNG Importe sich bis 2035 verzwanzigfachen (International Energy Agency, WEO 2011) und vorallem Zentral und Ostchina mit Energie versorgen.


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Pedram Payami leitet den öffentlichen Vertrieb bei EFG Financial Products, einer Vermittlerin von strukturierten Produkten.

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