EMFIS.COM - Chinas Suchmaschine Baidu eröffnet Kampf um den C2C Markt
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EMFIS.COM - Das Unternehmen Baidu.com, Chinas führende Internet-Suchmaschine, eröffnet offiziell die Schlacht um das Online-Shopping in China.
Das Unternehmen hat seine eigene Consumer-to-Consumer (C2C) Website youa.baidu.com online gestellt und will sie innerhalb von drei Jahren zur Marktführerschaft bringen.
Wie Baidu mitteilt, würden bereits mehr als vier Millionen Seitenzugriffe täglich registriert werden. Derzeit stehen fast 2 Millionen Artikel im Angebot.
Die Kampfansage steht in engem Zusammenhang mit dem auf Konkurrenz gegangen Unternehmen Taobao. Das Unternehmen, welches zum chinesischen Internet-Unternehmen Alibaba.com gehört, hatte bereits Ende 2007 ihre Werbungsplatzierung bei Baidu gestoppt und die Suchmaschine auf ihrer Seite blockiert.
Für Taobao.com lag die Entscheidung für diese Maßnahme darin, dass die Zugriffe auf ihrer Seite zu dürftig ausfielen. Wie das Unternehmen mitteilte, sind seit der Abkoppelung von Baidu die Zugriffe direkt auf ihrer Seite um 180 Prozent gestiegen und der Umsatz zog seit Jahresbeginn bis Ende September um 240 Prozent an. So erreicht der Umsatz in einem Monat inzwischen 10 Mio. Yuan (1,464 Mio. USD). Im Nachhinein betrachtet Taobao die Werbung über die Suchmaschine Baidu.com als unnötig.
Inzwischen hat Taobao einen Marktanteil im chinesischen C2C Bereich von 82 Prozent erreicht und sieht von daher der Kampfansage von Baidu gelassen entgegen und begrüßten so gar diesen Schritt, da es den Wettbewerb befördere. Die vor 5 Jahren gegründete Taobao bietet seine Dienste bisher kostenlos an. Es hat den Anschein, als ob das auch in der nächsten Zeit so bleiben wird, was ein klare Kampfansage gegenüber eBay ist, dass bisher größte Online-Auktionshaus.
Für Baidu wird es ein harter Wettbewerbskampf, zumal das Unternehmen Alibaba.com seine Werbung bei der chinesischen Suchmaschine eingestellt hat. Die Public Relations Abteilung von Alibaba, die Techweb.com.cn,, hat die Werbeverträge mit Baidu gekündigt. Als Grund wurde eine mangelnde Effizienz angegeben. So habe eine Kunden Datenanalyse ergeben, dass der Verkehr bei Baidu.com rückläufig ist, vor allem bei den für Alibaba wichtigen Kundenkreis aus den Bereichen von kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Das ist aber nicht die einzige Unannehmlichkeit, mit welcher Baidu zu kämpfen hat und welche sich zukünftig auf die Unternehmenszahlen auswirken wird.
Im September hatte bereits die Music Copyright Society of China dem Elektronik-Riesen LG ein Schreiben zugeleitet, in welcher das Unternehmen aufgefordert wurde, seine Werbung auf Baidus MP3-Musik-Download-Kanal wegen Urheberrechtsverletzung einzustellen.
Dem Unternehmen Baidu sind in diesem Bereich bereits erhebliche Unannehmlichkeiten entstanden. So ist die Auseinandersetzung zwischen der Copyright Society of China und der International Federation of the Phonographic Industry im Juni 2008 auf einen Höhepunkt gelangt. Es gibt massive Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen, welche auch durch große Musik-Unternehmen wie Universal Music, Warner Music, Linfair Records und Taihe Rye Music geführt werden. Bereits im Februar 2008 hatten die R2G und die Copyright Society of China gemeinsam den Kampf gegen Baidu aufgenommen. Der Auseinandersetzung schlossen sich dann die IFPI, Universal Music, Warner Music und Sony BMG an und verklagten Baidu.
Für dieses Jahr können die von Baidu bisher veröffentlichten Zahlen sich aber sehen lassen. So war beispielsweise im dritten Quartal der Nettogewinn gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 91,4 Prozent auf 347,90 Mio. Yuan (50,94 Mio. USD) gestiegen ist.
Der Umsatz kletterte im gleichen Zeitraum um 85,1 Prozent auf 919,10 Mio. Yuan (134,57 Mio. USD). Der Chairman und CEO des Unternehmens Robin Li sagte dazu, dass die Reorganisation im kostenpflichtigen Bereich von den Nutzern anerkannt und zunehmend genutzt wird. So stiegen die Einnahmen pro Online – Marketing Kunden im dritten Quartal um 34,3 Prozent auf 4.700 Yuan.
Für das vierte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 1,055 Mrd. Yuan (154,46 Mio. USD), was ein Anstieg von bis zu 85 Prozent zum Vorjahresquartal wäre. Hier dürften die ersten Ergebnisse der online gestellten C2C Plattform mit zu beitragen.