EMFIS.COM - Hongkong 19.09.2008 Gestern noch herrschte an den asaitischen Aktienmärkten nahezu Weltuntergangsstimmung. Heute aber fand eine abrupte und äußerst ansehnliche Erholung statt. Die Rallye an der Wallstreet und die Ankündigung einer Rettungaktion der US-Regierung für die Finanzbranche wirkten dabei als Befreiuungsschlag. Gleichzeitig fand an den chinesischen Aktienmärkten der höchste Kurssprung seit fast dieben jahren statt. Dort hatte die Regierung erklärt, dass der chinesische Staatsfonds CIC künftig Investments in die
Aktien chinesischer banken tätigen werde.
Der
Nikkei 225, der gestern noch ein neues Drei-Jahres-Tief markiert hatte, präsentierte sich heute sichtlich erholt. Japans Leitindex zog um 3,8 Prozent auf 11.920 Punkte an. Der breitere Topix stieg sogar um 4,7 Prozent auf 1149 Zähler. Zu dem Kursanstieg trug maßgeblich die Hoffnung bei, dass die amerikanische Regierung mit einer Auffanggesellschaft die derzeitige Finanzkrise nachhaltig in den Griff bekommen könnte. Unter den Finanztiteln fand man dementsprechend auch die größten Gewinner. Hier schossen etwa Mitsubishi UFJ um 11,5 Prozent nach oben, Mizuho Financial zogen um 12,6 Prozent und Nomura Holdings um 9,6 Prozent an. Daneben legten auch die zyklischen Titel deutlich zu, wobei die Exportwerte zusätzlich noch von einem niedrigeren
Yen profitierten. So sprang die
Aktie von Canon um 8,1 Prozent nach oben, die Titel des Roboter-Herstellers Fanuc kletterten um 13,5 Prozent aufwärts; Toshiba stiegen um 4,7 Prozent und Sharp ebenfalls um 4,7 Prozent. Im Autosektor kamen Toyota um 6,1 Prozent und Honda um 5,4 Prozent voran. Isuzu Motors erholten sich um 10,5 Prozent. Nippon Steel verbesserten sich um 10,8 Prozent. Zuvor hatte der Stahlriese ArcelorMittal angekündigt, seine Produktion zurückzufahren.
Auch am koreanischen Aktienmarkt kehrte nach den massiven Abschlägen der vergangenen Tage wieder Zuversicht zurück. Der Kospi verbesserte sich um 4,55 Prozent auf 1455 Zähler. Der Verlust, der diese Woche entstanden ist, reduzierte sich damit nur noch auf 1,5 Prozent. Massiv gekauft wurden sämtliche zyklischen Werte. Dies kam unter anderem dem Elektroniksektor zugute, wo Samsung Electronics um 7,9 Prozent und LG Electronics sogar um 11,4 Prozent nach oben schossen. Der Bankensektor wiederum profitierte grundsätzlich von der Hoffnung über eine Entspannung bei der amerikanischen Subprime-Problematik. Kookmin Bank etwa stiegen um 7,1 Prozent. Allerdings gab es in diesem Sektor auch einige Wehrmutstropfen. So schlitterten Korea Exchange Bank um 10,3 Prozent abwärts, nachdem die HSBC ihr Kaufangebot für 51 Prozent der Anteile zurückgezogen hatte. Hana Financial gaben 4,7 Prozent ab. Hier gab es in der Presse Gerüchte über hohe Verluste aus Devisengeschäften. Die Titel des Internet-Suchdienst-Betreibers NHN gewannen 6,4 Prozent hinzu. Das Unternehmen will den KOSDAQ verlassen und in das etablierte KOSPI-Marktsegment überwechseln.
In Taiwan kletterte der TAIEX heute um 5,82 Prozent nach oben auf 5970 Zähler. Das Tageshoch befand sich bei 5982 Punkten. Somit wurde die 6000-Punkte-linie knapp verfehlt. Auf Sicht einer Woche hat Taiwans Leitindex dennoch knapp 5,4 Prozent abgegeben. Auch hier brachte die Hoffnung auf eine konstruktive Lösung der US-Finanzkrise die Wende. Gleichzeitig hatte Taiwans Regierung nochmals bekräftigt, dass ein entsprechender Stabilisierungsfonds für Stützungskäufe zur Verfügung stehe. Zu deutlichen Aufschlägen kam es im Finanzsektor. Sowohl Cathay Financial als auch First Financial und Chinatrust Financial zogen um die in Taipeh maximal möglichen 7 Prozent an. Im Halbleitersegment schossen Taiwan Semiconductor und United Microelectronics um 7 Prozent nach oben. Ebenfalls 7 Prozent schafften die Papiere von Hon Hai Precision, Taiwan Cement und Far Eastern Textile. Gefragt war auch die Aktie von Winstron. Das Unternehmen soll Pressemeldungen zufolge vor der Übernahme einiger Fabriken des PC-Riesen Dell stehen. Auch diese Meldung wurde mit einem Kursplus von 7 Prozent belohnt.
Besonders fulminant fiel die heutige Erholung in Hongkong aus. Dort machte der Hang Seng Index einen Satz um 9,61 Prozent nach oben auf 19.327 Punkte. Damit lag Hongkongs Leitindex auf Wochensicht nur noch 0,13 Prozent im Minus. Das Sentiment der Marktteilnehmer wurde zusätzlich noch durch die Tatsache beflügelt, dass auch an den Börsen in Shanghai und Shenzhen ein eindrucksvoller Rebound stattfand. Massiv gefragt waren unter anderem die Titel der China-Banken. ICBC sprangen um 16,2 Prozent und China Merchants Bank um 20,9 Prozent nach oben. Bank of China zogen um 16,7 Prozent an. Das Institut soll angeblich vor dem Einstieg bei bei der Privatbank Rothschild stehen. Unter den Hongkong-Banken verteuerten sich Bank of East Asia um 5,3 Prozent. HSBC legten 7,5 Prozent zu, nachdem das Institut die mehrheitliche Übernahme der Korea Exchange Bank platzen lassen hatte. Unter den übrigen Blue Chips gewannen China Mobile 10,8 Prozent hinzu, China Life stiegen um 9,8 Prozent und Hong Kong Exchange um 15,9 Prozent. Im Rohstoffsektor zogen Zijin Mining um weitere 3,6 Prozent an, Zhaojin Mining legten 17,2 Prozent zu. Unter den Ölproduzenten verteuerten sich CNOOC um 14,6 Prozent und PetroChina um 10,7 Prozent. Die Aktie des Raffineriebetreibers Sinopec gewann 14,2 Prozent hinzu.
In China legte der Shanghai Composite Index 9,46 Prozent auf 2075 Punkte zu. Der Shanghai A-Share Index stieg um 9,45 Prozent auf 2179 Stellen.