EMFIS.COM - Hongkong 18.06.2009 An den Asien-Börsen war auch heute kein Blumentopf zu gewinnen. Die meisten Märkte standen weiter unter Druck. Es fanden sich wieder viele Marktteilnehmer, die durch die aktuelle Unsicherheit zu Gewinnmitnahmen verführt wurden. Lediglich in China war der Optimismus ungebrochen. Hier arbeitete sich der Shanghai Composite Index auf ein neues 10-Monats-Hoch nach oben.
Nach der gestrigen moderaten Erholung stand der japanische Aktienmarkt heute wieder unter Druck. Der
Nikkei 225 gab 1,4 Prozent auf 9703 Zähler ab, und entfernte sich damit weiter von seinem 8-Monats-Hoch oberhalb von 10.000 Punkten, das in der vergangenen Woche erreicht worden war. Die Marktteilnehmer hoffen nunmehr, dass das Niveau um die 25-Tage-Linie bei 9600 Punkten künftig eine gewisse Unterstützung bieten wird. Der breitere Topix fiel um 1,3 Prozent auf 911 Zähler. Abschläge fanden unter anderem im Finanzsektor statt, nachdem zuvor in den USA auch die dortigen Bankenwerte gemieden worden waren. Hier gaben Mizuho Financial 4,0 Prozent ab, Mitsubishi UFJ verbilligten sich um 2,0 Prozent und Nomura um 3,5 Prozent. Im Rohstoff- und Grundstoffsektor fielen Nippon Oil um 2,8 Prozent, Nippon Steel gaben 4,2 Prozent und Sumitomo Metal Mining 2,5 Prozent ab. Im Elektroniksektor knickten NEC um 3,2 Prozent und Sony um 3,1 Prozent ein. Ricoh knickten um 5,0 Prozent und Konica Minolta um 5,8 Prozent ein, nachdem die Investmentbank JPMorgan einen skeptischen Ausblick zu der Branche der Drucker-Hersteller abgegeben hatte.
Auch am koreanischen Aktienmarkt ging es heute weiter abwärts. Der Kospi fiel um 1,1 Prozent auf 1375 Punkte, und gab damit den vierten Handelstag in Folge ab. Gleichzeitig gehörten die Investoren aus Übersee den vierten Handeltag in Folge zu den Netto-Verkäufern. Vor allem die zyklischen Exportwerte standen unter Druck. Hier verloren LG Electronics 4,2 Prozent; Hynix Semiconductor gaben 4,4 Prozent ab. Die
Aktie von Samsung Electronics verlor 1,7 Prozent an Wert. Die Papiere des Stahlkochers Posco verbilligten sich um 2,4 Prozent. Im Autosektor gingen Hyundai Motor um 0,3 Prozent nach unten; dagegen konnten sich Kia Motors um weitere 0,8 Prozent verbessern. Gegen den Trend legten auch die Titel der Versicherungsunternehmen zu, nachdem der Sachversicherer Meritz Fire & Marine ein besser als erwartetes Monatsergebnis veröffentlicht hatte. Meritz selbst stiegen um 1,8 Prozent, Hyundai Marine and Fire sprangen um 3,4 Prozent und LIG Non-Life um 5,9 Prozent nach oben.
In Hongkong knickte der Hang Seng Index heute um weitere 1,7 Prozent auf 17.777 Punkte ein, und hat damit den vierten Handelstag in Folge abgegeben. Gleichzeitig ist Hongkongs Leitindex damit wieder unter die 18.000-Punkte-Linie gerutscht. Der China Enterprises Index fiel um 2,6 Prozent auf 10.422 Zähler. Der anhaltende Optimismus an den innerchinesischen Börsen in Shanghai und Shenzhen konnte den Markt auch heute nicht stützen. Eine große Rolle spielten auch in Hongkong die Rating-Downgrades, die Standard & Poor´s zuvor bei zahlreichen US-Banken vorgenommen hatte. Dies brachte die Aktie von ICBC um 3,6 Prozent nach unten; China Construction Bank verloren 2,7 Prozent, Bank of China rutschten um 6,7 Prozent ab. Die Aktie von HSBC fiel um 1,3 Prozent. Daneben wurden auch im Rohstoffsektor weiter Gewinne mitgenommen. PetroChina gaben 2,3 Prozent und CNOOC 1,2 Prozent ab; die Aktie von Jiangxi Copper fiel um 1,7 Prozent. Im Telekom-Sektor fielen China Mobile um 1,4 Prozent, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, 12 Prozent der Anteile des taiwanesischen Anbieters Far EasTone zu übernehmen. China Unicom gingen um 0,8 Prozent nach unten.
In China stieg der Shanghai Composite Index um 1,6 Prozent auf 2853 Stellen.