EMFIS.COM - Hongkong 30.06.2009 Die erfreuliche Entwicklung an der Wallstreet motivierte in Asien heute wieder viele Anleger zu neuen Käufen. In den späteren Handelsstunden wich die Dynamik dann aber wieder einer abwartenderen Haltung. Darunter litten schlussendlich dann insbesondere jene Börsen, die erst vergleichsweise spät schließen.
In Japan verbesserte sich der
Nikkei 225 heute um weitere 1,8 Prozent auf 9958 Punkte. Zwischenzeitlich überwand Japans Leitindex dabei auch wieder die 10.000-Punkte-Linie. Der breitere Topix gewann 1,6 Prozent auf 930 Zähler hinzu. Stimuliert hatten die guten Vorgaben aus den USA, aber auch ein schwächerer
Yen sowie die Meldung, dass die Ausgaben der japanischen Privathaushalte im Mai gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent gestiegen sind. Dies entsprach der ersten Verbesserung seit 15 Monaten. Zudem hatten viele Volkswirte einen Rückgang erwartet. Gesucht waren unter anderem die Papiere aus dem Rohstoffsektor, die von einer Erholung der entsprechenden Futures profitierten. Hier zogen Japan Petroleum um 7,2 Prozent an, Inpex stiegen um 5,0 Prozent und Mitsubishi Corp. um 1,7 Prozent. Die
Aktie von Nippon Steel legte 3,6 Prozent zu. Im Autosektor verteuerten sich Honda um 2,1 Prozent und Toyota um 2,8 Prozent. Unter den Elektronikwerten gewannen Sanyo Electric 1,6 Prozent und Fujitsu 3,1 Prozent hinzu. Die
Aktien von Fujifilm und von Nikon sprangen um jeweils 6,8 Prozent und 6,4 Prozent nach oben. Beide Papiere waren zuvor von Mizuho Securities auf „strong buy“ aufgestuft worden.
Auch am koreanischen Aktienmarkt war die Grundstimmung heute insgesamt positiv. Dies war neben den guten Vorgaben aus den USA auch auf einige volkswirtschaftliche Daten von der Heimatfront zurückzuführen. So hatte sich die Industrieproduktion im Mai gegenüber dem Vormonat um weitere 1,6 Prozent verbessert, und war damit den fünften Monat in Folge gestiegen. Gleichzeitig kletterte ein Unternehmer-Stimmungsindex auf ein neues 13-Monats-Hoch. Dennoch konnte der Kospi heute lediglich 0,12 Prozent auf 1390 Punkte zulegen. Der Hauptgrund war ein Kursrutsch bei Daewoo Engineering. Die Aktie knickte um 6,2 Prozent ein, nachdem sie im Anschluss an ihren gestrigen Kurssprung von der Citigroup auf „sell“ abgestuft worden war. Daneben gaben Kia Motos wegen eines bevorstehenden Streiks 3,8 Prozent ab. Die Aktie von Ssangyong Motor brach um 15 Prozent ein. Auch hier hatten die Gewerkschaften Arbeitsniederlegungen angekündigt, was dem angeschlagenen Autobauer zusätzliche Probleme verschaffen dürfte. Die Schwergewichte im Technologiesektor konnten ebenfalls nicht überzeugen. Hier gaben LG Electronics 1,3 Prozent und Samsung Electronics 1,0 Prozent ab. Dagegen zeigte sich der Finanzsektor wieder freundlich. Hier legten etwa KB Financial 1,3 Prozent und Hana Financial 1,9 Prozent zu.
In Hongkong drehte der Hang Seng Index heute nach einem anfänglich guten Start wieder nach unten. Er gab schlussendlich 0,8 Prozent auf 18.378 Punkte ab. Damit hat er im zurückliegenden zweiten Quartal allerdings eine Performance von 35,4 Prozent erzielt, was dem stärksten Anstieg seit 15 Jahren entspricht. Auch im Monat Juni, in dem es teilweise wieder zu Rückschlägen gekommen ist, lag er damit noch 1,1 Prozent im Plus. Weiter gesucht waren die Bankenwerte. Hier stiegen Bank of Communications um 3,5 Prozent, nachdem die Aktie zuvor von Merrill Lynch auf „buy“ aufgestuft worden war. ICBC verbesserten sich um 0,6 Prozent und China Merchants Bank um 0,1 Prozent. Bank of China (Hong Kong) legten 2,4 Prozent zu. Unter den Ölwerten stiegen Sinopec um 3,3 Prozent, nachdem die chinesische Regierung erneut die Preise für Benzin und Diesel angehoben hatte. Dagegen gaben PetroChina 0,4 Prozent und CNOOC 0,7 Prozent ab. Gemieden wurden die Titel der Fluggesellschaften, die unter der Anhebung der Spritpreise leiden dürften. Hier fielen Air China um 1,3 Prozent und China Southern Air um 2,7 Prozent.
In China verlor der Shanghai Composite Index 0,54 Prozent auf 2959 Punkte.