EMFIS.COM - Hongkong 17.04.2009 Die asiatischen Indizes drifteten heute stark auseinander. Zwar waren sowohl die US-Vorgaben als auch die Zahlen von JPMorgan und Google gut ausgefallen. Davon konnte im Grunde aber nur noch der japanische Markt profitieren, der gegenüber den anderen asiatischen Börsen bisher zurückgeblieben ist. An den übrigen Börsen setzte sich in unterschiedlichem Ausmaß die Tendenz zu Gewinnmitnahmen durch, die insbesondere in Taiwan durchaus drastisch ausfielen.
Der japanische Aktienmarkt fand heute einen positiven Wochenabschluss. Der japanische Leitindex
Nikkei gewann mit 1,7 Prozent auf 8.907 Punkte hinzu, der breiter gefaßte Topix legte 13,5 Punkte auf 845 Zähler zu. Der Markt wurde insbesondere von den Stahlherstellern hochgezogen. Die Investmentbanker des japanischen Brokers Nomura hatten zuvor erklärt, dass die Stahlpreisrückgänge in den Verhandlungen mit den Autobauern niedriger als erwartet ausgefallen seien. Nippon Steel legten dementsprechend 10,5 Prozent zu und waren damit der größte Gewinner im Nikkei. Auf Platz Zwei folgten die Titel des Stahlkochers JFE Holdings mit einem Plus von 10,4 Prozent. Ebenfalls auf den Kauflisten der Investoren standen heute Toshiba Die
Aktie profitierte davon, dass der operative Verlust dort geringer als erwartet ausgefallen war. Toshiba legtne daraufhin 4,4 Prozent zu. NEC waren weiterhin wegen Fusionsgesprächen der Chiptochter mit dem Konkurrenten Renesas gefragt, und stiegen um 3,3 Prozent. Daneben konnten sich Sony und Sharp um jeweils 5,9 Prozent und 9 Prozent verbessern. Auf der Verliererseite standen dagegen die Titel des japanischen Spielkonsoleherstellers Nintendo. Die Absatzzahlen in den USA waren hier erstmals seit 14 Monaten zurückgegangen. Die Aktie büßte daraufhin über 5 Prozent ein.
Im Gegensatz zum japanischen Aktienmarkt konnte man an der
Börse in Südkorea heute nicht von den guten Vorgaben aus den USA profitieren. Insbesondere die anhaltenden Verkäufe von Finanzwerten brachten den Kospi, der sich zu Beginn größtenteils in positivem Terrain bewegt hatte, nach unten. Koreas Leitindex gab schlussendlich 0,58 Prozent auf 1329 Stellen ab. Dabei konnten sich auch die Bankenwerte zunächst verbessern, diese Aufschläge aber nicht halten. Hana Financial rutschten um 2,3 Prozent ab, Woori Finance fielen um 1,5 Prozent, KB Financial schlossen unverändert bei 37.000 Won. Dagegen war das Sentiment für die Elektronikwerte wieder sehr freundlich. So konnten sich Samsung Electronics angesichts steigender Speicherchippreise um 2,75 Prozent verbessern. Hynix Semiconductor legten 8,7 Prozent zu, nachdem eine lokale Investmentbank ihr Kursziel für die Aktie deutlich nach oben gesetzt hatte. Die Titel des Flachbildschirm-Herstellers LG Display stiegen im Anschluss an das gestrige Zahlenwerk um 1,0 Prozent. Unter den Titeln der Werftindustrie gaben STX Shipbuilding trotz eines Großauftrags aus Norwegen 0,3 Prozent ab. Daewoo Shipbuilding rutschten um 4,3 Prozent nach unten.
Auch in Taiwan war die Stimmung heute anfänglich positiv. Viele Anleger zogen es dann aber vor, ihre Gewinne zum Wochenende hin einzustreichen. Dies brachte den TAIEX schlussendlich um 4,03 Prozent nach unten auf 5755 Zähler. Der Index ist damit so stark eingebrochen wie bereits seit Mitte Januar nicht mehr. Das Handelsvolumen befand sich mit umgerechnet rund 6,6 Milliarden
Dollar auf dem höchsten Niveau seit Jahresbeginn. Auch hier waren es insbesondere die Bankenwerte, die den Gesamtmarkt nach unten zogen. So rutschten Cathay Financial um 5,9 Prozent ab, Shin Kong Financial schlitterten um die in Taipeh maximal möglichen 7 Prozent nach unten. Zuvor war bekannt geworden, dass der Versicherungstochter Shin Kong Life wegen irregulärer Vertriebspraktiken Ärger mit den taiwanesischen Aufsichtsbehörden ins Haus stehen soll. Unter den Technologiewerten brachen Acer trotz guter Zahlen des Konkurrenten Hewlett-Packard um 5,0 Prozent ein; die Titel von Asustek gingen sogar um 6,7 Prozent nach unten. Zu den wenigen Gewinnern gehörten die Papiere des Elektronik-Auftragsproduzenten Hon Hai, die sich nach einer optimistischen Umsatzprognose um 0,5 Prozent verbesserten. Daneben sprangen United Microelectronics nach einem erfreulichen Ausblick um 3,8 Prozent nach oben. Die Aktie des Konkurrenten Taiwan Semiconductor gab dagegen 1,8 Prozent ab; die Titel des Speicherchip-Herstellers Nanya Technology fielen um 6,5 Prozent.
Auch in Hongkong hat sich heute die Stimmung im Handelsverlauf stark verschlechtert. Der Hang Seng Index, der anfänglich 2,4 Prozent im Plus gestartet war, drehte in der zweiten Handelshälfte nach unten. Die Anleger blickten dabei insbesondere auf die Inlandsbörse in Shanghai, die ebenfalls unter Abgabedruck geraten war. Schlussendlich wurde dennoch ein leichtes Plus von 0,1 Prozent auf 15.601 Punkte erzielt. Hongkongs Leitindex hat damit diese Woche unterm Strich 4,7 Prozent zugelegt. Aufschläge gab es vor allem noch bei den Immobilienwerten. Goldman Sachs hatten hier zuvor ihre Sektoreinschätzung auf „neutral“ angehoben. Die Titel von Sinoland, die von Goldman Sachs eine Kaufempfehlung erhalten hatten, sprangen dabei um 9,8 Prozent nach oben. Sun Hung Kai Properties stiegen um 2,0 Prozent, Cheung Kong legten 0,9 Prozent zu. Demgegenüber blieb der Bankensektor zurück. ICBC konnten sich noch um 0,9 Prozent verbessern, dagegen gaben HSBC 0,2 Prozent ab. Die Titel von Cathay Pacific rutschten um 3,4 Prozent abwärts, nachdem die Fluggesellschaft für das erste Quartal einen deutlichen Umsatzrückgang gemeldet hatte. Air China verloren daraufhin 4,1 Prozent, obwohl die Gesellschaft mitgeteilt hatte, im ersten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt zu sein. China Eastern Airlines knickten sogar um 7,5 Prozent ein. Im Bereich
Rohstoffe und Industriemetalle gaben PetroChina 1,5 Prozent und Jiangxi Copper 4,9 Prozent ab. Die Aktie der Aluminum Corp. of China schrammte nach einem Downgrade durch Goldman Sachs um 4,5 Prozent nach unten.
In China verlor der Shanghai Composite Index 1,19 Prozent auf 2503 Zähler.