EMFIS.COM - Hongkong 05.11.2008 (www.emfis.com) An den asiatischen Börsen schien man sich heute - wie bereits zuvor an der Wallstreet - über den Wahlsieg von Barack Obama zu freuen. Die Anleger setzen ihre Hoffnungen offenbar insbesondere auf umfangreiche Ausgabenprogramme, die der frischgebackene Präsident während seines Wahlkampfs versprochen hat. Ein robuster
Dollar und steigende Rohstoffnotierungen taten das Übrige, um den neugewonnen Optimismus zu beflügeln. Allerdings wich die Zuversicht im Laufe des Tages einer etwas nüchterneren Sicht der Dinge, was die asiatischen Börsen gegen Ende wieder etwas nach unten brachte. Dennoch schlossen die meisten Indizes abermals deutlich im Plus.
Die guten Vorgaben von der Wallstreet und der gegenüber dem
Yen erstarkte Dollar haben den japanischen Aktienmarkt heute nochmals spürbar stimuliert. Der
Nikkei 225 schaffte einen Aufschlag von 4,5 Prozent auf 9521 Punkte; der breitere Topix stieg um 6,2 Prozent auf 966 Zähler. In der zweiten Handelshälfte begann sich das Sentiment aber bereits wieder etwas abzuschwächen. Gefragt waren unter anderem die Exportwerte, die von einem stärkeren Dollar überdurchschnittlich profitieren sollten. Im Autosektor legten Honda 13,4 Prozent und Toyota Motor 10,4 Prozent zu. Im Elektronik-Segment verbesserten sich Canon um 12,8 Prozent und Sony um 9,1 Prozent. Sanyo sprangen um 15,4 Prozent nach oben. Der Elektronikkonzern hatte seinen Gewinn im ersten Halbjahr mehr als verdoppeln können. Zudem geht man weiterhin davon aus, dass Sanyo demnächst von Panasonic übernommen werden könnte. Auch der Finanzsektor entwickelte sich weiterhin sehr robust, nachdem sich gestern Credit Suisse positiv zu den japanischen Bankenwerten geäußert hatten. Mitsubishi UFJ Financial zogen um 11,3 Prozent an, Mizuho Financial sprangen sogar um 16,1 Prozent nach oben. Nomura Holdings verbesserten sich um 10,8 Prozent.
Auch in Korea wurden die guten Vorgaben von der Wallstreet heute positiv aufgenommen. Der Kospi zog vorübergehend um über 5 Prozent an. In der zweiten Handelshälfte wurde man dann aber wieder zurückhaltender. Die Marktteilnehmer befürchteten insbesondere, dass unter dem neuen US-Präsidenten Obama das Handelsabkommen zwischen Korea und den USA einen weiteren Rückschlag erleiden oder sogar komplett gekappt werden könnte. Koreas Leitindex verbesserte sich schlussendlich um 2,44 Prozent auf 1181 Punkte.Gefragt waren unter anderem die Bankenwerte. Hier gewannen Kookmin Bank weitere 2,0 Prozent hinzu, Shinhan Financial stiegen um 2,2 Prozent. Unter den Titeln der Schwerindustrie verteuerten sich Daewoo Engineering um 2,4 Prozent und Kumho Industrial um 7,9 Prozent. Die
Aktie des Stahlkochers Posco gewann 4,1 Prozent hinzu. Dagegen entwickelten sich die Titel aus dem Exportsektor wegen der Befürchtungen um die Zukunft des Handels mit den USA tendenziell nach unten. Hyundai Motor etwa verloren 0,7 Prozent, Samsung Electronics konnten sich lediglich um 0,2 Prozent verbessern.
Auch in Hongkong wurde heute sichtlich zugekauft. In der zweiten Handelshälfte fanden dann aber – analog zu den übrigen asiatischen Börsen – wieder Gewinnmitnahmen statt. Stimuliert wurde der Markt durch die positiven US-Vorgaben, aber auch durch eine Erholung an den Inlandsbörsen in China, die von dem jüngsten Rebound bislang relativ wenig profitiert hatten. Der Hang Seng Index verbesserte sich schlussendlich um 3,17 Prozent auf 14.840 Punkte. Das unangefochtene Kurshighlight waren die Titel von PCCW. Die Muttergesellschaft PCRD und China Netcom haben vor, den Festnetzbetreiber zu übernehmen und die verbliebenen Anteile zu einem Aufschlag von 53 Prozent aufzukaufen. PCCW schossen daraufhin um 26,9 Prozent nach oben. China Mobile gewannen 0,3 Prozent hinzu, Hutchison Whampoa stiegen um 4,9 Prozent. Im China-Finanzsektor verbesserten sich ICBC um 3,7 Prozent und China Merchants Bank um 6,0 Prozent. China Life gewannen 4,3 Prozent hinzu, obwohl der Großaktionär Lee Shau-Kee über 31 Millionen
Aktien des Unternehmens verkauft hatte. Stark gefragt waren auch die Papiere aus dem Rohstoffsektor. Hier gewannen CNOOC 5,8 Prozent und PetroChina 4,3 Prozent hinzu. China Coal stiegen um 7,2 Prozent; die Aktie des Goldminenbetreibers Zhaojin Mining sprang um 14,4 Prozent nach oben.
In Taiwan scherte der Markt dagegen nach unten aus. Zwar konnte auch der TAIEX zunächst Aufschläge verbuchen. In den letzten Handelsstunden fanden sich dann aber viele Marktteilnehmer, die die Gunst der Stunde zu Gewinnmitnahmen nutzen. Dies fand insbesondere im Transport- und Touristikbereich statt, wo es in den vergangenen Tagen deutliche Aufschläge gegeben hatte. Taiwans Leitindex verlor schlussendlich 0,29 Prozent auf 4978 Zähler. Dabei verbilligten sich Formosa Hotels um 3,1 Prozent und Ambassador Hotel um 2,8 Prozent. China Air gaben 1,9 Prozent und EVA Air 3,7 Prozent ab. Zu Abschlägen kam es größtenteils auch im Technologiesektor. Hier verbilligten sich die Titel des Handy-Auftragsherstellers Hon Hai um 1,6 Prozent, die Aktie des Chipdesigners MediaTek fiel um 3,1 Prozent. Taiwan Semiconductor schlossen unverändert bei 48 NT$. Deutliche Aufschläge gab es hingegen im Bausektor, wo Asia Cement sowie Kingdom Construction jeweils um die in Taipei maximal möglichen 7 Prozent nach oben schossen. Chinatrust Financial gewannen ebenfalls 7 Prozent hinzu.
In China legte der Shanghai Composite Index 3,16 Prozent auf 1760 Punkte zu; der Shanghai A-Share Index stieg um 3,15 Prozent auf 1849 Stellen.