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27.04.2009 12:45

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EMFIS.COM - EM Stocks Review: Asiens Börsen im Griff der Schweinegrippe


EMFIS.COM - Tokio 27.04.2009 Die guten Vorgaben aus den USA sind heute an den asiatischen Börsen wirklunglos verpufft. Lediglich in Japan konnte noch eine leichte Aufwärtstendenz festgestellt werden. Stattdessen standen die Marktteilnehmer stark unter dem Eindruck der Schweinegrippe, die sich derzeit in Nordamerika ausbreitet und in Mexiko schon 100 Menschenleben gefordert hat. Zwar ist diese Seuche zurzeit weit davon entfernt, ein asiatisches Problem zu sein. Dennoch erinnern sich viele Anleger nur zu gut daran, wie stark im Jahr 2003 der Ausbruch der Lungenseuche SARS gerade die asiatische Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen hat.

Dank guter US-Vorgaben konnte sich heute auch der japanische Aktienmarkt zunächst sichtlich verbessern. Der Nikkei 225 schob sich anfänglich deutlich über die 8800-Punkte-Linie, musste aber den Großteil der zuvor erzielten Aufschläge später wieder abgeben. Dazu trug insbesondere der gegenüber dem Yen gefallene Dollar bei, der die Exportwerte belastete. Japans Leitindex konnte sich mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent auf 8726 Zähler schlussendlich ins Plus retten. Der breitere Topix gewann 0,4 Prozent auf 833 Stellen hinzu. Ein zentrales Thema war die Schweinegrippe und deren Folgen. Dies brachte in Tokio heute die Aktie von Chugai Pharmaceutical um 14 Prozent nach oben. Der Konzern vertreibt in Japan den Grippewirkstoff „Tamiflu“. Die Aktie von Daiwabo, eines Antiviren-Spezialisten, zog sogar um 38 Prozent an. Im Gegenzug gaben die Papiere jener Unternehmen ab, die von touristischen Aktivitäten abhängig sind. Japan Airlines verloren 5,2 Prozent; die Aktie des Reisebürobetreibers H.I.S ging um 10 Prozent nach unten. Gefragt waren die Bankenwerte, nachdem gemeldet wurde, dass die Shinzei Bank und die Aozora Bank vor einer Fusion stehen sollen. Shinsei Bank sprangen um 15 Prozent und Aozora Bank um 16 Prozent nach oben. Der Exportsektor litt moderat unter dem schwächeren Yen. Hier fielen etwa Sharp um 0,6 Prozent und Toshiba um 1,4 Prozent. Im Autosektor gaben Toyota Motor 0,5 Prozent und Honda Motor 0,6 Prozent ab.

In Taipeh knickte der TAIEX heute um 2,99 Prozent auf 5705 Punkte ein. Taiwans Leitindex, der sich in den vergangenen Wochen auch im asienweiten Vergleich überdurchschnittlich gut entwickelt hatte, landete damit auf einem 2-Wochen-Tiefstand. Gewinnmitnahmen gab es insbesondere im Finanzsektor. Hier rutschten Cathay Financial um 5,6 Prozent und Fubon Financial um 5,5 Prozent ab. Die Regierungen in Taipeh und Peking hatten zuvor – wie erwartet – ein Abkommen zur gegenseitigen Öffnung des Finanzmarktes unterzeichnet. Unter den Papieren der Fluggesellschaften knickten China Airlines um 6,3 Prozent und EVA Airways um 7,0 Prozent ein. Die Marktteilnehmer befürchteten, dass die Erträge der Fluggesellschaften durch die Schweinegrippe in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Auch die Technologiewerte tendierten nach unten, obwohl es am Freitag an der Nasdaq noch ansehnliche Aufschläge gegeben hatte. United Microelectronics verbilligten sich um 5,3 Prozent, Acer gaben 1,6 Prozent und Compal 1,9 Prozent ab. AU Optronics verloren 5,4 Prozent. Der Bildschirm-Hersteller hatte am Freitag die Ausgabe einer üppigen Bar- und Stock-Dividende ankündigt.

In Korea fiel der Kospi heute um 1,05 Prozent auf 1339 Punkte. Dies wurde von Händlern insbesondere mit Gewinnmitnahmen bei den Bankenwerten und bei verschiedenen Elektroniktiteln erklärt, die im Vorfeld ihrer Quartalsberichte letzte Woche noch deutlich zugelegt hatten. Daneben wirkte sich auch an der Börse in Seoul die Furcht vor der Schweinegrippe aus. Unter den Finanzwerten knickten Hana Financial nach enttäuschenden Zahlen um 6,4 Prozent ein; Woori Finance verloren 4,3 Prozent, KB Financial fielen um 2,6 Prozent. Im Technologiesektor gaben Samsung Electronics nach den deutlichen Kursgewinnen in den vergangenen Wochen 1,2 Prozent ab, LG fielen um 3,8 Prozent und LG Display um 3,0 Prozent. Hyundai Motor gingen um 1,6 Prozent nach unten, wohingegen Kia Motors sich um weitere 2,4 Prozent verbessern konnten. Stark unter Druck standen die Titel aus den Sektoren Luftfahrt- und Touristik, die von der um sich greifenden Schweinegrippe in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Korean Air rutschten um 7,4 Prozent ab, Hana Tour fielen um 6,7 Prozent. Dagegen konnten sich die Papiere des Hühnerfleisch-Produzenten Halim um 15 Prozent verbessern. Im Pharmasektor gewannen Hanmi Pharm 4,0 Prozent und Chong Kun Dang 8,3 Prozent hinzu.

In Hongkong hat die in Nordamerika grassierende Schweinegrippe den Markt heute besonders stark im Griff gehabt. Die Marktteilnehmer erinnerten sich hier noch stark an den Ausbruch der Lungenseuche SARS, die die Wirtschaft des Stadtstaats im Jahr 2003 sichtlich beeinträchtigt hatte. Der Hang Seng Index gab 2,7 Prozent auf 14.840 Zähler ab. Damit landete er zugleich auf dem niedrigsten Schlussstand seit 3 Wochen. Die Aktien der Fluggesellschaften wurden auch in Hongkong besonders in Mitleidenschaft gezogen. Hier rutschten Cathay Pacific um 8,0 Prozent ab, Air China brachen um 12,8 Prozent und China Southern Airlines um 14,5 Prozent ein. Die Titel des Schweinefleisch-Produzenten Yurun Food knickten um 10,2 Prozent ein. Im Gegenzug floss das Geld der Marktteilnehmer in ausgewählte Pharmawerte. Hier konnten sich etwa Guangzhou Pharmaceutical um 13,4 Prozent verbessern; die Aktie des Antibiotika-Herstellers China Pharmaceuticals legte 13,2 Prozent zu. In den übrigen Sektoren gaben ICBC 5,9 Prozent ab. Viele Marktteilnehmer glaubten hier, dass die Großaktionäre Goldman Sachs, Allianz und American Express demnächst nach Ablauf der Lock-Up-Frist umfangreiche Anteilsverkäufe vornehmen könnten. Hutchison Telecommunication brachen um 44,9 Prozent ein, nachdem mit dem heutigen Tag die Berechtigung für die Zuweisung von Anteilen an dem abgespaltenen Hongkong-Geschäft abgelaufen ist. Die Papiere des Kohleriesen Yanzhou Coal gingen nach einem enttäuschenden Ausblick um 5,8 Prozent nach unten. Unter den übrigen Rohstoffwerten verbilligten sich China Shenhua Energy um 0,7 Prozent und PetroChina um 2,5 Prozent.

In China gab der Shanghai Composite Index heute 1,77 Prozent auf 2405 Punkte ab.

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