EMFIS.COM - Hongkong 13.10.08 Die Finanzkrise veranlasst das größten Hongkonger Telekomunternehmen PCCW Ltd., den Verkauf seiner HKT Group zu stoppen.
Der ehemalige Börsenliebling hatte bereits im Mais seine Reorganisation angekündigt. Damals teilte der Chairman Richard Li mit, dass man den Bereich Telekom und Medien unter dem Dach einer neuen Holding, der genannten HKT Group Holding anzusiedeln wird. Das weitere Vorhaben bestand darin, vor dieser Group bis zu 45 Prozent an interessierte Investoren anzubieten. Die Reorganisation von PCCW sollte zur Verbesserung der Effizienz der Gruppe beitragen und die Konzernstruktur klarer machen. So gar ein Listing der neuen Holding war in Betracht gezogen worden. Die Resonanz war damals euphorisch und die
Aktie verbuchte satte Zugewinne. Das alles scheitert nun vorerst und der Wert hat sich inzwischen zu einem Trauerspiel entwickelt. Am vergangenen Freitag war sie um fast 10 Prozent abgestürzt. Dieser Niedergang wird heute mit 9,6 Prozent Abschlag weiter fortgesetzt. Die Aktie erreichte mit 2,45 HKD ein neues 52 Wochentief. Insgesamt hat der Wert seit Jahresbeginn inzwischen über 40 Prozent verloren.
Als ein weiterer Schlag für das Unternehmen kam die Herausnahme aus dem Hang Seng Index im vergangenen Juni.
Ursprünglich hatte das Hongkonger Unternehmen durch den Verkauf einen Erlös zwischen 1 und 1,5 Mrd.
Dollar erzielen wollen. Als Interessentan standen die TPG Inc., Providence Equity Partners Inc., Macquarie Group Ltd., Apax Partners Inc., Bain Capital LLC und die MBK Partners Ltd. Auf dem Papier. Das Gebot sackte aber auf inzwischen 400 bis 600 Mio. Dollar ab. Den Verkaufsauftrag hatte die Schweizer Bank UBS, welcher durch das Platzen dieses Deals ausgerechnet in der schweren Finanzkrise bares Geld entgehen dürfte.
Die Expansionspläne der HKT Group dürften nun wohl ebenfalls vorerst auf Eis liegen. Im Februar hatte die HKT noch eine Telefonlizenz in Saudi Arabien erworben. Weitere sollten im Mittleren Osten, Asien und China folgen, so der Managing Director Alex Arena im vergangenen Mai. Dieser Erwerb sollte aus dem Verkaufserlös finanziert werden.
Mit der Aufgabe der Veräusserung, folgt PCCW anderen Unternehmen aus China, welche auf Grund der Situation bereits ihre globalen Vorhaben abgeblasen hatten.
So hatte Chinas größter Sachversicherer den Kauf der Vermögenssparte des zusammengebrochenen belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis für 2,2 Mrd. Euro Anfang des Monats abgeblasen.
Der größte chinesische Telekom – Equipment Hersteller Huawei Technologies Co seinerseits, stoppte sein ursprüngliches Vorhaben, den Bereich der Mobilfunkproduktion zu verkaufen.
Das Unternehmen hatte geplant, diese Einheit an private Equity Unternehmen zu verkaufen. Bewerber sollen die Bain Capital und Silver Lake gewesen sein und es war ein Verkaufsvolumen von 3,5 Mrd. US Dollar im Gespräch. Im Zuge der globalen Finanzkrise betrachtet es Huawei als angebrachter, die Einheit zu behalten, da es im Interesse des Unternehmens sei, dass sich der Bereich weiter stabil entwickelt.