von Peter Gewalt, €uro am Sonntag
In Europa wird über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone debattiert, das marode Bankensystem Spaniens sorgt für zusätzliche Spannung. Keine Frage, die Unsicherheit ist wieder größer geworden. Das macht sich im Goldhandel bemerkbar. „Seit der jüngsten Wahl in Griechenland haben die Orderzahlen um 30 bis 35 Prozent zugelegt“, vermeldet der Münchner Goldhändler Pro Aurum. „Unsere Kunden beginnen wieder verstärkt, von Spareinlagen wie Festgeldern in Edelmetalle umzuschichten.“
Auf den Goldpreis hat sich das neue Interesse deutscher Privatanleger noch nicht ausgewirkt. Er setzte seine Talfahrt fort. Zum ersten Mal seit vier Monaten fiel der Preis unter 1.600 US-Dollar pro Unze und notiert damit um 16 Prozent niedriger als im Sommer 2011. Wichtigster Grund: Die US-Währung hat seither gegenüber dem Euro deutlich zugelegt. Schwächelt der Dollar, steigt die Nachfrage nach Gold zur Absicherung und damit auch der Preis. Wertet die US-Währung auf, sinkt der Absicherungsbedarf. Ein Trend, der angesichts der Probleme in der Eurozone anhalten könnte.
Untergegangen sind zuletzt einige preisstützende Nachrichten. So ist die Nachfrage nach physischen Gold in China weiter ungebrochen. Allein im März wurden 62,9 Tonnen importiert — ein Plus von 59 Prozent gegenüber Februar und eine Versechsfachung gegenüber dem Vorjahr. Zudem rechnen immer mehr Experten mit einer neuen geldpolitischen Lockerung durch die US-Zentralbank, die dem Goldpreis erneut Auftrieb geben könnte. Davon würde der in Euro denominierte ETC db Physical Gold profitieren (ISIN: DE 000 A1E 0HR 8).
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