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04.01.2012 12:00

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EDELMETALLE

Silber: Der Glanz ist weg



Silber kann derzeit nicht so recht glänzen
Nach dem Preissturz setzen Investmenthäuser auf einen steigenden Silberpreis im Jahr 2012. Eine gewagte Spekulation, denn die Gefahr weiterer Kursverluste ist groß.

von Joachim Spiering, €uro am Sonntag

Wie sagte ein Kollege vor Kurzem: „Silber versteht niemand.“ Der Frust kommt nicht von ungefähr. Denn die Entwicklung des Silberpreises hängt gleich an mehreren Faktoren. Die beiden wichtigsten: Auf der einen Seite gilt Silber wie Gold als Krisenwährung. Auf der anderen Seite ist es ein Industriemetall (weit mehr als die Hälfte der Silberproduktion geht in die Industrie), sodass der Preis auch an der weltweiten Konjunktur hängt.

Dieses Spannungsfeld macht sich am Chart bemerkbar. Grundsätzlich ähnelt der Verlauf des Silberpreises dem des Goldpreises, jedoch schwankt er viel stärker. Gut zu sehen war dies in den vergangenen Wochen. Während Gold seit Anfang November 15 Prozent an Wert eingebüßt hat, sind es beim Silber 26 Prozent. Am Donnerstag fiel die Notierung auf unter 27 Dollar und damit auf ein Dreimonatstief.

Nach Ansicht der Bank of America Merrill Lynch wird die Kursschwäche aber nur von kurzer Dauer sein. Ihr Argument: Die fundamentalen Aussichten hätten sich in den vergangenen Jahren verbessert. Dazu gehörten eine steigende Nachfrage aus den Emerging Markets und der verstärkte Einsatz von Silber in neuen Industrieanwendungen. Die Analysten rechnen für 2012 mit einem Silberpreis von durchschnittlich 34 Dollar.

Morgan Stanley ist noch optimistischer. „Wir erwarten, dass die anhaltende Unsicherheit an den Märkten Gold und Silber 2012 als sichere Häfen zugutekommen wird.“ Für 2012 erwartet Morgan Stanley einen Anstieg des Silberpreises auf durchschnittlich 50 US-Dollar je Unze.


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Anleger, die auf dieses doch sehr spekulative Szenario setzen wollen, können dies auf unterschiedliche Weise bewerkstelligen. Die schärfste Variante sind Hebelprodukte. So bietet sich ein Knock-out-Schein der Deutschen Bank an. Die K.-o.-Schwelle liegt bei 19,77 Dollar, der Hebel beträgt 3,9 (ISIN: DE 000 DE2 410 2). Die einfache Variante ist ein währungsgesichertes Indexzertifikat (DE 000 CK0 S5C 4), das die Preisentwicklung 1 : 1 abbildet. Und wer auf Nummer sicher gehen möchte, ist mit einem Bonuszertifikat gut beraten. Bei einem Produkt der DZ Bank liegt die Barriere bei 20 Dollar, der Cap bei 48,20. Fällt der Silberpreis bis Ende der Laufzeit nicht unter 20 Dollar, beträgt die jährliche Rendite 26 Prozent (DE 000 DZ2 WDL 6).

Viel hängt von den Investoren ab
Doch Vorsicht: Noch sollten Anleger mit einem Einstieg abwarten, der Silberchart sieht verheerend aus. Sinkt der Goldpreis weiter und verlieren Investoren, die immerhin für ein Drittel der Silbernachfrage stehen, auch die Lust am Silber, wird das den Kurs weiter belasten. Zumal die Minen 2012 mehr produzieren werden, die Industrienachfrage damit aber wohl nicht Schritt hält.

Bildquellen: Pro Aurum

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