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12.01.2012 09:23

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Neuer Ölboom!?


Die sicherste Aktie 2012 + Neuer Ölboom...

Viele Börsianer sind derzeit angesichts anhaltender Negativschlagzeilen in der Eurozone auf der Suche nach einigermaßen sicheren, aber trotzdem renditeträchtigen Anlagen. Mein Tipp: Der Ölsektor. Im ersten Teil des Updates verrate ich Ihnen warum Öl teuer bleiben dürfte und im zweiten Teil stelle ich Ihnen meinen persönlichen Favoriten unter den Blue Chips vor.

Die zuletzt massiv zusammengestrichenen Subventionen für alternative Energien und in der Folge hohe Überkapazitäten bringen derzeit Solar-, Wind- und auch Biogasaktien schwer in die Bredouille.

Wenn sich die Welt erneuerbare Energien auf Grund der Schuldenkrise nicht mehr leisten kann, rücken die alten fossilen Energiequellen wieder mehr ins Rampenlicht. Doch es gibt auch handfeste Gründe, warum wir vor einem neuen Ölboom stehen könnten:

Durch immer ausgefeiltere Technologien sind inzwischen auch Öllagerstätten kommerziell förderbar, bei denen eine Exploration bisher keinen Sinn gemacht hat. Allen voran zu nennen sind hier Ölschiefer- und Schiefergasprojekte. Während Schiefergas in der Bakken Formation in den US-Bundesstaaten Montana und North Dakota sowie im kanadischen Saskatchewan bereits seit längerem sehr erfolgreich gefördert wird, zieht nun Schieferöl nach.

Quellen im Umfang von sage und schreibe zwei Milliarden Barrel sind hier weltweit bekannt, unter anderem in den USA, Russland, dem Mittleren Osten, Kanada und Venezuela. Mit Abstand am wichtigsten ist dabei die Green River Formation in Colorado, Utah und Wyoming, ein Erdölvorkommen das bei konservativer Schätzung Reserven von sage und schreibe 800 Milliarden Fass Öl enthält.

Damit Sie diese Menge einschätzen können: Das ist in etwa dreimal soviel wie die gesicherten Reserven von Saudi-Arabien, dem aktuell immer noch größten Ölexporteur.

Abhängigkeit von Importen fällt dramatisch

Noch stecken die Projekte in den Kinderschuhen, aber bis in einigen Jahren könnte damit die Abhängigkeit von Importen arabischen oder russischen Öls dramatisch reduziert werden.

Experten sind sich sicher, dass auch bei Ölschiefer eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie bei Schiefergas (Shale Gas).

Trotz umweltpolitischem Gegenwind in Folge der beim Abbau des Shale Gas eingesetzten giftigen Chemikalien (Fracking) sind Abbaugebiete wie der Bakken Shale oder die Eagle Ford Area in Texas begehrt wie nie. Bakken im an der Grenze zu Kanada gelegenen "Präriestaat" North Dakota spielte bis vor fünf Jahren noch gar keine Rolle im Öl- und Gasgeschäft. Inzwischen hat sich die Produktion von 3.000 auf 300.000 Fass pro Tag verhundertfacht.

Erst vor wenigen Tagen exportierten der chinesische Ölriese Sinopec und die französische Total auf einen Schlag fast fünf Milliarden US-Dollar in ein Projekt in Ohio.

Auch die Japaner sind mit von der Partie: Marubeni Corporation, ein Getreidehändler mit Hauptsitz in Tokio, investiert 1,3 Milliarden US-Dollar im oben erwähnten Eagle Ford Area. Häufig werden Jointventures gegründet um die Kompetenzen zu bündeln.

Immer niedrigere Produktionskosten

Die Produktionskosten für die Ölschieferprojekte sind inzwischen auf nur noch 40 US-Dollar je Barrel gefallen. Bei aktuellen Ölpreisen von 103 US-Dollar (Western Texas Intermediate Light Crude Öl) je Barrel ist die Produktion also ein sehr lukratives Geschäft. Das Öl ist damit zwar teurer als konventionelles Öl aus Arabien, aber kann bereits mit den Kosten für die Förderung von Offshore-Tiefsee-Öl mithalten. Die Qualität des schwarzen Golds ist dabei sehr hoch.

Der Erfolg spiegelt sich auch in absoluten Zahlen wider. Die bereits seit den 70er-Jahren auf Grund vieler erschöpfter Quellen rückläufig gewesene Ölproduktion in den USA ist seit 2007 wieder steigend. Die USA könnten vor einem neuen Ölboom stehen. Auch anderswo wurden neue, viel versprechende Ölvorkommen entdeckt, unter anderem in der Nordsee. Mehr dazu lesen Sie in der Analyse im zweiten Teil des Updates.

MEIN FAZIT:

- Technologische Fortschritte bei den Abbaumethoden könnten beispielsweise in den USA zu einem neuen Ölboom führen und die Abhängigkeiten von Importen drastisch reduzieren.

- Die hohe Nachfrage aus den Emerging Markets und stark rückläufige Förderungen für erneuerbare Energien sollten für einen anhaltend hohen Ölpreis sorgen.

- Vor dem Hintergrund der Eurokrise und Rezessionsängsten bleiben Investments in Ölaktien daher eine aussichtsreiche und relativ konjunkturresistente Alternative.

Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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